Messerschmied, Franz Xaver

Messerschmied, Franz Xaver, Bildhauer, wurde 1737 zu Wiesensteig bei Dillingen geboren. Er stand die sieben ersten Jahre unter Leitung seines Onkels Joh. Straub, dann besuchte er die Akademie der Künste in Wien, und von da aus schickte ihn die Kaiserin Maria Theresia 1765 nach Rom , wie es scheint, um an- tike Statuen in Holz nachzubilden; denn der Künstler fertigte während seines sechswöchigen Aufenthaltes daselbst nur einige Copien berühmter Statuen in Holz, 1£ — 2 Schuh hoch. Nach seiner Rückkehr ertheilte ihm die k. k. Akademie den Titel eines akademischen Professors, doch sammelte er sich wenig Freunde, da er wohl ein sehr rechtlicher, aber wenig schmeichelnder Mann war. Er war ein ehrlicher Schwabe, aber eher grob als einnehmend. Nach dem Tode seines Gönners Meytens ging er nach Pressburg, wo er von 1776 bis zu seinem 1783 erfolgten Tod in selbst gewählter Einsamkeit lebte. Hier fertigte er mehrere kleine Figuren und halberhobene Bildwerke , und dann kam er auf die sonderbare Idee, eine Reihe von lebensgrossen Köpfen in Stein und Metall auszuführen, wobei er immer seine eigenen Köpfe zum Muster nahm, in allen möglichen Wendungen und Spannungen der Muskeln und Sehnen. Die letzteren gehen bis in das Chimä- rische. Diese Sammlung erhielt sein Bruder, ein Verzierungs- bildhauer in Pressburg. Sie besteht aus 30 Charakterköpfen, die in Wien auf mehrere Tausend Gulden geschätzt wurden. Er arbeitete auch viel für den Fürsten Wenzel von Lichtenstein und für dessen Schwester Emanuela. Auf den Lichtenstein’schen Herr- schaften in Mähren und Böhmen sind Statuen von seiner Hand, welche von Kunstverständigen bewundert wurden. Messerschmied war überhaupt ein Mann von Talent, und von gründlichen Studien in der Anatomie des menschlichen Körpers. Er ging daher immer mit grosser Zuversicht und Kühnheit zu Werke, und dabei unter- stützte ihn eine grosse mechanische Handfertigkeit. Sein schroffer Charakter war nun nicht selten an bedeutenden Aufträgen hin- derlich.

J. J. Haid stach nach ihm das Bildnis des berühmten G. van Swieten in Schwarzkunst. In mehreren ältern Schriften wird die- ses Künstlers erwähnt.

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