MESSYS, JAN, Sohn und Schüler Quintin’s, ist in der Kunstge- schichte ebenfalls bekannt, aber dem Vater nicht an Verdienst gleich. Er malte indessen in der Art desselben, und wenig Ge- übte haben nicht selten die Werke des Sohnes für jene des Vaters genommen. In der Sammlung des Prinzen von Oranien zu Brüs- sel sind zwei Bilder von ihm, ein Ecce homo und eine Kreuztra- gung mit halblängsgrössen Figuren. Passavant, Kunstreise etc. a. 43, sagt, das Bild sei zwar mit vieler anatomischer Kenntniss gezeichnet, aber sehr scharf in den Umrissen. Die Charaktere sind meist gemein und bis zur Karikatur übertrieben. Die Färbung ist zwar kräftig, doch ohne allen Reiz, die Schatten bestimmt braun. In Antwerpen waren einst mehrere Arbeiten von ihm, die aber jetzt zerstreut sind. Dr. Waagen, Kunst und Künstler etc. J. 275, hält das im Artikel von Quintin erwähnte Bild in Kedd- jestonhall für ein Werk des Sohnes. Das minder zarte Gefühl, der kaltröthliche Lokalton des Fleisches, der fahle Ton der Berge
in der Landschaft sprechen unserm Schriftsteller entschieden für den schwächeren Sohn. Im k. Museum zu Berlin ist das Brustbild des heil. Hieronymus eine wenig bedeutende Arbeit, Interessanter ist aber daselbst die Wiederholung eines Bildes seines Vaters, des- sen Urbild jenes in Windsor seyn soll. Es stellt einen Geldwechs- ler im Comptoir dar, und einen anderen neben ihm, der ihn be- trogen zu haben scheint. In diesem Bilde sind geistreich lebens- volle Köpfe, keck und im bräunlichen Tone gemalt. Ähnliche Darstellungen wurden mannigfach beliebt, und so gibt es viele solche Nachahmungen, auch vom Gemälde des Geldwechslers mit seiner Frau. In der k. k. Gallerie zu Wien sind zwei Bilder von Jan. Auf dem einen sieht man viele Figuren, von denen eine den Du- delsack spielt. Es hat die Belschrift: Joannes Messiis faciebat 1564. Das andere stellt Loth mit den Töchtern in einer Grotte vor, ebenfalls mit dem Namen und der Jahrzahl 1563. Die Figu- ren sind in Lebensgrösse. In der k. Gallerie zu Schleissheim ist von ihm ein Gemälde mit dem Apostel Paulus, der in ein Buch schreibt; Halbfigur, bezeichnet: Joannes Messiis pingebat 1565.
Das Todesjahr des Künstlers ist unbekannt; 1565 lebte er also noch.
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