Meytens, Martin van, Bildnissmaler, wurde (nach andern 1605 oder 1608) zu Stockholm geboren, sein Vater Peter Martin war aber aus dem Haag, wo auch ein Martin Jan und Isaak My- tens lebten, so dass der Name unsers Künstlers nur in Deutsch- land Meytens geschrieben wurde. Sein Vater, der am k. schwe- dischen Hof arbeitete, unterrichtete ihn in den Anfangsgründen der Kunst, der junge Meytens ging aber schon früh nach Holland , und im Gefolge König Georg’s I. nach England , wo er sich in der Miniatur- und Schmelzmalerei ausbildete. Im Jahre 1717 kam er nach Paris , wo er noch einige Zeit den Unterricht seines Landsmannes C. Boit genoss, er machte sich aber hier zuerst rühmlich bekannt. Meytens malte da den Herzog von Orleans, Ludwig XVI. und den Czar Peter von Russland. Der letztere bestellte 40 Bildnisse bei ihm, und wollte ihn sogar an seinen Hof ziehen. August I. von Polen beschäftigte den Künstler einige Zeit in Dresden ; 1721 malte er in Wien das Bildnis Carl VI. und seiner Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel; nach zwei Jahren ging der Künstler nach Venedig , und überall war er mit Ausübung seiner Kunst beschäftigt. Bisher malte er nur in Miniatur und Email, in Rom aber, wohin er von Venedig aus gelangte, fügte er an, in Öl zu malen, und machte sich auch in seiner neuen Weise bald vortheilhaft bekannt. Meytens genoss als Portraitmaler Ruhm, wie wenige Künstler seiner Zeit, und sehr gross ist die Anzahl seiner Werke. Seine Bildnisse sind in mancher Rücksicht schätzbar, in gefälliger Weise behandelt, aber es fehlt in ihnen eine Naturtreue, die Stellungen sind gezwungen, und im Costume verfuhr er oft sehr willkürlich.
Den größten Fleiß verwendete er auf die Köpfe und Hände, die gewöhnlich sehr richtig gezeichnet und gut modelliert sind. Im Ganzen aber wird es heute zu Tage keinem Kunstfreund einfallen, viele Meyten’sche Zopf- und Perückenstücke sich anzuschaffen. Wer wissen will, wie er selbst aussah, den verweisen wir auf das eigene Bildnis des Künstlers in der florentinischen Sammlung. Im Jahre 1720 begab sich Meytens von Florenz nach Wien, wo er bald darauf kaiserlicher Kammermaler, und 1759 auch Di- rektor der k. k. Akademie wurde. Im Jahre 1770 starb der Künst- ler. Meytens hinterließ in Wien eine Menge von Bildnissen und Familienstücken, die ihm Ruhm und Ansehen erwarben. Beson- ders bewundert wurden jene der Kaiserlichen, Lichtenstein’schen und Palfy’schen Familie. P. van Bleek, Daullö, Faber, Halbou, Kilian und Müller stachen das Bildnis der Maria Theresia; Ca- merata und Kilian jenes des Kaisers Franz I. und dessen ganze Familie; Petit, Piessio und Schmitner jenes des Königs Friedrich I.; Geringius und J. Daulle jenes des Carl Alexander von Lothringen; Haid das Portrait Joseph II. Meytens Bildriss stachen Schmutzer, J. C. Eckart und Haid. J. Stenglen stach ein paar Genrebilder nach ihm: einen Pasettspieler, und eine Person mit einem Porte- feuille.
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