Meldolla, Andrea

Meldolla, Andrea, Kupferstecher , dessen Lebensverhältnisse unbekannt sind. Man wollte sein Dasein sogar aus der Liste der Künstler streichen, da einige Schriftsteller glaubten, Meldolla sei mit Andrea Schiavoni da Sebenico, der geboren wurde, eine Person. Allein dem ist nicht so; diese Verwechslung kam wohl von dem Beinamen Medola oder Medula des A. Schiavoni her, da wir keinen anderen Grund kennen als dieses. Zani, Material etc. p. 207, versprach das Dunkel zu erhellen. Dieser Schriftsteller wollte mehr als 100 Blätter von ihm gekannt haben, lauter geistreiche Radierungen, die nach seiner Angabe grösstentheils im Geschmacke des Hugo da Carpi, Anton da Trento und Andrea Andreani ausgeführt sein sollen. Es ist dies indessen sonderbar, wie hier Zani den il da Carpi und den A. Andreani nennen konnte, indem diese nur durch Holzschnitte bekannt zu sein scheinen, während Meldolla niemals in Holz geschnitten hat.

Dass Meldolla gelebt und radiert habe, hat seine Richtigkeit, denn drei der Blätter des folgenden Verzeichnisses tragen seinen Namen, darunter auch das Hauptwerk des Künstlers, die Entführung der Helena, No. 81. Andere Blätter sind mit den Buchstaben A. M. bezeichnet; doch sind diese manchmal so malerisch hingeworfen, dass man sie nicht erkennt. Zani war der erste, der darauf aufmerksam machte, und er meinte sogar, dass man es ihm nicht verargen dürfe, wenn ihn desswegen sogar eine Eitelkeit belästige. Er rechnete es sich hoch an, den Kenner auf die Blätter eines Meisters aufmerksam gemacht zu haben, dessen Erzeugnisse früher dem Parmesano beigelegt wurden (S. Francesco Mazzuoli). Diesen Ausspruch nahm Bartsch P. gr. XVI. p. 34 etwas übel, und er sagt daher, dass nur simple Liebhaber, aber kein wahrhafter Kenner in diesen Irrthum verfallen könne. Sachverständige kennen wohl den Unterschied, der zwischen den Blättern Parmegianino’s und jenen des Meldolla obwalte. Hierin hat Zani wieder Recht, aber es ist nicht richtig, wenn er sagt, dass A. Schiavoni nicht in Kupfer gestochen habe, weil Vasari, Pietro Aretino und Biondi, der Freund Schiavoni’s nichts davon sagen. Bartsch kennt zwei Folgen, wo man auf mehreren Blättern den Namen dieses Meisters findet. Was Zani noch von einem Girolamo, einem Sohne des Marquis de Medullis, alias de Mazzalis, einem Maler, der 1552 arbeitete, sagt, und von einem Meldola, der 1500 in Cicognara bei Viadana lebte, ist so unklar, dass man nicht weiss, ob der Sohn des Marquis, oder jener Meldola die Blätter gefertigt, und zwar unter Leitung des Parmesano, der nach seiner Flucht von Casalmaggiore in Viadana malte und starb,

So viel ist gewiss, dass Andrea Schiavoni und Meldolla zwei verschiedene Personen sind, und dass letzterer noch 1547 gearbeitet hat, nach dem Datum des oben erwähnten Blattes zu urteilen. Seine Blätter scheinen fast alle nach Parmesano gefertigt zu sein, und so ganz in dessen Geschmack, dass man staunen muss über die Identifizierung der Ideen, und über ein so frappantes Nachahmungsvermögen;

In den sehr wenigen Blättern von Meldolla’s eigener Erfindung verhält es sich ganz anders. Da ist die Zeichnung nicht mehr so verständig, das Ganze nicht so geschmackvoll; im Gegenteil fehlerhaft und nachlässig.

Die Blätter dieses Künstlers scheinen mit der kalten Nadel und dem Grabstichel ausgeführt zu sein, nach der Meinung des berühmten Bartsch auf Tafeln von Zinn, die keine grosse Anzahl

von Abdrücken geben. Man findet auch äusserst selten gute alte Abdrücke, gewöhnlich sind sie von den retouchirten Platten gezogen, denen Harmonie und Kraft mangelt. Doch auch diese sind sehr selten, Oft haben die Kupferstichhändler die Schatten hineintuschen lassen, um den Blättern ein frischeres Ansehen zu geben.

Zani sagt, dass es von diesem Künstler mehr als hundert Blät- ter gebe, Bartsch aber konnte mit aller Umsicht nicht mehr als 87 finden. Der Rigal’sche Catalog zählt noch drei andere auf, ver- wechselt aber im Ganzen den Meldolla mit Schiavone.

  1. Die Jakobileiter (?). Jakob sitzt links am Baumstamme schla- fend, zu seinen Füssen der Hund, rechts schwebt ein En- gel und berührt den Kopf des Jakob. Die Leiter ist nicht sichtbar, doch aber könnte nach Bartsch das Blatt den Traum Jakob’s vorstellen. H. 5 Z 8 L., Br. 4 Z:

  2. Moses von der Tochter Pharao’s aus dem Nil gerettet. Die Prinzessin steht rechts und betrachtet das Kind, welches eine ihrer Dienerinnen mit der Wiege aus dem Wasser zieht. Sechs andere Frauen blicken ebenfalls auf den Findling, und links erhebt sich ein Baum. Links unten das Zeichen. H. 7 Z. 9 L., Br. 5 Z. 4 L.

  3. Gott erscheint dem Moses im brennenden Busche auf dem Horeb. Moses kniet und blickt auf den zur Rechten lodern- den Busch, um ihn sind die Schafe. In der Ferne zeigt sich die Stadt. H. 4 Z. 8 L., Br. 8 Z.

  4. Moses zeigt dem murrenden Volke die Wachteln, die ihnen Gott geschickt. Rechts steht Moses und links kniet ein Weib mit der Wachtel in der Hand, die Vase zu ihren Füssen. H. 8 Z. 4 L., Br. 6 Z.

  5. Die Verkündigung Mariä. Maria kniet vor einem Betstuhl, auf welchem ein grosses offenes Buch liegt. Sie dreht sich nach dem Engel, der links herabkommt, um ihr das My- sterium der Menschwerdung zu verkünden. Im Grunde ist eine Art Gallerie mit Säulen und einer Balustrade. In der Mitte unten das Zeichen. H. 6 Z., Br. 8 Z. 3 L.

  6. Die Geburt Christi. Maria zur Linken des Blattes reicht dem Kinde in der Krippe die Brust, während fünf Hirten herbeikommen, von welchen einer die Flöte bläst. Links hinter der Jungfrau steht Joseph mit dem Stocke. Im Grunde treten zwei Männer mit der Fackel zur Thüre eines verfal- lenen Gebäudes herein. H. 8 Z., Br. 12 Z.

  7. Die Anbetung der drei Könige. Die heil. Jungfrau, rechts hingeneigt, fährt den Schleier von dem in der Wiege lie- genden Kinde, um es einem der Könige zu zeigen, der links vor ihm hingestreckt ist. Der eine von den beiden an- dern Königen trägt ein Gefäss auf einer grossen Schüssel, und Joseph lehnt sich im Grunde rechts an einen viereckigen Stein. Links sind zwei Reiter aus dem Gefolge des Königs.

  8. Die Magier bringen dem Kinde Geschenke. Maria sitzt links mit dem Heilande auf dem Schoß, und vor ihm beugt sich ein Magier. Ein anderer nimmt das Gefäss aus den Händen eines knienden Dieners, um es dem Kinde zu ge- ben, und ein dritter umarmt im Grunde den Joseph. Rechts im Grunde ist das Gefolge der Könige. H. 8 Z., Br. 8 Z. 2 L.

  9. Die Flucht in Ägypten. Die heil. Jungfrau sitzt mit dem Kinde auf dem Esel, den ein Engel leitet. Joseph zieht hinter dem Esel her. H. 42 Z. 4 L., Br. 3 Z. 2 L.

  10. Die Darstellung im Tempel. Die heil. Jungfrau reicht das Kind dem hohen Priester dar. Rechts vorn trägt ein junger Mensch ein Gefäß mit Feuer, und gegenüber ist ein Weib mit einem Kinde auf der Schulter, und von einem Knaben begleitet, der zwei Tauben trägt. Über dem Priester ist der heil. Geist, und den Grund füllen Männer und Frauen. H. 10 Z. 3 L.? Br. 7 Z. 4 L.? ]

  11. Die Darstellung im Tempel. Der Priester ist links des Tem- pels auf einer erhabenen Stätte beim Altare, umgeben von Maria und andern Frauen, von denen zwei ein Gefäß mit Feuer tragen. Rechts am Fusse der Stiege sind Halbfiguren von Männern und Weibern, und rechts unter diesen zwei junge Frauen, von welchen die eine ein Kind in den Ar- men hält, die andere einen Bündel auf dem Kopfe und eine Wiege unter dem Arme trägt. Mitten im Grunde ist die Thüre des Tempels. Links unten sind die Buchstaben AM und F. P., was bedeutet, dass Meldolla das Blatt nach F. Paolino gestochen habe. H. 7 Z. 8 L.? Br. 10 Z. 8 L.

  12. Die Beschneidung. In Mitte des Blattes steht der hohe Prie- ster und verrichtet am Kinde die Operation. Maria hält es, und zu beiden Seiten sieht man andere Mütter mit ihren Kindern. Rechts im Grunde unter den Säulen schwebt der heil. Geist, links vorn steht eine junge Frau mit ihren Kin- dern, und gegenüber ist ein Krüppel mit einem Kinde und einem Hunde. H. 13 Z., Br. 10 Z.

  13. Die Beschneidung. Die heil. Jungfrau hält das Kind über einen Tisch, und der hohe Priester vollzieht die Beschnei- dung unter Beistand eines Priesters. Gegen den Hin- tergrund rechts sieht man den Kopf des heil. Josephs neben einem andern, rechts vorn steht eine Frau, die Linke auf die Brust gelegt, auf der andern Seite ist ein Greis mit ei- nem Jüngling, beide in halber Figur sichtbar. Links oben ist das Zeichen. Dieses Blatt ist sehr selten, nach Lanzi nicht zu finden. H. 52 Z. 4 L., Br. 32 Z. 2 L. ?

  14. Christus bei einer Stiege, auf welcher zwei Frauen demütig seinen Worten horchen. Einige Stufen höher ste- hen zwei andere, eine streckt nur den Kopf aus der Pforte. Unten an der Stiege rechts vorn sind zwei Jünger in halber Figur, im Gespräche miteinander. Sehr schönes Blatt. H. 7 Z. 9 L., Br. 5 Z. 2 L.

  15. Christus heilet die Lahmen. Rechts im Vorgrunde ist Chri- stus von seinen Jüngern gefolgt, und links sitzen die Armen auf dem Boden. In der Mitte gegen den Grund zu ist eine Gruppe von Menschen, und in der Luft schwebt ein rosar- ter Engel. Über diesen Figuren wölbt sich ein Tempel mit Pforten zu beiden Seiten. Durch die linke schreitet ein Ar- mer. H. 8 Z. 2 L.? Br. 5 Z. 9 L.?

  16. Jesus heilet die Aussätzigen. Drei sind zehn, und Jesus schickt sie geheilt zu den Priestern, um der Reinigung teil-

Meldolla, Andrea.

Haftig zu werden, Christus steht rechts mit den Jüngern, in Mitte des Grundes sieht man eine Pyramide. Zwei Platten: die eine mit Christus und den Jüngern, die andere mit den Geheilten. Rechts unten das Monogramm M A F. Nicht von Bartsch bemerkt. H. 10 Z. 6 L., Br. 14 Z. 0 L.

Die Grablegung Christi, eine Wiederholung derselben Dar- stellung von F. Mazzuoli, No. 5, Meldolla hat einige Ver- änderungen getroffen; im Grunde ist eine Baumgruppe statt

der Felsen des Blattes von Mazzuoli u.s.w. H. 8 Z. 10 L., Br. 6 Z. 5 L.

Die Grablegung, verschieden von der obigen Scene. Einer der Jünger unterstützt den Leichnam, den Magdalena kniend am rechten Arme fasst. Maria liegt ohnmächtig in den Ar- men einer Frau. Links unten bei der Salbenbüchse ist das Zeichen. H. 8 Z. 0 L., Br. 6 Z. 3 L.

Dieses Blatt wurde plump retouchirt, man erkennt dies

aber an der Stelle, wo das Zeichen steht. Der lichte Raum

um dasselbe und das Zeichen selbst sind mit Taillen be-

deckt. N.

Die zweite Retouche wurde noch ungeschickter vorgenom-

men. Abdrücke dieser Art erkennt man an der Vase der

Magdalena. Der Knopf auf dem Deckel fehlt, und das

rechte Knie der Magdalena wurde bis zur Mitte der Vase

verlängert.

Eine andere Darstellung der Grablegung. Die heil. Jung- frau, zur Linken des Blattes, ist der Ohnmacht nahe, und schon neigt sie den Kopf zu einer heil. Frau, die sie in ihren Armen aufzufangen strebt. Links vorn ist ein Salben- gefäss, aus welchem eine kleine Wolke steigt, und im

Hintergrunde erhebt sich ein Felsen. Der Stich ist nachlässig, das Blatt unbedeutend. H. 6 Z. 8 L., Br. 5 Z. 4 L.

  1. Der wunderbare Fischzug, nach Rafael’s Darstellung auf ei- ner der berühmten Tapeten. Die Buchstaben R. V. sind

links unten an einem Steine. Dieses Blatt beweiset, wie sehr Meldolla in die Weise des Parmesano eingedrungen ist; wenn man nicht bestimmt wüsste, dass Rafael die Zeich- nung gefertiget, so müsste man die Darstellung durchaus

dem Parmesano zuschreiben. H. 7 Z. 3 L., Br. 10 Z.

2 L.

Es gibt von diesem Blatte zweierlei Abdrücke; die ersten sind ohne Zeichen, die zweiten haben unten rechts das Monogramm M. A. F., jenem des Marc-Anton ähnlich.

St. Petrus und Johannes heilen den Lahmen an der Pforte des Tempels. Der Lahme kauert links des Blattes, seinen Stock in der Linken. Unten am Sockel des Piedestals ist das Zeichen. H. 8 Z. 5 L., Br. 6 Z. 2 L.

St. Paul prediget zu Athen im Areopag. Er steht rechts, zum Volke sprechend. Im Vorgrunde links bemerkt man einen Mann mit dem Buche unter dem Arme. H. 10 Z. 7 Br. 8 Z.

Die Erscheinung des heil. Geistes. Maria ist in Mitte der Apöstel, über ihnen schwebt der heil. Geist, und ganz oben wird Gott Vater von sieben Engeln getragen. Dieses Blatt scheint von Meldolla’s eigener Erfindung zu seyn; links un- ten steht sein Name. H. 9 Z. 2 L., Br. 5 Z. 10 L.

— 37) Jesus Christus und die 12 Apostel, eine Folge von 14 Blättern. H. 4 Z. 5 L., Br. 2 Z. 3 L.

a) Der Heiland, en face, mit der Siegesfahne und segnend.

b) St. Peter, mit dem Körper nach links gerichtet, mit den Schultern in der Linken, und die Rechte auf die Brust gelegt.

c) St. Andreas, im Profil, hält mit beiden Händen das zu seiner Linken befindliche Kreuz.

a) St. Jacobus major. Dieses Blatt, so wie No. 30, 33, 38 und 36 konnte Bartsch nie schen,

e) St. Johann, im Profil, mit dem Kelch in der Linken und den Adler zu seinen Füssen.

f) St. Philipp, im Profil, etwas nach rechts gewendet, mit gefalteten Händen.

g) St. Bartolomäus,

h) St. Matthäus, im Profil nach rechts gerichtet, mit Buch und Hellebarde,

i) St. Thomas, im Profil nach rechts schreitend, hat das Buch unter dem linken Arm, und in der andern Hand den Stock,

k) St. Jacobus minor.

l) St. Simon, im Profil nach links gewendet, hält mit der rechten Hand die Säge,

m) St. Mathias.

n) St. Paul, mit dem Körper en face, aber den Kopf nach links gerichtet, hält das Schwert in der Rechten, die Spitze nach oben gerichtet,

  1. — 60) Jesus Christus und die 12 Apostel, Folge von 13 Blättern. H. 8 Z. 2 L., Br. 4 2Z. BA v

a) Der Heiland mit der Weltkugel in der Linken, und mit der Rechten segnend.

b) St. Peter mit dem Schlüssel in der Linken, liest in einem rossen Buche,

c) St. Andreas, nach links gerichtet, hält das Kreuz mit bei- den Händen.

d) St. Jacobus major, nach rechts gewendet, mit Buch und Pilgerstab,

e) St. Johannes, fast vom Rücken gesehen, mit Buch und Kelch.

f) St. Philipp, etwas nach links gewendet, hält ein grosses Buch mit der rechten Hand, und hebt mit der andern den Mantel empor,

g) St. Bartolomäus, nach rechts schreitend, mit dem Messer in der Linken und dem Buche unter dem rechten Arme.

h) St. Matthäus, nach rechts schreitend, trägt die Börse in der rechten Hand, und legt die andere auf die Brust,

i) St. Thomas, im Profil, mit Buch und Degen,

k) St. Jacobus minor, en face, mit dem Winkelmaß in der Rechten, hebt mit der linken Hand den Mantel empor.

l) St. Simon, en face, mit der Säge in der Linken, hält mit der andern das Buch an die Hüfte,

m) St. Judas Thaddäus.

n) Er geht nach links, von vorn gesehen, mit den Armen gekreuzten an der Brust: Am Gürtel hängt die Börse,

  1. — 63) Drei Wiederholungen von Blättern der obigen Folge,

a) Der Heiland, Wiederholung von No. 38, mit einigen Veränderungen im Faltenwurfe. Der Erdglobus ist ohne Zodiacus, der im andern Blatte nicht fehlt.

b) St. Andreas, Wiederholung von No. 40, von der Gegen- seite. Der Heilige richtet sich nach rechts, blickt aber nach links. Er hält das Kreuz mit beiden Händen.

c) St. Jacobus major, Wiederholung von No. 41, mit eini- gen Veränderungen. Der Stock des Heiligen hat oben ei- nen Hacken, an welchem ein Band befestigt ist.

  1. Die heil. Jungfrau am Fusse eines Baumes sitzend, hält das Kind in den Armen. Links zu ihren Füßen sitzt Joseph. H. 4 Z.5L., Br. 3 Z. 1 L.

  2. Der Triumph des Christenthums über den Götterdienst. Eine weibliche Gestalt mit dem Kreuze, zu ihren Füssen ein heid- nischer Sklave auf zwei grossen Büchern. Der rechte Rand der Platte ist ungleich beschnitten. H. 6 Z., Br. 3 Z. 2 L.

  3. Die Vermählung der heil. Catharina. Sie kniet links, und das Jesuskind, in den Armen der Maria, die rechts sitzt, steckt ihr den Ring an den Finger. Neben der heil. Jung- frau ist St. Anna, und hinter ihr Joseph; oben ist ein En- gel mit der Krone. H. 6 Z. 4 L., Br. 4 Z. 3 L. Auf dem zweiten Abdrucke steht das Monogramm A, M. Nicht von Bartsch bemerkt.

  4. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Arme steht auf einem Cherubinskopfe, in einem Lichtglanze. H. 17 Z. 1 L., Br. 4 Z. 2 L.

Die heil. Jungfrau von mehreren Heiligen umgeben. Sie sitzt zur Rechten des Blattes unter einem Throne mit dem Kinde auf dem Schoosse. Dieses neigt sich zur Magdalena; hinter dieser steht Johannes mit dem Kelche etc. H. 7 Z. 1 L., Br. 5 Z.4 L.

Die heil. Jungfrau auf dem Throne hält das Kind auf dem Schoosse, welches die Magdalena umarmen will. Diese kniet davor, und dabei ist Johannes mit dem Kelche. Rechts vorn schreibt St. Lucas sein Evangelium. Rechts oben in Hälfte des Blattes ist das Zeichen. H. 7 Z. 4 L., Br. 5 Z.

  1. Die hl. Catharina neben der sitzenden hl. Jungfrau kniend, nimmt das Kind in ihre Arme. Hinter der Maria rechts des Blattes sind Joseph und Elisabeth in Anbetung. H. 8 Z. 5 L., Br. 5 Z. 7 L.

  2. Die heil. Jungfrau am Tische beim offenen Buche sitzend, dreht den Kopf nach dem kleinen Johannes, der ihr eine Frucht zeigt, die der Engel gebracht hat. Im Grunde links sind Joseph und Anna. H. 9 Z. 2 Br. 7 Z. 0 L.

  3. Die heil. Jungfrau legt das Kind in die Wiege, und zwei kniende Jungfrauen beten es an. Hinter einer derselben steht Johannes mit dem Kelche, fast vom Rücken gesehen. Im Grunde rechts spricht Joseph mit einem jungen Men- schen. Am Sessel der heil. Jungfrau unten rechts ist das Zeichen. H. 10 Z. 10 L., Br. 7 Z. 8 L.

  4. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, welches den kleinen Jo- hannes umarmt, in Gegenwart der heil. Anna, die hinter ihrem Sohne kniet. Gegen den Hintergrund zu stehen Jo- seph und Magdalena, rechts sind drei Säulen, und unten ist das Zeichen. H. 11 Z., Br. 7 Z. 6 L.

Nagler’s Künstler - Lex. Bd. IX, 5

  1. Bellona, stehend im Profil und nach rechts gerichtet, mit Schild und Lanze, H.7 Z. 8 L., Br. 4 Z. 3 L.

  2. Dieselbe Göttin, wie sie sich mit dem Schilde deckt. Sie schleudert mit der Linken den Wurfspiess, und zu ihren Füssen sind zwei grosse Bücher. H. 8 Z. 3 L., Br.4 Z. 3 L.

  3. Mars im Harnische, den Schild in der Linken und die Lanze in der andern Hand. H.7 Z. 3 L., Br. 4 Z. 2 L.

  4. Minerva bei den Musen auf dem Parnass. H.8 Z. 6 L., Br. 4 Z. 5 L.

  5. Die heil. Jungfrau windet Kränze aus den Blumen, welche das Jesuskind ihr reicht, als Geschenke eines Engels, der zur Rechten des Blattes steht. Im Grunde bemerkt man Joseph und Elisabeth. H. 12 Z., Br. 8 Z. .

  6. Die Vertreibung des Heliodor aus dem Tempel, nach dem Gemälde Rafael’s im Vatican. Links unten liest man: A. V.

  7. Bellona, im Profil nach rechts gewendet, hält mit der Linken die Aegide und in der andern den Wurfspiess. H. 4 Z. 4 L., Br. 2 Z. 9 L.

  8. Diana, oder eine ihrer Nymphen, vom Rücken gesehen, lässt den Bogen einen Pfeil ab. H. 4 Z. 7 L., Br. 2 Z. 1 L.

  9. Pegasus von einer Muse bekränzt. H. 5 Z. 2 L., Br. 3 Z.

  10. Merkur mit Caduceus und Börse an ein Grabmal gelehnt. Neben ihm ist ein Reiher. Links am Piedestal in halber Höhe des Blattes sieht man das Zeichen. H. 5 Z. 2 L., Br. 3 Z. 3 L.

  11. Herkules sucht dem Centaur Nessus die Dejanira zu entreissen. Dejanira flieht mit ihr nach rechts hin. H. 5 Z. 4 L., Br. 3 Z. 4 L.

  12. Mars an den Baumstamm gelehnt, mit der Rechten auf den Schild gestützt, macht gegen den vor ihm stehenden Amnor mit der linken Hand eine Geberde. H. 6 Z. 6 L., Br. 3 Z. 6 L.

  13. Ganymed stehend mit dem Credenzteller, rechts zu seinen Füssen kauert Hebe mit einer grossen Vase. H. 5 Z. 6 L., Br. 3 Z. 3 L.

  14. Die Entführung der Helena. Paris entführt die Schöne mit Hülfe seiner Troyer. Im Grunde links steigt er vom Pferde, um sich der Helena zu bemächtigen, und in der Luft ist Diana mit einem Manne auf ihrem Wagen in zärtlichem Benehmen. — Am Steine rechts unten liest man: Λονάντωρ bus Gallis lion cecidit M.DXLVI. Excvreenti- bus Gallvm renovabitur; dann folgt das Zeichen, Bartsch glaubt, dass dieses Blatt auf die Liebe Heinrich II. von Frankreich zur Diana von Poitiers anspiele. In zwei

Flächen. H. 14 Z. 8 L., Br. 18 Z. 2 L.

Im ersten Drucke steht die Inschrift Orientibus Gallis ete, auf weissem Grunde, während dieser im zweiten Drucke mit einer einfachen Taille bedeckt ist. Dann wurde später un- ten in der Mitte der Name des Künstlers gesetzt: Andrea Meldolla InVentor.

  1. Die Tugend, ein nacktes, geflügeltes Weib erhebt sich in die Luft, und erfasst mit der Linken einen Mann, um ihn dem Abgrunde des Lasters zu entreissen. H. 4 Z. 7 L., Br. 22 Z. 7 L.

Der Meister F. P. hat dieselbe Darstellung gestochen. Das Blatt Meldolla’s ist von der Gegenseite, der n hat keine Satyrfüsse.

  1. Ein Prophet, stehend, mit der Bandrolle in beiden Händen. H. 4 Z. 9 L., Br. 2 Z. 8 L.

  2. Ein Weib, vom Rücken gesehen, trägt eine Vase auf dem Kopfe; und eine andere mit der linken Hand. H. 6 Z. 2 L., Br. 3 Z. 2 L.

  3. Ein junges nacktes Weib mit fliegenden Haaren, nach rechts schreitend, hält mit der Rechten eine Schüssel empor. Rechts zu ihren Füssen ist ein anderes nacktes Weib, eine grosse Vase hält. Dieses Blatt hält Bartsch für ein gutes aus der ersten Zeit des Künstlers. H. 5 Z. 6 L., Br. 3 Z. 4 L.

  4. Ein junges stehendes Weib, von vorn zu sehen, trägt mit dem rechten Arme einen Korb voll Früchte, und legt die rechte Hand auf ein Buch, welches ein neben ihr stehendes nacktes Kind mit beiden Armen auf dem Kopfe hält. H. 6 Z. 2 Br. 3 Z. 2 L.

  5. Eine junge Frau, im Profil gesehen, schreitet nach rechts, und schreibt mit der linken Hand auf eine Tafel, die sie mit der rechten hält. Das Zeichen ist rechts nach dem Rande hin. H. 6 Z. 2 L., Br. 3 Z. 2 L.

  6. Die Rückkehr des verlornen Sohnes, Composition von fünf Figuren. Unter dem linken Fusse des Sohnes ist das Zei- chen. H. 5 Z. 4 L., Br. 3 Z. 4 L. — Nicht bei Bartsch.

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