Menjaud, Alexander

Menjaud, Alexander, Historienmaler, wurde 1776 zu Paris gebo- ren, und Regnault unterrichtete ihn in der Malerei. Der Schüler hatte Talent, und daher war er bald im Stande, in eigenen Com- positionen seine Kenntnisse zur Schau zu tragen. Im Jahre 1800

malte er Crösus, König von Samos , im Gefängnisse mit seinen

Söhnen in Erwartung des Todes, eine für einen jungen Künstler

nicht leichte Aufgabe, die man aber in Menjaud’s Gemälde auf

Jobenswerthe Weise gelöst fand. Fiorillo, Ill, 503, lobt das Bild

des meisterhaften Ausdruckes wegen, und die würdevolle Behand-

lung; das Colorit aber soll ins Schwarze fallen, was Fiorillo da-

mit entschuldigt, dass viele Künstler diesen Fehler begehen, wenn

sie etwas Tragisches schildern wollen. Ein gerühmtes Gemälde

ist auch jenes, welches Virgil vorstellt, der dem Augustus und der

Octavia das sechste Buch der Aeneis vorliest, und eben die Stelle:

Tu Marcellus eris etc., declamirt. Man fand dieses Bild voll

Reize, aber die zu sklavische Nachahmung der Grundsätze David’s

hat dem Ganzen etwas Abtrag. Im Jahre X. der Republik gewann

Menjaud den ersten Preis des Nationalinstituts. Die Preisbewerber

mussten die Scene darstellen, wie Vespasian den Sabinus und seine

Geliebte Eponia zum Tode verurtheilt, und das Gemälde unsers

Künstlers fand die Kunstjury als das gelungenste und großartigste

im Stil. Landon, Annales IV. 63, bildete es im Umriss

ab. Das folgende Bild, welches aber dem Künstler missglückte,

stellt die Strafe eines Vatermörders dar, theatralisch affektirte Ge-

stalten auf schattiger Fläche, und für lüsterne Blicke ist das fol-

gende Gemälde, in welchem der Künstler den König Candaules

vorstellt, der dem Gyges die nackten Reize seiner Gemahlin zeigt.

Diese liegt schamlos auf dem Bette, und es macht dem Künstler

wenig Ehre, wenn man sagte, dass dieses Bild vom Geiste und

dem Geschmacke des Urhebers zeuge. Man fand die allge-

meine Wirkung anmuthig, pikant und harmonisch, und als eines

derjenigen Bilder, die durch Grazie der Composition und die Zart-

heit des Pinsels auf jenem Salon sich besonders bemerkbar mach-

ten, was wohl eine ganz andere Ursache hatte. Landon, Annales

XI 142, und der Pausanias francais, 177, geben Abbildungen

von diesem Werke. Dieser französische Pausanias lobt das Bild

unbegrenzt, besonders wegen der charakteristischen Haltung des

Ganzen; nur erinnert Candaules ein wenig an den antiken Jupiter,

Gyges an den Jüngling in der Schule von Athen, und die

Venus an die Bilder der Elemente von Albani. Dann glaubte

man damals, das Ganze sei allzuschön gemalt, alles schimmere

im Gemälde in gleich starker Beleuchtung, bei einer solchen Scene!

Im Jahre 1808 malte Menjaud Heinrich IV. beim Müller Michaud,

der zum Lobe seines Königs ein Lied singt:

Vive Henry quatre,

Vive ce roi vaillant! etc.

Ein Bild, welches eben so gut gedacht als gemalt ist, stellt Fene-

Jon vor, welcher einer der Religion wegen gefangenen Familie die

Freiheit ankündiget. Zu erwähnen sind auch die Gemälde:

Franz I. und la belle Ferroniere; Ludwig XIV. und Racine;

Ludwig XVI. befiehlt den Bau der Sahristei von St. Denis;

der Tod des Abbé Edgeworth, des Beichtvaters des unglücklichen

Königs; die Krönung des Tasso; die Communion der Königin;

Tintoreto und Aretio; Franz I. auf der Schweinsjagd etc. In der

Gallerie des Luxembourg ist das Bild des bestraften Geizigen und

der Tod des Herzogs von Berry. Aus Auftrag des Ministeriums

des Innern malte er den Herzog von Angoulême, wie er sich in

der Attakse bei der Brücke der Pröme eines verwundeten Offiziers

annimmt. Das Ministerium des Königs kaufte das Bild, mit Perikles

und Anaxagoras,

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