Miereveldt, Michiel Jansz, Maler von Delft , geboren , gestorben 1641. Sein Vater, ein Menonit, war Goldschmied, der Sohn aber sollte Kupferstecher werden. Er hatte unter Leitung des Hieronymus Wierix schon einige Versuche mit dem Grabstiche gemacht, fand aber noch größere Neigung zur Malerei, die er auch bald mit dem Stichel vertauschte. Blockland gab ihm Anleitung hierin, und der Schüler machte in kurzer Zeit reissende Fortschritte. Bald folgte ihm auch der Ruf eines der größten Bildnismaler seiner Zeit, und selbst Carl J. von England lud ihn an seinen Hof ein. Miereveldt ging nicht, weil damals in London die Pest hauste, es fehlte ihm aber auch im Vaterlande nicht an Beschäftigung. Er liess sich im Delft nieder, von wo aus der Künstler etliche Malereien nach dem Haag sich begab, da der Hof und die Hofleute sich seiner Kunst bedienten. Die Zahl seiner Bildnisse soll sich auf 10.000 belaufen, von welchen ein einfaches, ohne Hände, 150 fl. kostete, nicht mehr und nicht weniger, die reichere Ausstattung erhöhte den Preis. Seine Porträts sind sehr fleißig ausgearbeitet, besonders in den Köpfen. Sie sind ansprechend durch einfache wahre Auffassung. Sehr viele sind gestochen, besonders von seinem Vetter Willem Delft, auf dessen Artikel wir verweisen. Auch die beiden Matham, Houbracken, J. Müller, P. Tanjé, C. van Dalen, J. Suyderhoef, G. Valk, G. Vertue, H. Bary, B. Bolswert, H. Hondius, S. de Passe, R. Morghen, u. a., haben Bildnisse nach ihm gestochen. Das Bildnis des berühmten Dichters, Cats, hat ein gleichzeitiger Anonymus geschabt, und dieses sehr seltene Bildnis gehört demnach in die erste Zeit der schwarzen Manier.
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