Micon (Mikon), Maler und Bildhauer von Athen

Micon (Mikon), Maler und Bildhauer von Athen , in den Codices auch Muxwrv, Myxwrv und Ninwv geschrieben, der Sohn des Phanochos, wird als Zeitgenosse des Polygnotos genannt, und so muss er um Ol. 80 geblüht haben. Er tritt überall als Mitbewerber um Preise der Malerei mit Polygnot auf, wurde aber von diesem weit übertroffen, nach dem Urtheile seiner Zeitgenossen. Dennoch fand Micon Beschäftigung, und so zu sagen glänzende Aufträge. Er zierte einen Theil der Poekile zu Athen aus, und malte da die Amazonenschlacht, und dann könnte die Schlacht bei Marathon ebenfalls von ihm gewesen sein, oder teilweise von Polygnot und Panänus, wie Müller, Archäologie S. 132 °2, andeutet. Micon soll bei dieser Gelegenheit um drei Milien gestraft worden sein, weil er die Barbaren größer malte als die Griechen, und so könnte das ganze Gemälde von ihm herrühren. Einige schreiben ihm nur den Hund zu, der den Herrn in die Schlacht begleitet; welchen andere als Polygnot’s Werk erklärten. Bötticher, Archäologie der Malerei I, 254 ff., verbreitet sich ausführlich über diese Gemälde, und er meint, dass Micon nur die Amazonenschlacht gemalt habe, da er am liebsten Pferde und solche Kämpfe malte, wo Reiterei mit Gewaffneten zu Fuß stritt, wie die Centauren- und Amazonenkämpfe. Wir wissen indessen aus dem Alterthume den Namen des Künstlers, der die Amazonenschlacht im Poekile gemalt, nicht mit Sicherheit anzugeben, da Pausanias denselben nicht nennt, nur sagt, dass mitten an der langen Wand die Athener und Theusen kämpfend mit den Amazonen dargestellt gewesen seien. Ferner malte Micon sämmtliche drei Wände des Theseustempel zu Athen, früher als die Poekile, nach Ol. 77, 4.. Auf der ersten langen Wand stellte er wieder den Kampf der Athener mit den Amazonen dar, gegenüber den Kampf der Lapithen mit den Centauren. Die hintere Querwand hatte schon zu Pausanias Zeiten so viel gelitten, dass man darüber nichts mehr sagen konnte. Der Grund dieser Gemälde war Stucco, wie dieses Semper (über vielfarb. Architektur S. 47) dargethan hat. Im Tempel der Dioscuren zu Athen malte der Künstler neben Polygnot. Der letztere stellte den Raub der Leusippiden durch die Dioscuren dar, und Micon malte den Zug der Argonauten, oder vielmehr die Rückkehr des Castor und Pollux unter Jason. Den Acastus und seine Russe malte er mit größter Sorgfalt.

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