Menken, Johann Heinrich, Maler und Kupferstecher , geboren zu Bremen 1764, begann in seiner Vaterstadt seine Künstler- Laufbahn. Obwohl zur Handlung bestimmt, konnte er doch sei- nem Hange zum Zeichnen nicht widerstehen, und wendete sich schon frühe mit entschiedener Vorliebe zur Tiermalerei . Zuletzt verliess er den Kaufmannstand, und brachte während eines sechs- jährigen Aufenthaltes in Dresden unter den Künstlern Klengel und Casanova sein Künstlertalent zur Reife. Besonders vortheilhaft sprachen Göthe und andere Kunstfreunde von Menken’s Arbeiten (Jenaer Lit. Zeitung 1805 6. 7. ‚Kunst und Alterthum 3tes Heft.). Der Tier- und Landschafts- Malerei sich also ausschliesslich wid- mend, wählte er sich vorzugsweise Ruysdael zum Muster, welchen er bald bis zur Täuschung nachzuahmen verstand. Einen beson- dern Gönner fand Menken an dem Kaufmann P. Wilkens in Bre- men, dessen Sammlung eine beträchtliche Anzahl grösserer und kleinerer Oelgemälde von Menken’s Hand bewahrt, nebst vielen feinen Handzeichnungen in Tusche, Sepia, Kreide, Bleistift. Seine 12 radirten Blätter zum plattdeutschen Gedichte: „Hennink der Hahn“, sind in den Göttinger gelehrten Anzeigen beurtheilt. An- dere Blätter sind im Gedichte: „Reinecke Fuchs“, das uns durch Göthe’s Behandlung lieb geworden.
Die Arbeiten Menken’s theilen sich in Viehstücke, Landschaften und aus beiden vermischte Stücke. Er wählte sich Berghem, Cuyp und Adrian v. de Velde, vorzüglich aber Potter zum Vor- bilde; für Pferde besonders Wouvermans und Lingelbach. Ueber- all ist die Natur seine Führerin; die Bäume seiner Landschaften sind in warmer Kraft und in ihrer Eigenthümlichkeit gegeben. Sie sind in kühnen Massen gehalten, vortrefflich beleuchtet und von schönem Laubwurf. Alle diese Vorzüge erhöhen noch die treffli-
chen, der Natur abgelauschten Staffagen. Von 1813 an verfertigte er auch sehr geschätzte Fabelnstücke. Die Darstellung wilder Thiere, versuchte er mit eigenthümlichem Glücke in den Zeichnun- gen zu den äsopischen Fabeln, zu Casti’s redenden Thieren, auch zum Hennink der Hahn. Manchen Stoff zu seinen Schöpfungen gewährten ihm die Dichter der Vorzeit, Jesaias, Hiob, Homer, Ovid, und unter den neuern Göthe, Klopstock und Hölty. In allen seinen Werken zeigt sich Phantasie und poetischer Schwung, dagegen ist er weniger sorgfältig in der Wahl und der Ausführung seiner Gegenstände. Bei ihm ist mehr die angeborene Thatkraft sichtbar, so wie bei dem Sohne der Fleiss.
Im Münchner Kunst- und Gewerksblatte 1820 ist ein weitläufiger Artikel über diesen Künstler, ein verstümmelter Auszug aus einem Manuskripte des Dr. Icken. Menken starb 1857.
Folgende radirte Blätter sind von diesem Künstler:
Die Blätter zum Gedichte: Reineche Fuchs.
25 Fabeln der Thiere, zu einem A B C Buche, kl. qu. 4. Bei Weigel 2 Thlr.
12 radirte Blätter zum altdeutschen Heldengedichte: Henink der Hahn (von C, F. Renner pseud. F. H. Sparre), über- setzt und mit einer Vorrede über den Verfasser und dem vollständigen Abdruck des seltenen Originals von Nic. Mayer. Bremen 1813, 8. Bei Weigel 8 Thlr. 18 gr.
Die Viehheerde mit dem Hirten zu Pferd, radirtes Haupt- blatt, qu. 4. Bei Weigel 16 gr. S. unten No. 10.
Die Ansicht von Lilienthal. J. H. Menken del. et sc., gr. u. fol. Radirung.
Die Ansicht von Oberneuland. J. H. Menken del. et sc., r. qu. fol. Radirung.
Eine Landschaft in Ruydael’s Geschmack. H. 7 Z., Br.
Eine ähnliche Landschaft. H. 53 Z., Br. 64 Z.
10 Blätter Landschaften und Thierstudien, kleine Stiche.
10 Blätter Landschaften, Pferde und Kühe, qu. 4. No. 4 gehört wohl hieher,
7 Blätter mit Kühen und Ochsen auf der Weide, qu. 4.
6 Blätter Pferdestudien, qu. 4.
5 Blätter Landschaften mit Thierstaffage, gr. qu. 4.
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