Milani, Aureliano — Maler und Neffe des obigen, wurde 1675 zu Bologna geboren. Der Onkel unterrichtete ihn in den Anfangsgrün- den der Kunst, und dann waren es Gennari und Pasinelli, die ihn weiter leiteten. Immer waren es aber die Werke der Carracci, die er zum Studium wählte. Er copirte nicht nur ganze Gemälde dersel- ben, sondern zeichnete auch zu wiederholten Malen ihre Köpfe, Hände, Füße und Conturen nach, suchte in ihren Geist einzudrin- gen, stahl aber ihre Figur nicht, wie Lanzi bemerkt. Crespi sagt, es habe in Bologna keinen gegeben, der im Nackten, in der Symme- trie und im ganzen Gepräge der Malerei den Carracci näher ge- kommen, als Milani. Lanzi setzt noch bei, er habe gehört, dass nach Cignani keiner besser als er die Zeichnung und den Ruf jener Schule aufrecht erhalten habe. In der Farbe war er indessen nicht so vorzüglich. Er befolgte hierin öfter die Manier Gennari’s, wie im heiligen Hieronymus in der Kirche della Vita zu Bologna, und in der Kirche zu Rom . Dorthin begab er sich , um seinen vier Kindern besseres Brod zu verschaffen. Er bekam auch viele Aufträge, deren er sich zum Ruhme seiner vaterländischen Schule entledigte. Die Gallerie im Palast Pamfili erklärt Fiorillo als sein bestes Werk, und daneben eine Auferstehung Christi und eine heilige Ursula in Bologna, zwei Bilder im Stil der Carracci. Fiorillo ertheilt ihm nicht so viel Lob als Lanzi. Starb 1740 in Rom.
L. Mattioli stach nach ihm den heil. Philippus Neri in den Ca- takomben, den heil. Sebastian zu Rom vom Feuer ergriffen und von zwei Engel unterstützt, und in Frezza stach er die Errichtung eines Missionsordens durch Vincenz von Paula.
Bartsch, P. gr. XIX p. 410, beschreibt zwei Blätter von ihm, welche einen tüchtigen Zeichner verkünden. Es herrscht in den selben eine schöne Harmonie, da er es auch verstand, die Schatten- arten mit großer Kunst und gefällig zugeben. Er erreichte eine fruchtbare Wirkung, obgleich er sich weder des Stichels, noch der hellen Nadel bediente.
Die Vision. Ein Engel zeigt der Helena Margaretha Magnani, die in der Folge den Klosternamen Maria Lucretia Seraphina erhielt, die heil. Catharina in der Stadt Gottes im Himmel, die eine links, die andere in Mitte des Blattes.
Im Grunde ist Landschaft. Aureliano Milani f° — Sustu- tis in Spiritu etc. Im Rande ist eine Dedication von 14 italienischen Verse, H. 9 Z. 1 L., Br. 13 Z. 8 L.
- Die Kreuzschleppung. Christus spricht unter der Last des Kreuzes, links ist das Tor von Jerusalem, rechts der Cal- varienberg, schöne Composition in drei Platten. Dei parae _'1rgn_m ejus Filium — — hanc, quam-delineavit, ‚in aere incıdit , summi amoris et doloris imaginem, dicavit Aurelia- ‚nus Milanus Pictor Bononiensis Anno Jubilaei 1725 — Ro- mae _ Super. perın. In Frenzel’s Catalog der Sammlung des Grafen Sternberg- Manderscheid heist die Unterschrift: Jesu ad Golgatha ....., aere incid. Aurel. Milani etc. 1725. H.21Z, 6 L. Br. 45 Z. Schön und selten, bei Weigel 8 Thlr.,
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