Meyer, Felix

Meyer, Felix, Landschaftsmaler , geboren zu Winterthur 1653, gestorben zu Wyden bei Husen 1713. Seine ersten beiden Meister in Winterthur und Nürnberg verleideten ihm das Handwerk, und seiner grossen Neigung zur Kunst ungeachtet, fing man anfangs an den Fähigkeiten des Lehrlings doch zu zweifeln an, bis er bei dem berühmten F. Ermels die Landschaftsmalerei in ihrem Glanze

In-Kennen lernte. . - Dieser Meister nahm ihn auch in seine Werkstätte auf, ward ihm Freund und Lehrer; und von dieser Zeit an entwickelte sich Meyer’s Talent für Landschaftsmalerei, auf den Grad, dass er in Zeit von zwei Jahren seinem Meister beinahe ähnlich wurde. Er genoss die Freundschaft desselben, und auch mit Bemmel, Rugendas und Roos lebte er in gleichmäßiger Verhältnis. Später unternahm er seine Reise nach Italien ; er ging aber nicht weiter als bis Mailand , wo ihn eine Krankheit zur Rückkehr zwang, die Schweiz aber begeisterte Meyer in malerischer Hinsicht, und erwarb dadurch einen reichen Schatz von malerischen Ideen. Es finden sich jetzt noch eine Menge Handzeichnungen nach Gegenden der Schweiz, diese sauber und reinlich mit Feder um- gezogen und mit Tusch-schattirt sind. (101 pl.)

Meyer gelangte, weil damals das Fach der Landschaft noch neu war, bald zu grosser Rühmung und erhielt viele Bestellungen, besonders von den Gesandten auswärtiger Höfe in der Schweiz.

Chorherrenstifte St. Blasien in Österreich malte er zwei grosse Zimmer in Fresco, und erwarb sich die grösste Zufriedenheit mit

der Kupferstichkunst. Während er in den Hl. 58R

Dieser Künstler war mit einer reichen Einbildungskraft begabt, wie eine Menge seiner neuen, oft kühnen und zierlichen Er- findungen, die er in seinen Compositionen anbrachte, beweisen. Er gehört zwar nicht zu den hochberühmten Künstlern, aber mehrere seiner Landschaften sind mit wahrhaft Poussin’schen Geiste erfunden; aus allen aber spricht ein fleißiges Studium der Natur. Die Ausführung ist indess meist flüchtig, das Colorit nicht heiter genug.

Meyer kann als das Haupt aller Schweizer Landschaftsmaler an- gesehen werden, ungeachtet schon vorher geschickte Künstler in andern Fächern, und namentlich auch Conrad Meyer, von Zürich schöne Landschaften gemalt hatten. Zu grossem Verdienste kann es ihm angerechnet werden, dass sich sein Baumschlag so sehr von der zu seiner Zeit noch üblichen magern und trockenen Be- handlungsart entfernte, dass er die vollen Massen und schönen Formen grosser laubreicher Bäume, in ihrer vollen Kraft darstellte. Eben so lobenswerth erscheint er in Anwendung der Beleuchtung, die er in allen möglichen Effekten anzubringen gewusst hat. Dekan Veith hatte sehr viele Zeichnungen von diesem Künstler, in Tusch, Kreide, Stift, Rothstein, Sepia, Feder und Aquarell. Zu bemer- ken ist noch, dass in vielen seiner Gemälde die rothe Farbe des Grundes an mehreren Stellen durchgefressen und widrige Flecken hervorgebracht hat. J. J. Haid hat sein Bildnis geschabt.

F. Meyer hat auch verschiedene Landschaften radirt, mehr frei und geistreich, von denen aber seine früheren noch der Harmonie ermangeln. Die Figuren taugen weder in seinen Gemälden, noch in den Kupferstichen viel.

  1. Jacobus Mayer, Geistlicher und Bruder des Meisters, in Landschaftlicher Umgebung. Ao. 1685. Aet. 53 — 8.

  2. Loth mit den Töchtern in der Höhle, qu. 4.

  3. Landschaft mit Bergen und Bäumen, gegen das Wasser hin sieht man ein Weib auf dem Esel, kl. qu. fol.

  4. Landschaft mit Bergen und Bäumen, am Wasser ein Fi- scher, kl. qu. fol.

  5. Landschaft mit zwei badenden Mädchen und einem Hunde, qu. fol.

  6. Landschaft mit Bäumen, unter einem derselben ein stehendes und ein sitzendes Weib, qu. fol. '

  7. Landschaft mit einem See, an welchen sich Berge erheben, qu. fol. '

  8. Landschaft mit Salmas und Hermaphrodit, im Geschmacke von Poussin; qu. fol. '

  9. Landschaft mit Wässerfall, über welchen sich eine Brücke hinzieht, gr. 4, n .

  10. Landschaft mit antiken Ruinen, qu. 4.

  11. Landschaft mit einer Stadt am Gebirge und am Flusse, qu. 4.

  12. Landschaft mit Ruinen und einer Pyramide, qu. 4.

  13. Landschaft mit einer Ruine und einer Brücke rechts, qu. 4.

  14. Landschaft mit Felsen und zwei sitzenden Männern, qu. 4.

  15. Landschaft mit Ruinen, links ein Peristyl, qu. 4.

  16. Landschaft mit drei zur Linken sitzenden Personen, der Mann im Hut, qu. 4.

  17. Felsenlandschaft, rechts auf der Ebene zwei Personen,

  18. Landschaft mit einem Baume auf altem Mauerwerk, qu. 4.

  19. Landschaft mit Felsen, rechts ein Esel, qu. 4.

  20. Prospekt des Schlosses Pflungen, qu. fol.

  21. Ansicht bei Thun, gr. qu. fol.

  22. Ein Wasserfall in Unterwalden, gr. qu. fol.

  23. Gebirg und Wasserfall in Bündten, gr. qu. fol.

  24. Ein anderer Wasserfall in Unterwalden, gr. qu. fol.

  25. Prospekt des Lauffens oder Rheinfalls unweit Schaffhausen, Felix Meyer fecit. Schwach geätzt, qu. fol. Sehr selten.

  26. Eine Folge von 12 Blättern mit Landschaften, mit Figuren, Bäumen, Bergen, Ruinen, Häusern etc. Am Steine des ersten Blattes steht: Felix Meyer fec. Christoph Weigel ex., qu. 8.

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