Memberger, Philipp, ein ganz vorzüglicher Maler zu Konstanz , starb 1584, doch weiß man nicht in welchem Alter. Über seine Lebensschicksale verbreitet eine Inschrift einiges Licht, welche sich unter seinem von ihm selbst gemalten Bildnis befindet, in dessen Besitz die Erben des ehemaligen Raths und Obervogts, Dominicus Bruder zu Konstanz, sind. Man sieht daraus, dass Memberger einige Zeit lang der Religion wegen im Gefängnisse lag, und erst freigeworden wurde, als die Stadt sich ergeben musste. Über die nähere Veranlassung dieser harten Behandlung des Künstlers gibt die Schrift keinen Aufschluss. Arbeiten des Künstlers, die zum Teil noch vorhanden, sind folgende:
Das Altarblatt im Hauptaltar der Kirche zu St. Stephan,
In der Franziskanerkirche war ehemals von ihm ein großes Holz- gemälde, das Gesicht Ezechiels vorstellend, Bucellin (Iacu_s Boda- mici s. Syo nomine constantiae sacrae et profanae descriptio 1668) sagt: „je mehr man dieses Gemälde betrachtet, desto mehr wird man von der Vortrefflichkeit desselben angezogen.“ Es kam, als Kaiser Joseph II. die Klöster in Konstanz aufgab, nach Meerburg, wo es bis in einem Hofgebäude unter vielen Malereien lie- gen blieb, die dem verstorbenen Fürstbischof Maximilian Christoph gehörten. Der Bischof von Dalberg, selbst ein großer Kunst- freund, hatte dieses Gemälde mehrere Wochen lang in seinem Cabinette stehen. Er hielt es für das Werk eines berühmten hol- ländischen Malers, und konnte die vollständige Anordnung des Ganzen, die vorzügliche Figur des Propheten und das Colorit nicht genug loben. Dieses Bild soll sich jetzt in Carlspuhe befinden,
In der Kapuzinerkirche waren ehemals mehrere Gemälde von Memberger, welche Szenen aus dem Leben des Franz von Assisi vorstellten. Sie sind verschwunden.
Bucellin gibt in seinem Buche an, dass von Memberger mehrere Gemälde für die Jesuitenkirche zu Constanz verfertiget worden seien. Das ist aber ein offenbarer Irrthum, denn die Jesuiten kamen erst im Jahre 1622 nach Constanz, wo Memberger längst todt war, und mit dem Bau ihrer Kirche wurde erst im Jahre 1608 der Anfang gemacht. Memberger muss denn diese Gemälde be- reits in früherer Zeit und für eine andere Bestimmung gemalt ha- ben. S. Kunstblatt von Dr. von Schorn 1830.
Memeglino oder Memelino, Eine Person mit H. Hemling. Die Italitener nennen ihn so, der Lexicograph Ticozzi übergeht den Künstler aber ganz.
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