Miele oder Miel, Jan, Maler und Radierer , auch Jamieli genannt, wurde im Schlosse Ulaerdingen bei Antwerpen geboren, und G. Seghers zählte ihn zu seinen besten Schülern. Hierauf ging er nach Rom , um die Hauptmeister jener Stadt zu studieren, und als er bei dieser Gelegenheit A. Sacchi kennen lernte, so nahm ihn dieser in seine Werkstätte auf. Miel arbeitete jetzt einige Zeit auf Rechnung des Meisters, konnte aber seine niederländische Manier nicht verändern, zum Ärger Sacchi’s; und als einmal er in einem größeren historischen Gemälde des Meisters rotes Gesichtszeug angebracht hatte, so musste Miel vor dem Grimm desselben die Stadt verlassen. Jetzt trieb er sich in der Lombardei herum, um Correggio, die Carracci und andere Meister kennen zu lernen. Endlich fand er am Hofe zu Turin Beschäftigung, wo auch seine weitläufigsten Werke zu suchen sind. Carl Emanuel von Savoyen ernannte ihn zum Hofmaler , und trug ihm auf, das Lustschloss La Venerie bei Turin , mit Gemälden zu zieren. Er brachte da sehr schöne Jagdszenen und andere Bilder an, die aber im letzten französischen Krieg verstümmelt wurden. Im Theatre de Piemont sind vier solche Ansichten gestochen. Im k. Palaste zu Turin malte er an der Decke im Saale der Schweizergarden in mythologisch-antikischen Darstellungen die Apotheose des k. Herzogs. Kleinere Bilder erhielt der Herzog während der fünfjährigen Abwesenheit des Künstlers. Dieser konnte indessen Rom nicht vergessen, wo ihn die Akademie von S. Luca 1648 zum Mitgliede ernannte, und gerade am Tage der Abreise starb er im Jahre 1664 in Turin. Der Herzog hatte ihm kurz vorher den Orden des heil. Mauritius in Brabant verliehen. Baldinucci und Lanzi lassen ihn 1644 sterben. Passeri behauptet, Miel sei 1656 im 58. Jahre gestorben, und ein neuerer Schriftsteller, St. Ticokzi, gibt das Todesjahr in 1634 an.
J. Miel hinterließ eine bedeutende Anzahl von Gemälden im Genre des P. Laar. Die kleineren Bilder fand man voll Geist, und da sie auch in Farbe und Heiligkeit ansprachen, so suchte man sie zu erwerben. In Rom fanden seine komischen Darstellungen großen Beifall, in Rom kannte man ihn aber mehr von der ernsthaften Seite. Doch ist er vorzüglicher in Staffelgemälden mit Scenen aus dem Volksleben, die er mit Geist und Lebendigkeit auffasste. Auch andere Genrebilder, Landschaften und Viehstücke malte der Künstler, alles in kräftigem, dunkelwarmem Ton und in schöner Beleuchtung. Manchmal ist er übertrieben braun und dunkel. Die vorzüglichsten Gallerien bewahren Bilder von diesem Künstler. Mehrere sind mit einem Monogramm versehen. Mehrere seiner Werke wurden gestochen; von den besten Kupferstechern jener Zeit. G. Tasniere stach die Bilder des Schlosses La Venerie, unter dem Titel: Livre de la Venerie, 21 Blätter. W. Hollar: ländliche Gegenstände, 20 Blätter. St. Picart: die Geburt der heil. Jungfrau. G. Valets: die Himmelfahrt der Maria. C. Bloemaert: N. Signoria di Traponi, der Jesuit mit der Landkarte von China. Le Bast: le plaisir du Seigneur und le plaisir des François. J. Coelemans: toutes les saisons. J. Daulki: eine Vogeljagd. Dupreel: das Mittagsmahl der Reisenden, für das
Miele oder Mielz Jan. K 259,
Musée Français; Landons’; dasselbe Bild, tableaux de genre II. 65; R. Goumez: la dösagreable.avanture; F. Poilly: ‚der Besuch Alexanders bei Diegenes; J. Thourneisen: Herkules, der die Bel- Jona -bei den Haaren schleppt;; Beaumont: le joueur de Musette, Je chirurgien sans 6tude etc. C. Gregori hat sein Bildnis gesto- Ch°nfin ; Aun ü 46 7A t HN wl AT {
Miel radirte 'auch mehrere Blätter, . deren:Barssch-P. gru d 338 neun'beschreibt . und welche nach seiner/Meinung: das ganze Werk
ı ‚des Künstlers ausmachen dürften;: wasinicht der!Fall‘ast. ' In _ den drei zuerst folgenden Blättern sind zwar die Thiere: nicht von frap-
‚ panter Wahrheit, Alles andere.aber ‚ ist mit Sicherheit I3ezc:ichnet,
e b .;nd.";nit- leichter und geistreicher Nadel behandelt. ‚Noch mehr ‘; ı Festighkeit. der ‚Hand ‚. selbst Kühnheit „herrscht . in hfo 4,.5, 6 . Hıer ‚sing . ‚alle: Figuren „‚ selbst., die entferntesten,, aysdrucksvoll, (1< manigfaltig, schön gruppirt,, und, mit geringen Mitteln ist schla-
; ‚gende- Wirkung erzielt, Man sieht, fast, nur ÜUmrisse , Jeichte Halb- schatten, beitfilem Reichthum der Composition, ; . ı
- Der Hirte / mit : dem Dudelsack''.am' - Baumstamme; sitzend, rechts -des. Blattes... In einiger «‚Entfeenung daselbst sind drei Ziegen, eine stehend, die anderen liegend,::Der Hund ıst zwischen dem Baumstamme: und der::Hecke, :.Links unten
steht: Gno (Giovanno) Miele ” fecit _ et'inv.‘./H; 5 Z 2 L.,
'„Bru 7 Z. 7L Bei Weigel 2 Thlir42 grim alten Druck,
‘Die Alte,’ welche einem kleinen‘ Mädchen Läuse sucht. In
einiger Entfernung ist der Esel, im Grunde rechts eine Hütte,
hinter der Alten rechts des Blattes ist die Henne _ mit den
{)Hichlein in d$m;jm Korbe, und auf derselben Seite liegt im
‚. Vorgrunde ;die Katze., ; Links oben . steht: G.,;Miele fecit,
*Ebe%r 50 gross wie;das Qbi_ge.‚;‘_‚. CHJMH‚
Der italienische Bauer, welcher.den, Dorn aus. seinem Fusse zieht. Hinter-ihm:' ist -der«Korb 'mit‘ einer:/Boüteille, 'und neben ihm'ztit.Linken ruht der; Hund.! ‚Auf-einer Erhöhung des Hintergrundes :sind zwei Männer und:drei Kühe. Rechts unten am Steine: G. Miele,: In:gleicher Grösse mit No. 1.
Die Belagerung von Mästricht durch Alexander von Parma
- Die Stadt breitet sich im' Hintergrunde aus, und
zahlreiche Mannschaft in mehreren Grüppen‘, 'rechts vorn
wird ein verwundeter Offizier” (Pabiofarnese) etragen.
Oben im Blatte, ist eine breite Bandrölle ’mit der Erklärung;
rechts unten. steht: Jous Miele ‘fecit et’ inv.
Die Einnahme von Mästricht; Die Stadt ist im Grunde, auf
verschiedenen Seiten von den Spaniern angegriffen. Ueber
die ganze Breite des Vorgrundes geht, der Triumphzug hin,
in dessen Mitte man den Alexander von Parma bemerkt.
. Eine Bandrolle oben ‚erklärt das: Ganze, und ‚Jinks unten liest ınan: Jons Miele fecit. ;
- Die Einnahme von Bonn durch den Prinzen de Chimay 1588. In Mitte des Blattes am Ufer des Rheines breitet sich die Stadt aus,' und' die Spanier lassen ihre Batterien spielen. Links vorn 'ist eine Gruppe Reiter, gegenüber der Prinz mit ' seinem Adjutanten zu Pferde. Die Schriftrolle oben erklätt das Ganze. KRechts unten steht: Jons Miele fecit; et In- ventor. ' .
Diese drei äusserst seltenen Blätter finden sich in., Famiani
R2
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„Stradae Rom. e Soc. Jesu de bello Belgico decap. ab excessu Caroli V. Imp. an. MDLV. usque ad an. MCXC. 2 Voll. fol. Die Blätter sind 10 Z. 9 — 11 Z. hoch, 14 Z. 5 L. — 45 Z. breit. In guten Abdrücken muss man eines zu 2.— 3 Thlr. bezahlen;
Die Himmelfahrt Mariä. Sie kniet auf einer Wolke von Engeln umgeben, und unten sind die Apostel um das Grab versammelt. Am Rande der Platte nach links steht: J. Miel. H. 9 Z. 5 L. mit 7 L. Rand, Br. 12 Z. Schraffuren.
Ein Buchtitel mit einem römischen Soldaten; auf Hessen Fahne steht: Quanto lacera piü tanto piü bella. Er hat den Fass auf einem Steine, und damit den Titel des Werkes: La povertä contenta. Descrittä et picta sicchi nom mai contenti Dal P. Daniello Battelli Della Compagnia de Gesù. Rechts am Rande: Joan. Miel. H. 4 Z. 0 L., Br. 3 Z. 1 L.
Ganymed von Jupiter's Adler entführt. Er umschlingt mit dem linken Arme den Hals des Adlers, und mit der rechten Hand hält er die Draperie. Links, vorn, am Baumstamme ist der Hund, der seinem Herrn folgen will. Im Grunde rechts steht auf einem Hügel zwischen Bäumen ein Haus, ganz unten, auf derselben Seite stehen verkehrt mit der Nadelspitze die Worte: Mielle Roma. H. 7 Z., Br. 5 Z. 4 L. Ausserst selten.
Die Schafmelker. Zur Rechten sitzt ein Hirt, der gegen die Linke gewendet ist, und fast gänzlich im Profil gesehen wird; Dessen vordere Füße bedeckend, ruhen in der Mitte des Blattes zwei halbausgewachsene Lämmer. Links im Felde ist eine etwas leicht anradirte Wolkenbildung. Dieses Blatt ist leicht radirt, mit weitabstehenden Schraffuren, ohne alle Bezeichnung. H. 2 Z. 2 L., Br. 4 Z. 7 L.
Dieses Blatt wird in C. v. Rumohr's und Thiele’s Gesch. d. k. Kupferstichsammlung in Copenhagen S. 11 näher beschrieben. Neuere Drucke kommen nach der Bemerkung R. Weigel’s in den römischen Verlagscatalogen von Rossi und der Camera apostolica öfters vor. Auch in der Sammlung des Grafen Rigal und im Cabinet des Paignon Dijonval waren Abdrücke. Risch kannte keinen.
Die heil. Familie, Johannes küsst dem Jesuskinde die Hand. Achteckig, ohne Namen. H. 4 Z. 8 L., Br. 3 Z. 1 L. Dieses Blatt kannte Bartsch nicht. Im Catalog Rigal, in jenem der Sammlung Paignon Dijonval; bei Weigel u. a. O. werden Abdrücke erwähnt. R. Weigel schätzt einen solchen auf 2 Thlr.
Ein römischer Krieger, welcher seine Worte am König richtet. Gio. Miel. H. 4 Z. 6 L., Br. 2 Z. 9 L. Sehr selten, und den Biographen unbekannt.
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