Menaichmos, Bildhauer von Sicyon

Menaichmos, Bildhauer von Sicyon, dessen Plinius erwähnt, ohne direkt seine Lebenszeit zu bestimmen. Er sagt indessen, dass Menächmos die Geschichte Alexander’s des Grossen bildlich darge- stellt habe, und so muss der Künstler Ol. CXIV. gelebt haben. S. Thiersch Epochen, Anmerk. S. 61. Menächmos machte sich durch die Abbildung eines Kalbes berühmt: Vitulus genu pressus et replicata cervice, sagt Plinius . Dann schrieb dieser Sicyonier auch über seine Kunst, nämlich de toreutice.

Menaugeau, s. den folgenden Künstler.

Ménageot, François Guillaume, Historienmaler, geboren zu London 1744, gestorben zu Paris 1816. Seine Eltern hatten sich in London niedergelassen, Ménageot kam aber schon als Kind nach Paris , wo sich in früher Zeit seine entschiedene Neigung zur Malerei offenbarte. Sein erster Meister war Augustin, dann nahm er zu Deshais, hierauf zu Boucher, und endlich nahm ihn der berühmte Vien unter die Zahl seiner Schüler auf. Im Jahre 1765 trug er den zweiten großen Preis der Akademie davon, und im folgenden Jahre wurde ihm der erste zu Theil, mit dem Ge- mälde, welches Tomyris vorstellt, wie sie den Kopf des Cyrus in ein mit Blut gefülltes Gefäß legt. Hierauf ging Ménageot nach Italien , um an den Meisterwerken Roms seine französische Ma- nier zu veredeln, was ihm in kurzer Zeit Ruhm und Ehre brachte.

Menageot, François Guillaume:

Sein damals gefertigtes Gemälde, welches das Studium vorstellt, wie es die Zeit aufhält, wurde öfter gestochen, und es öffnete dem Urheber die Thore der französischen Akademie. Im Jahre 1781 brachte er den Tod des Leonardo da Vinci zur Ausstellung, ein Bild, in welchem man die Rückkehr des guten Geschmackes der französischen Schule erkannte. Man erklärte diese Darstellung als Ménageot’s Meisterstück, in welchem das Edle der Composition, der charakteristische Ausdruck der Figuren, die Correctheit der Zeichnung, die blühende Färbung, die getreue Beachtung des Costums und auch die leichte und breite Pinselführung gleich treff« lich gefunden wurden. Dieses Bild riss, zur Bewunderung hin, den Künstler zum Professor adjunctus ernannt, und nach etlichen Jahren (1787) übertrug ihm der König das Direktorat der französischen Schule in Rom. Die Revolution ging nicht ganz ruhig an ihm vorüber; er wurde verfolgt, und zuletzt war es seine schwächliche Gesundheit, die ihn zur Rückkehr nach Paris be- wog. Zu Anfang unsers Jahrhunderts wurde er wieder Professor an der Schule der schönen Künste in Paris, nach einiger Zeit nahm ihn auch das Institut unter die Zahl ihrer Mitglieder auf, und der Orden der Ehrenlegion schmückte seine Brust.

Außer den oben erwähnten Bildern müssen wir hier noch besonders seines Meleagers erwähnen, der neben dem sterbenden Leonardo als Meisterstück des Künstlers erklärt wurde. Meleager ist im Kreise seiner Familie dargestellt, wie er sich weigert, gegen die Cureten die Waffen zu ergreifen. Diese beiden Darstellungen rühmt auch Fiorillo II 115 f., und vom Bilde des Meleager sagt er, dass es reich, edel und mit hoher Würde angeordnet, als ein Meisterstück zu betrachten sei. Auch der Pausanias français p. 371 weiß von diesen beiden Bildern nur Rühmendes zu sagen, während man anderwärts dem Gemälde des Meleager nur einen mittelmäßigen Werth beilegt. Wie dem auch sei, diese Darstellung wurde für würdig befunden, in kostbare Gobelins gebracht zu werden. Beide sind bei Landon, Annales etc. II 1253 V. 132 im Umrisse abgebildet, und der Meleager noch besonders gut im Pausanias français. Da liest man, dass in diesem Gemälde die Köpfe von schönem Charakter seien, man fand aber den Kopf des jungen Helden für den übrigen Körperbau zu weibisch. Das Nackte, zumal Arme und Beine, sind gut gemalt, die Architektur ist im reinen Stil gehalten, die Färbung fand man frisch, glänzend und doch sehr harmonisch. Nach der Ansicht des Pausanias français mangelt diesem Bilde nichts, als ein ernsteres, mehr antikeres Gepräge, und der Verfasser jenes Werkes mochte es noch gar über den Tod des Leonardo da Vinci setzen, dem er indessen einen entschiedeneren Charakter zugesteht. — Auf ähnliche Weise wurden in früherer Zeit diese Gemälde hervorgehoben, mit den Produkten der neuern französischen Schule kommen sie nicht mehr in Parallele. Mehrere gestehen den Werken dieses Meisters in Vergleich mit den neuern nur mittelmäßigen Verdienst zu, historisch merkwürdig sind sie aber immer, da sich in ihnen ein reineres Streben offen- barte, als bei vielen seiner Zeitgenossen. Namhafte Compositionen sind noch: der Abschied der Polyxena von Hecuba; Astianax den Armen der Mutter entrissen; Venus, die der Diana den Adonis durch List entrückt; der Neid, welcher dem Gerüchte die Flügel ausraufen will; Nebukadnezar, der die Söhne des Sedekias morden lässt; Cleopatra am Grabmale des Antonius; Dagobert I, gibt den Befehl zum Bau der Abtei von St. Denis. Diese Bilder fanden mehr oder weniger Beifall, Lob und Tadel. So liest man

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_AY_rAAAAMAAJ/