Meyer, Rudolph Theodor

Meyer, Rudolph Theodor, Maler und Kupferstecher , Dietrich’s älterer Sohn, und dessen lernbegieriger Schüler. Sein Talent entwickelte sich zum Staunen der Leute sehr früh, aber seine schwächliche Gesundheit erregte auch wieder Besorgnisse. Dies hinderte ihn an einer Reise nach Italien ; nur Augsburg und Nürnberg besuchte er, und den alten Freund des Vaters, den fleißigen Math. Merian in Frankfurt, Meyer schickte für dessen Verlag eine Menge Bildnisse und die 80 Sinnbilder von Daniel Cramer. Nach der Rückkehr ins Vaterland ging er neuerdings mit allem Eifer an die Arbeit, und den besorgten Freunden sagte er nur: „Kunst und Arbeit sind mein einziges Vergnügen, und da ich kein anderes kenne, so will ich arbeitend sterben.“ Nach dem im 33. Jahre erfolgten Tod des Künstlers condolirte der alte Merian, und sagte dabei, die vortreffliche und edle Hand, die der Selige im Malen, Reissen und Gradiren gehabt, habe ihm einen unvergesslichen Namen erworben. Der Rathsherr Füssly erkennt in seinen nachgelassenen Arbeiten die Anlagen eines Jünglings. Er soll auch Bildnisse in Rembrandt’scher Manier mit Geschmack gemalt haben, den größten Teil seiner Werke machen aber die Kupferstiche aus.

  1. Der Todtentanz, ergänzt und herausgegeben von Conrad Meyer, s. dessen Artikel No. 1.

  2. Die Kupfer zu Mureri Helvetia sacra, nach Zeichnungen von Hans Asper radirt, ein Hauptwerk des Künstlers.

  3. Die 80 Sinnbilder von D. Cramer, 1630.

  4. Soldatenbüchli, 16 Blätter, mit je zwei Soldaten in verschiedenen Stellungen.

  5. Betteltänze, Ränbereien u. s. w., 18 Blätter.

  6. Das brennende Dorf, rechts vorn ein Ritter, der einem gegenüberstehenden Mann Tröstliches zu sagen scheint. H.

  7. Der alte Leyerspieler in einer Felsengegend, neben ihm ein Mann mit der Hacke, am Baume ein Weib mit zwei Kindern.

  8. Der Dudelpfiffpfeifer unter dem Baume links, neben ihm ein Weib mit dem Kinde, und dabei ein stehender Mann. H.

  9. Die Hirten, dabei zwei stehende Ziegen und ein liegender Hund. H. 3 Z., Br. 4 Z.

  10. — 13) Die vier Jahreszeiten unter vier Knaben vorgestellt, oben Lenz, Sommer, Herbst, Winter, 4 Blätter, H. 2 Z.

  11. — 17) Vier Blätter, auf jedem zwei bewaffnete Männer in alter Tracht. H. 3 Z., Br. 4 Z. 1 L.

  12. — 23) Sechs Blätter Kinderspiele. Memento Mori: Knaben auf dem Todtenkopfe ruhend. H. 2 Z. 1 L., Br. 2 Z. 8 L.

  13. Eine lustige Gesellschaft, welche ein vornehmer Mann und zwei Lämmchen unter dem Baume betrachten, H. 2 Z. 10 L., Br.

  14. Jünglinge mit einem Reitergefechte. H. 1 Z. 11 L., Br. 6 Z.

  15. Bildnis des Henricus de Rohan, Princeps de Leon et dux etce. H. 6 Z. 2 L. mit der Schrift, Br. 4 Z. 2 R.

  16. Mehrere andere Bildnisse von angesehenen Schweizern:

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