Mengs und dem Grafen Bristôt, dem Besitzer der Originälgemälde

Mengs und dem Grafen Bristôt, dem Besitzer der Originälgemälde,

dedicirt. Das Werk ist in qu. imp. fol., jetzt selten. Auch

Bilder in Gouache hinterließ der Künstler,

Gemälde des Künstlers, Berlin ; im königl. Museum: das grosse Bild einer heil.

Familie von einfacher und geschmackvoller Composition, nach

Küngler ein Bild, welches durch die ruhige, wenn gleich nicht

sonderlich tiefe Würde des Ausdruckes, durch die derbe, frische

Naturwahrheit von erfreulicher Wirkung ist.

Dresden ; in der katholischen Hofkirche: die Himmelfahrt

Christi; ein meisterhaftes Gemälde, 33 Fuss hoch und 16 Fuss

breit, jetzt auch durch Zöllner's Lithographie und durch Stölzel’s

Stich geliefert. Obgleich das Bild seit 1766 an Ort und Stelle ist, so

hatte man von demselben doch 1824 keinen Stich , nur Skizzen von

einzelnen Köpfen und Gruppen sind vorhanden. In dem bezeichne-

ten Jahre fertigte W. Krüger eine um das vierfache verkleinerte treff-

liche Copie in Oel. Auf dem Bilde der Himmelfahrt brachte Mengs

sein eigenes Bildniss an, was er sonst nicht oft gewagt hat. Quandt, zu

Lanzi’s Gesch. d. Malerei I. 529, rühmt dieses Bild vor allen. Wenn

Mengs, Anton Rafael.

An diesem Gemälde auch nichts überrascht, „sagt er,“ und es dem

Beschauer vorkommt, als habe er ’es schon gesehen, ohne be- 'sümmte Vorbilder angeben zu können, aus welchen Mengs die einzelnen Theile geradezu entlehnt hätte, so erweckt die schöne Gesammtwirkung, Färbung, Beleuchtung, Anordnung viel Ver- gnügen, und die wohlgelungenen, anmuthigen einzelnen Theile

fesseln den aufmerksamen Beobachter. Bei dieser Himmelfahrt

scheint Mengs sich Rafael's Verklärung zum Muster genommen zu

haben, und wenn es auch keine tiefe Rührung durch hohe Begei- sterung erregt, wie Rafael’s Werk, so ist doch Alles so verständig und wohl

gelungen, dass man ihm lebhaften Beifall und Bewunderung

nicht versagen kann. So urtheilt von Quandt im Angesichte des Bildes.

In der k. Gallerie zu Dresden ist eine treffliche Copie des Pro-

pheten Jesaias nach Rafael’s Gemälde in S. Agostino zu Rom.

Das Pastellbildniss des Künstlers in der Dresdener Gallerie hat

L. Gruner 1832 für das Galleriewerk gestochen;

Den Amor in Pastell erklärte man als musterhafte Pastellmalerei. Eine Magdalena in Miniatur wird wegen des Ausdrucks der schö- nen Form gerühmt;

Ehedem waren mehrere Bilder in der Dresdener Gallerie: zwei

eigenhändige Bildnisse des Künstlers, jenes des Ismael Mengs,

des Königs August III., der Churfürstin Maria Antonia u. S. W.

alle in Pastell.

England: Lord Percy, Herzog von Northumberland, erhielt

eine heil. Familie, in Rom gemalt; der Magdalena oder des Noli

me tangere; das er für das College All-Souls malte, haben wir

schon erwähnt;

Das ausgezeichnete Bildniss des Richard Wilsch ist in dem

Werke: The fine arts’ of the english school, 1812 von Bond ge-

stochen.

Florenz: der Palast bewahrte bedeutende Bilder von Mengs,

und in der Tribune sein von ihm selbst gemaltes Bildniss.

Der Marchese Rinuccini hatte eine grosse Kreuzabnahme in Hell-

dunliel, die der Künstler, vom Tode übereilt, nicht mehr colore

riren konnte. Der Rathsherr O. Malevolti de' Bevino erwarb das

Bild eines Genius,

Hamburg: Kaufmann Bex*fsemayr eine treffliche Copie der Ma-

donna della Seggiola nach Rafael, 1810.

München: in der k. Pinakothek: das treffliche Bild des Ka-

uziners Joue9h von Viterbo mit dem Stock in der Hand; dann

das eigene Bildniss des Künstlers. Ein anderes Bild, der heil.

Joseph, der früher in der Gallerie war, ist in dem Werke: Pi-

nakothek oder Sammlung der ausgezeichnetsten Werke der Gallerie

in München, lithographirt.

In der Sammlung des Domherrn Speth ist der geistreiche Kopf

eines Apostels, welchen Mengs seinem Freunde J. N. Steiner schenkte,

bei dessen Abreise von Rom. Der Mantel des Brustbildes ist nur

schnell hingeworfen,

Neapel: chedem im Besitze des Prinzen St. Gervasig ein schö-

nes Bild der Magdalena.

Mengs, Anton Rafael. 119

Rom: in S. Eusebio ein Plafondgemälde, dessen wir bereits erwähnt haben.

In der Villa Albani ist der berühmte Parnass, und in der Ca- mera de’ papire ein anderes Deckenbild, dessen wir ebenfalls schon erwähnt haben. Daselbst ist auch ein schönes Gouachebild des heil. Petrus nach dem Fresco.

Im Vatikan ist das ähnliche Bildnis des Papstes Ganganelli.

Im letzten Gemache der Loggien, gegen die Peterskirche hin, malte er an der Decke die vier Evangelisten, welche von der Ha- gen (Briefe in die Heimath IV. 8) weit über sein Deckenbild des Parnasses stellt.

Spanien: im Saale des Königs zu Madrid ist die berühmte Götterversammlung, deren wir erwähnt haben. Der König erhielt auch eine Abnehmung vom Kreuze, jetzt in der k. Gallerie zu Madrid, und dann trug der Künstler auch zur Ausschmückung der Zimmer des Königs und der Königin bei. Das Bild in Aran- juez haben wir bereits erwähnt. Ein anderes Bild, welches er in Lorenz für den König von Spanien malte, stellt die Geburt Christi dar, worin Mengs mit Correggio’s berühmter Nacht wetteiferte. Ein Hirte ist das Bildnis des Künstlers.

Die Prinzessin von Asturien besass eine Anbetung der Hirten, von welchen der Fürst H. Colloredo in Wien eine Kopie hatte.

Der spanische Gesandte Cav. J. N. d’Azara erwarb nach dem Tode des Künstlers viele Zeichnungen und etliche kleinere Bilder.

St. Petersburg bewahrt mehrere Bilder von diesem Künstler. Mengs bereicherte die Sammlungen Catharinens II., durch Ankauf guter Bilder, ertheilte Rath und Auskunft, und was von seiner eigenen Hand gefertigt worden, galt dieser hohen Gönnerin dem Vollkommensten gleich. Catharina liess daher mit ihm einen fort- dauernden Verkehr unterhalten, und belohnte ihn kaiserlich. Noch kurz vor seinem Tode hatte sie Mengs beauftragt, zwei Gemälde nach freier Wahl zu entwerfen, und im Voraus 2000 Silberrubel auszahlen lassen. Die Gemälde wurden nicht begonnen, doch auch das gezahlte Geld von der Monarchin nicht weiter in An- spruch genommen. Eine Menge Handzeichnungen liess Catharina nach des Künstlers Tod für die Sammlung der Eremitage kaufen. Dort finden wir außer dem allegorischen Gemälde, in welches Catharinens Bild aufgenommen ist, folgende Werke.

Johannes predigt in der Wüste. Mengs wählte denselben Ge- genstand zu einem Gemälde für den Graten Ribadavia, und zwar für einen Platz, der von obenher seine Erleuchtung erhielt, und in colossaler Größe, wobei er das Natürliche überboten haben soll. Auch der Johannes in Petersburg ist von herkulischer Ge- stalt. Er sitzt auf einem Felsen, erhebt beide Hände, und öffnet weit den Mund. Das Auge hat keine Milde und Zartheit, viel- mehr starrt es ohne Gegenstand. Der schreiende Mund ist unge- fallig. Die übrigen Teile des vollen, muskulösen Körpers kön- nen der Zeichnung und dem Colorit nach vortrefflich heißen, na- mentlich die sich ebenmäßig rundenden Beine. Nicht mindern Werth hat die Carnation und Draperie.

Ein Muster geistreicher und lobenswerther Erfindung gewährt ein kleines skizzenartiges Gemälde, die Ausgießung des heil. Geistes. Hier vereint sich das Schöne, Liebliche und Kräftige.

Mengs, Anton Rafael.

Das dritte lebensgroße Gemälde enthält das Urtheil des Parls, von welchem Azara erzählt, es sei nur Handzeichnung geblieben und nie zum Gemälde geworden. In ihm sehen wir das doppelte Bestreben nach schöner Gestaltung und frischer, zarter Carnation erprobt.

Perseus und Andromeda ist das vierte Bild. Die Figur des Per- seus ist der Antike nachgebildet, kann aber dennoch nicht male- risch heißen. Das Colorit des lebendathmenden Fleisches ist mei- sterhaft. Mengs vollendete das Gemälde während seiner letzten Krankheit. Azara sagt irrig von ihm: „dieses Werk, welches nach England bestimmt war, wurde durch ein französisches Raub- schiff weggenommen, und man weiß jetzt noch nicht, ob es an- gekommen ist.“ Das Bild ist auf dem Transporte nach Spanien von einem Tunesier gekapert, diesem aber wieder von einem Engländer genommen worden, der an der Küste von Holland stran- dete. Dort liess Catharina das Bild kaufen.

Ein fünftes Gemälde, Apollo unter den Musen, mit der Beischrift Raphael Mengs Saxo 1701, also in dem Jahre fertiget, in wel- chem der Künstler zum erstenmal nach Spanien reiste, nachdem er den Parnass in dem Deckengemälde der Villa Albani vollendet hatte. Man erkennt in dem Gemälde überall die Nachahmung der Antiken, um reine Körperformen zu gewinnen. Dieses aber scha- det dem Gemälde, welches bei allem Werth der Zeichnung und des Colorits kalt und ohne Wirksamkeit auf das Gemüth ist. Auch liegt in den Mienen der Musen kein tief erschöpfter Ausdruck.

Eine Verkündigung ist mehr Skizze als ausgearbeitetes Gemälde, und vermutlich eine Anlage zu dem Werke, welches Mengs für die Capelle in Aranjuez zu verfertigen angefangen hatte, als ihn der Tod abrief. Das Gemälde blieb unvollendet. Nach Azara brachte Mengs mehrere Monate im Nachdenken über die Erfindung zu, und in der That beurkundet sich in allem die Reife der künst- lerischen Bildung, so dass dies kleine Bild eine Menge seiner frü- hern grossen Gemälde aufwiegt. In F. X. Labensky’s Galerie de l’Héritage sind Umrisse nach den Gemälden von Mengs.

Wien; in der k. k. Galerie: der hl. Petrus mit der Flamme auf dem Haugte sitzend, er hält Buch und Schlüssel, lebensgrosse Figur. Das Bildnis der Infantin Maria Theresia von Neapel, als kleines Kind sich an den Sessel haltend. Das Bildnis der Infan- tin Maria Ludovica von Spanien, Großherzogin von Florenz, le- bensgrosses Brustbild. Diese Gemälde erwähnt v. Mechel in sei- nem Verzeichnisse der Gemälde der k. k. Galerie in Wien.

Ausser der heil. Familie von Mengs, welche der Herzog von Sachsen-Teschen von der Königin von Neapel zum Geschenke er- halten hatte, hatte der Herzog noch 4 Gemälde von ihm: 1) den hl. Petrus; 2) Maria mit dem Kinde, Engel zur Seite; 3) dem Joseph erscheint im Traume ein Engel; 4) das Bildnis der Maria Louise von Spanien, nachmals Großherzogin von Toskana.

Der dänische Gesandte Graf von Saint-Saphorin besass die schöne Skizze der Himmelfahrt des hl. Eusebius von Mengs, nach welcher er den Plafond in der Kirche St. Eusebio zu Rom (S. Ram- dohr über Malerei und Bildh. in Rom 3. 260) al fresco gemalt hat, nebst seinem eigenen von ihm selbst gemalten Portraite;

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