Meister zu, im Jahre 1726 fing er aber an, in Prag auf eigene Rechnung zu arbeiten. Er malte in Öl und Fresco Historien und besonders Blumen . In der Decanatkirche zu Beraun ist das Hoch- altarblatt von sein Werk.
Müller starb 1753 als königlicher Hofmaler.
Müller, Franz, Maler von Biberach, ein Künstler unsers Jahr- hunderts, der sich um 1814 auf der Akademie in München bildete. Er bemalte Bildnisse und Genrestücke, ist aber vielleicht noch am
eben. ;
Müller, F. C., Kupferstecher , oder vielleicht Maler, dessen Le- bensverhältnisse wir nicht kennen. Folgendes schöne Blatt ist mit dem obigen Namen bezeichnet: .
Bildnis einer alten Frau (Rembrandt’s Mutter), Copie nach Rembrandt, 8. a ;
Müller, Franz Georg Joseph, ein berühmter Goldschmied zu Augsburg , dessen v. Stetten erwähnt, ohne Zeitbestimmung. Er fertigte außerordentlich kleine Arbeiten von Silber , welche Landschaften, Schäfereien etc. darstellen, in ganz richtigen Verhältnissen.
Müller, Franz Heinrich, Maler von Weimar , besuchte 1814 die Akademie der Künste in München , und lag da etliche Jahre seinen Studien ob. Er widmete sich der Historien- und Bildnismalerei.
Müller, Franz Hubert, Dr., grossherzoglich hessischer Direktor der Galerie und Kunstschule zu Darmstadt , geboren 1784, gest. 1835. Er erblickte in Bonn das Licht der Welt, wo sein Va- ter kurkölnischer Geheimer- und Oberappellationsgerichtsrath war, aber 1797 nach Arnsberg übersiedeln musste. Müller erhielt daher in der nahe bei Arnsberg gelegenen Abtei Wedinghausen seine Schulbildung, seine Universitätsstudien unterbrachen aber 1801 der Tod des Vaters und die gleichzeitig erfolgte Sekularisation des Erzstiftes. Jetzt widmete er sich gänzlich der Malerei, welcher er sich schon früher mit grosser Vorliebe ergeben hatte, aber die Verhältnisse waren seiner Ausbildung sehr ungünstig. Er war ohne Mittel, und um nicht gegen das deutsche Vaterland die Waffen tragen zu müssen, verliess er die Vaterstadt. Auf deutschem Bo- den angelangt, war er einzig und allein auf den Erwerb seiner noch wenig ausgebildeten Fähigkeiten angewiesen; dies in einer Zeit, wo selbst dem besten Künstler die Verhältnisse ungünstig waren. Müller hatte in Beziehung auf seine Kunst manchen Irr- weg zu durchlaufen, und viel zu kämpfen, bis er endlich 1807 vom Fürsten von Waldeck zum Hofmaler ernannt wurde, mit der Erlaubnis, seinen Wohnsitz in Cassel nehmen zu dürfen, wo er an dem glänzenden Hofe des Königs Jerome bis zu dessen Auflö- sung 1814 viele Beschäftigung fand. Im Begriffe, seinen Wohn- sitz nach Hannover zu verlegen, wurde er mit verschiedenen russischen Prinzen und Generälen bekannt, welche ihm viele lucrative Arbeiten verschafften, was ihn bewog, selbst nach Russland zu gehen, und schon war der Künstler Willens, auch seine Familie dahin zu verpflanzen, als die Wiedererhebung Deutschlands auch ihn selbst dem Vaterlande wieder zurückgab. Jetzt liess er sich in Frankfurt a. M. nieder, und von hier aus berief ihn 1817
Müller, Franz Hubert, Dr.
Grossherzog Ludwig I. von Hessen als Gallerieinspektor nach Darm- stadt, um die Auslicht und Einrichtung der grossherzoglichen Gal- lerie zu übernehmen. Müller rechtfertigte das Vertrauen seines kunstliebenden Fürsten in hohem Grade, und neben dem, dass er mit Sachkenntniss einen Catalog anfertigte, restaurirte und reinigte er auch mehrere klassische Gemälde meisterhaft. Zugleich gründete er eine Zeichenschule, die bald zahlreich besucht wurde. Im Jahre 1819 wurde ihm auch der Zeichnungsunterricht am Gymnasium übertragen; und 1823 ertheilte ihm der Grossherzog als Anerken- nung seiner Verdienste den Charakter eines Gallerie-Directors. Bei Herausgabe seines Werkes über die St. Catharinenkirche in Oppen- heim ertheilte ihn 1824 die philosophische Facultät zum Doctor.
Früher hatte Müller sich vorzugsweise mit Portraitenmalen be- schäftiget; das Studium der mittelalterlichen Kunst überhaupt und namentlich der Architektur, welches er während seines Aufenthal- tes in Darmstadt mit dem glänzendsten Erfolge betrieb, gab ihm eine andere Richtung; er malte weniger und nur vorzugsweise hi- storische Bilder, in welchen das ideale Streben, welches die alte Kunst in ihm erregt hatte, nicht zu verkennen ist. Das grösste sei- ner Bilder ist eine Dreifaltigkeit, welche er für die Kirche zu Ahr- weiler malte, wo sein Vater geboren wurde, und wo er selbst während der Schulferien die glücklichsten Tage verlebte. Zwei an- dere Altarbilder von seiner Hand, St. Paulus und Maria, zieren die katholische Kirche zu Offenbach. Dann beseelte ihn das eifrigste Streben, durch Unterricht zu nützen. Er war ein Anhänger der Schmid’schen Zeichnungsmethode, ohne desswegen alles gut zu heißen, was von Schmid kam, und darin lag die Quelle mancher Unannehmlichkeiten, die ihm seine Gegner bereiteten. Zur wei- teren Verbreitung seiner Ansichten, und in der Hoffnung, dieser Methode dadurch die Anerkennung zu verschaffen, schrieb er: „Erster Unterricht im Zeichnen, besonders wichtig für El- tern, Erzieher und Lehrer von Volks- und Realschulen. Darmstadt 1830“. Ferner: „Das freie Zeichnen nach Kör- pern und natürlichen Gegenständen, nach den reinsten und einfachsten Grundsätzen bearbeitet u. s. w. Darmstadt 1832“. Sein Studium der mittelalterlichen Baukunst hatte einen wesentli- chen Einfluss auf sein artistisches Streben, und sie war auch die Veranlassung, dass er, um die architektonischen Risse zu verferti- gen, sich mehr mit der geometrischen Zeichnung und mit der Per- spective beschäftigte. Er erkannte theils das Schwierige, theils das Mangelhafte der hierüber bestehenden Werke, und um dem Man- gel abzuhelfen schrieb er: „Die geometrische Zeichnungslehre, besonders geeignet für Schulen, für Künstler und höhere Handwerker etc. Darmstadt 1832.“ Ein angefangenes ähnliches Werkchen über Perspektive und Schattenlehre blieb unvollendet.
Mit Begeisterung erfüllten ihn die ehrwürdigen Baudenkmäler mit- telalterlicher Kunst. Der Gegenstand seiner näheren Untersuchung wurde zuerst die St. Catharinenkirche zu Oppenheim am Rhein, ein in edelsten Stile der deutschen Kunst erbauter Dom. Mit unermüdlichem Eifer nahm Müller diese Kirche bis ins kleinste Detail auf, und das endliche Resultat jahrelanger Arbeit war das von ihm herausgegebene Werk: „Die St. Catharinenkirche zu Oppenheim, ein Denkmal deutscher Kirchenbaukunst im 13ten Jahrhunderte, geometrisch und perspectivisch darge- stellt und mit erläuterndem Text begleitet.“
Das Werk enthält 40 Blätter im größten Formate. Sämmtliche Platten sind entweder von seiner Hand oder unter seiner Leitung von sei- nen Schülern ausgeführt worden. Die ausgezeichnetsten Blätter sind acht perspectivische Ansichten, die er selbst in Aquatinta aus- führte, und acht grosse illuminirte Blätter, welche die mit herrlichsten Glasmalereien verzierten Fenster darstellen. Seine Gattin unterzog sich mehrere Jahre der mühsamen Arbeit, die Fen- ster zu coloriren. Unmöglich wäre es gewesen, dieses Werk er- scheinen zu lassen, wenn Müller dasselbe nicht fast ganz allein vollendet hätte. Es kostete im Subscriptionspreis 200 fl. ;
Bald nach Vollendung dieses grossartigen Unternehmens begann Dr. Müller die Herausgabe seiner „Beiträge zur deutschen Kunst- und Geschichtskunde durch Kunstdenkmale, mit vorzüglicher Berücksichtigung des Mittelalters, in vierteljährlichen Heften mit theilweise illuminirten Abbildungen und einem beschreibenden und erläuternden Texte.“ Kleinere Baudenk- male, Grabmonumente, alte Miniaturen u. s. w. sind die Gegen- stände, welche in diesen Beiträgen gegeben wurden. Zwei Jahr- gänge und das erste Heft des dritten waren vollendet, als die Fort- setzung des Werkes durch den zu frühen Tod des Künstlers abge- brochen wurde.
Dann ist noch zu bemerken, dass die Glasmalereien in der bi- schöflichen Hauskapelle und im geistlichen Chore des Domes zu Mainz nach den von ihm entworfenen Cartons ausgelüftet worden sind. Eine ausführliche Biographie des Künstlers ist im neuen Nekrolog der Deutschen, 13ter Jahrg. 1835 Nro 100.
Müller, Franz Ludwig, Lithograph von Gros-Almsleben, wurde 1812 geboren. Er besuchte 1823 die Akademie der Künste in München.
Müller, Friedrich, Maler, Radierer und Dichter, gewöhnlich Ma- ler Müller genannt, geboren zu Creuznach 1750, gestorben zu Rom 1825. Dieser oft verkannte und missverstandene Künstler hatte in seiner frühen Jugend nicht die glücklichsten Tage, aber schon frühe erwachte in ihm der Trieb zur bildenden Kunst und zu den schönen Wissenschaften. Um 1770 wurde er als Malerge- selle aus dem Zweibrückischen nach Mannheim verpflanzt, wo er lange in Diensten des Herzogs Christian von Pfalz-Zweibrücken stand, und so gut als möglich an seiner Ausbildung arbeitete. Klassischen Unterricht fand er nach dem damaligen Stande der Wissen- schaften nicht, obgleich es in Mannheim gebildete und talent- volle Männer gab, die sich seiner annahmen, wie Dahlberg, Otto von Gemmingen, Lamey, Schwan u. a. Damals spuckte der Geist der Ritterromantik, Ritter Fust von Stromberg, die Agnes Bernauerin, die Torringer waren bereits zu Lieblingen des Volkes geworden, und unter solchen Umständen fand sich daher auch Mül- ler’s Genius frühe zum Produziren getrieben. „Adams erstes Erwa- chen“ und ein Bruchstück von einem Faust, welchen der 70jährige Greis vollendete, waren die ersten poetischen Ergiessungen des Malers Müller. Dieser Faust wurde viel früher ersonnen, als Klin- ger den seinigen dichtete, und gleichzeitig arbeitete Göthe an sei- nem viel commentirten und illustrirten Faust. Endlich kam die Zeit, in welcher Müller Mannheim verliess, um es nie mehr zu betreten. Der Churfürst Karl Theodor von der Pfalz liess ihn 1778 nach Rom reisen, um daselbst seine Ausbildung zu vollenden. Jetzt
‚, wurde Müller ganz Italiener, und Angesichts der grossen Werke eines Ratael, Michel Angelo u. a. wollte Müller ebenfalls zum Hi- storienmaler werden, er, der früher mit viel mehr Gefühl ländli- che Gegenstände gemalt und radirt hatte. In mehreren seiner Ge- mälde spielen Teufel die Hauptrolle und vor einer Reihe von Jah- ren erkannte das ganze römische Publikum in einem Teufel, den der geniale Künstler erfand, einen damals in Rom lebenden Car- dinal. Die Ursache dieses Spottes scheint jetzt nicht mehr bekannt zu sein, so viel ist aber gewiss, dass der Maler Müller sich oft von Leidenschaftlichkeit hınreissen liess, dass seine Satyre in Wort und Bild beissend war. Ueber das Leben und Treiben der damals in Rom lebenden Künstler liess er sich in deutschen Zeitschriften öfters scharf aus. Namentlich wurde sein Ausfall gegen Carstens in den Horen III. IV. 1706 als leidenschaftlich getadelt. Mit mehr Grund verfuhr er im Schreiben über Kotzebue’s Reise nach Nea- pel und Rom., Mannheim 1806. Er wurde indessen seiner Male- reien wegen ebenfalls hier und da sehr mitgenommen. So sagte Gessner, Müller hätte mit seiner Schweinsmalerei sein Glück besser ge- macht, als er jetzt (1787) mit seinen historischen Carrikaturen im- mer thun wird. Dagegen liess ihm 1824 das Kunstblatt volles Recht angedeihen. Da heisst es, der Künstler habe sich schon lange vor
. Carstens durch reiche Fülle der Phantasie ausgezeichnet; dieselbe,
poetische Trunkenheit und Lebenslust, jenes pindarische überströ-
‚ mende Feuer, das in seinen Gedichten herrscht, mit genialer Kraft das Erhabenste umfasst, mit feinem Sinn das Lieblichste, das Zar- teste in blühender Dichtung erhebt, athme auch aus seinen Kunst- erzeugnissen; — allein in einer Zeit, in der eine völlige Charak- terlosigkeit und Unbedeutenheit die Kunst entnervte, set er weder verstanden, noch nach Verdienst gewürdiget worden. Müller’s Amor mit Tauben in einer Rosenlaube; ein grosses Gemälde mit Jason hätten sich vergebens als Beispiel von kräftiger Färbung und Run-
‚ duog und von reiner Zeichnung gezeigt. Das Grossartige dersel- ben habe man nicht begriffen. Seine Hölle, zu welcher Uer Künst-
‚ ‚Jer verschiedene Studien gemacht, sei ganz vortrefflich und einzig
in der Idee, alle Schrecken des Reichs der Verdammten seien aufs ‚trefendste durch die innere Zwietracht ausgedrückt, mit welcher ‚sich in _ demselben alle Elemente in chaotischer Wildheit bekäm- ‚ pfen. Ein, anderes seiner Gemälde stellt Ulysses vor, wie er das ‚ Schattenbild des Ajax emporruft. An diesem Gemälde malte Mül- er viele Jahre, er erntete aber wenig Dank. Dieses war vielleicht die Ursache, dass er zuletzt lieber Fremde mit den Kunstschätzen Roms bekannt machte, und durch beissende Artikel seinem Groll Luft machte. Er dichtete auch seine Grabschrift, die treffend sei-
_ nen Charakter bezeichnet:
Wenig Bekannt und wenig geschätzt, hab’ ich beim Wirken Nach dem Wahren gestrebt, und mein höchster Genuss War die Erkenntniss des Schönen — ich. habe gelebt! — Dass Fortuna nie mich geliebt, verzeih’ ich ihr gern,
Das Bildniss des Künstlers ist in C. Vogel’s Portraitensammlung, von letzterem 1816 gezeichnet.
Grössere Anerkennung fand noch der Dichter Müller, indem meh- rere seiner Produkte vortrefflich zu nennen sind, besonders die Niobe, Faust's Leben und Genofeva. Die vollständige Ausgabe seiner Werke und Dichtungen erschien 1811 zu Heidelberg bei Mohr in drei Bänden.
Wir haben von diesem Künstler auch eine Anzahl schön und geistreich radirter Blätter:
Das Bildnis des Johannes Fust, Erfinders der Buchdruckerkunst, 8. C.
Amor auf der Schalmei blasend, 12.
Niobe mit zweien ihrer Kinder, Halbfiguren, mit F. M. bezeichnet, 12.
Ein Krieger bei einer ohnmächtigen Frau, 12.
Der Knabe mit dem Satyr, 12.
Der Hirte, welcher ein Schaf scheert, 12.
Drei Juden in Unterredung, Halbfiguren, eines der geistreichsten Blätter des Künstlers, links unten das Zeichen. H. SZ.2L..BI'.2Z.QL. -
8 — 10) Zwei Blätter Bacchanale, geistreich componirt. Fr. Müller fec., qu. fol. Sehr selten.
Die wandernden Musikanten mit tanzenden Affen und Hunden vor dem Wirthshause. 1775. F. Müller inv. fec. C. A. Grossmann exe. A. V. Nro. 4. H.8 Z.3L., Br. 6 Z. 4 L. Die ersten Abdrücke sind vor der Numer und vor der Adresse.
Der Bänkelsänger in landschaftlicher Umgebung, ebenso bezeichnet: 1768. - H. 6 Z. 6 L., Br. 7 Z. 0 L. Die ersten seltenen Abdrücke sind in hellem Tone vor der Ueberätzung, ohne Namen und Jahrzahl.
Der in einer Landschaft sitzende Bauer, der Hund wälzt sich daneben. Dabei stehen ein Pferd und ein Esel, jedes der beiden Thiere bepackt. Links unten Friderich Müller fecit 1768. H. 6 Z. 6 L., Br. 7 Z. 9 L. Leicht radirt, im Geschmacke Verschuring’s.
Wiestheile, der Hirtenjunge zwei Kühe, zwei Ziegen und ein Schaf hütend, zwei Compositionen. Am Rande einer jeden steht: Friederich Müller f. a Mannheim anno 1775. Links oben Nro. 31, rechts 1. 2. H. 6 Z.5L., Br. 8 Z. 6 L.
Der neben seinen Schafen schlafende Hirte, im Vorgrunde zwei Kinder im Grase. Links an einem Felsen ist die Jahrzahl 1771 und die Dedication an Ferdinand Kobell.
Der Hirtenjunge neben der Schaafherde liegend liebkoset ein Lamm. Rechts entfernter ist ein Hügel und grosse Kräuter, links unten Frid. Müller fecit 1771. H.6Z.4L., Br.8Z.
Eine waldige Gegend mit einem liegenden Hirten. 1708. H. 5 Z. 10 L., Br. 7 Z. 2 L.
Landschaft mit Wasserfällen, ruhenden Eseln und Treiber. 1770 gr. 4&
Ein ruhender Stier, Friedrich Müller f. a Mannheim 1775.
Eine ruhende Kuh, ebenso bezeichnet.
Drei Köpfe von Schafen. Unten der Kopf eines Lamms und über diesem zwei Köpfe von Schafen im Profil nach rechts. Mit F. M. bezeichnet. H. 1ı Z. 8 L., Br. 8} L. Sehr selten.
— 26) Eine Folge von Böcken und ZiPä€fl‚ rechts oben 1-—=6 numerirt, und bezeichnet: Fritz Müller fecit 1708. An der Terrasse ist die Adresse von Hess’ und Kobell. H. 3 Z. bis 3 Z. 1 L., Br. 4‘ Z. 6 L. bis 7 Z.
— 32) Eine Folge von Schweinen mit ihrem Hirten in sehr natürlichen Gruppen. Oben: Friedrich Müller fec. 1768. Mit der Adresse von Huet in Paris und von Kobel in Mannheim. Schön radirte Blätter, gr. 8.
Müller, Friedrich, Maler, wurde 1795 in Jena geboren, und un-
ter ungünstigen Verhältnissen verfloss ihm seine Lehrzeit. Er wid- mete sich in Jena frühzeitig der Porzellanmalerei, erhielt aber erst nach überstandener Lehrzeit in Hanau einen ziemlichen Grad von Ausbildung; und in der Porzellanmanufaktur des Thüringerwaldes erwarb er sich dann so viel, um in Berlin seiner weiteren Ausbil- dung obliegen zu können. In kurzer Zeit zählte man ihn da zu den ausgezeichnetsten Porzellanmalern, und selbst der König er- kaufte eines seiner Vasengemälde um eine bedeutende Summe. Nach einiger Zeit associierte er sich mit dem Porzellanmaler Schmidt in Coburg, wodurch das von jenem geleitete Institut an Kunst und Zöglingen gewann; allein Müller selbst sah seine Gesundheit von Tag zu Tag schwinden, so dass er endlich 1831 das Geschäft in Coburg aufgab. Jetzt erwachte der Wunsch in ihm, in Italien sich der Ölmalerei zu widmen, und er realisierte sein Vorhaben um so lieber, da ihm die Hoffnung blieb, in Italien seine Gesund- heit herzustellen. Er reiste im bezeichneten Jahre ab, und wie bedeutend die Fortschritte in einer ihm neuen Weise wa- ren, beweist das nach dem Leben gemalte Bild einer Römerin, das unter dem Namen Fortunata in den Besitz des Großherzogs von Weimar überging. Für den Herzog von Coburg malte er in Rom eine Kopie des Rafaelischen Geigers, und auch eine Kopie der Fortunata erhielt dieser Fürst. Seine Gesundheitsumstände wa- ren inessen nicht erfreulicher geworden und nach langem Leiden starb er endlich 1834 in Coburg.
Hüller, Friedrich oder Johann Friedrich, Kupferstecher
von Weimar, Sohn des Professors Joh. Christ. Ernst, der jüngere genannt, ein Künstler unsers Jahrhunderts. Es gibt mehrere schöne Blätter von seiner Hand, deren wir folgende erwähnt fanden:
- Das Bildnis des Johannes Huss, 4.
- Brustbild des Herzogs Max. Jul. von Braunschweig-Lüne- burg, 4.
- Friedrich Schiller, Halbfigur, den Kopf auf die rechte Hand gestützt, nach A. Graff, gr. fol.
- Büste von F. G. Klopstock, nach G. Hardorff, 4.
- J. F. C. Löffler, Halbfigur, nach Amalie Löffler, 4.
- Friedrich Wilhelm, Herzog v. Braunschweig, nach Schmidt, 4.
- Das Bildnis von Rafael Sanzio da Urbino, nach dessen Ori- ginalbilde in der Gallerie zu Florenz. Mit Dedication an den Staatsminister H. von Lindenau 1834, 4. Im ersten Drucke vor der Schrift (einige auf Seidenpapier), dann mit unausgefüllter Schrift, mit voller Schrift.
- Martin Luther, nach Cranach’s Bild von 1521, mit der Schrift:
Da stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen!
Ein schöner Stahlstich von 1838, gr. fol. Im ersten Drucke vor obiger Schrift; bloss mit dem Namen des Künstlers, 4 Thl.; mit offener Schrift 2 Thl.; mit voller Schrift, 1 Th. 12 Gr.
Müller, Friedrich, Maler von Cassel, Sohn des berühmten Profes- sors Friedrich Wilhelm Müller, wurde 1811 geboren, und von sei- nem Vater in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet. Im Jahre 1832 begab er sich, nach München, um an der Akademie daselbst seine Studien fortzusetzen, und nach einer mehrjährigen Übung
begab er sich 1837 wieder nach Cassel zurück, wo er gegenwärtig . seiner Kunst obliegt. Er malt Landschaften, Sa
Müller, Friedrich Wilhelm, Stecher der berühmten Madonna di S. Sisto, s, Christian Friedrich Müller. 4
Müller, Friedrich Dominicus Nicolaus, Bildhauer und Mo- delleur zu Berlin, ist seit 1832 akademischer Künstler daselbst. Man hat von ihm verschiedene Modelle in Gyps, Büsten über lebende Personen, verschiedene über die Natur geformte Blätter ı 8. w.
Müller, F. M. S., Kupferstecher, dessen Lebensverhältnisse wir nicht kennen; glauben aber, dass er im ersten Decennium unsers Jahrhun- derts gearbeitet habe. Folgendes Blatt ist in den Curiositäten I. B. IV. Stück von 1814.: ; _
Der grosse St. Christoph, nach A. Dürer’s Bild von 1511 co- riert, von der Originalseite, ohne Dürer’s Jahrzahl. F. M. üller fec. H. 5 Z., Br. 5 Z. 3 L, '
Müller, Friedrich Wilhelm, Maler zu Cassel, ein berühmter Künstler, wurde um 1786 geboren, und seine Bildungsgeschichte fällt in jene Zeit, in welcher dem Künstler vor allen in Paris die reichsten Kunstschätze zum Studium sich boten. Während des Kaiser- reichs zogen daher die Kunstjünger nach Paris, und so hielt sich auch Müller daselbst einige Zeit auf. Er fühlte sich besonders von den Werken der älteren Meister angezogen, so wie denn über- haupt die Vollendung dieses Künstlers in die letzte Zeit der ho- hen, wahren Begeisterung für ältere Kunst fällt. Eines seiner vor- züglichsten Gemälde, welches er in Rom malte, die heilige Elisa- beth von Thüringen, theilt noch die Vorzüge jener Epoche. Die- ses Bild, das Product eines noch jungen Künstlers, ist in dem Werke: Monuments de l’histoire de Sainte Elisabeth de Hongrie Duchesse de Thuringe, d’après Th. Gaddi, A. Orgagna, A. da Fie- sole, S. Botticelli, L. de Leyde, F. Overbeck, F. Müller, H. Schwan- thaler etc. et divers bas-reliefs, statues etc. recueillies par le Comte de Montalembert. Paris 1838, gr. fol., abgebildet. Später malte Müller in Rom Jakob und Rahel, und der entschiedene Beifall, welchen dieses Bild auch in landschaftlicher Hinsicht erhielt, be- stärkte seine Vorliebe zu jener romantischen Verbindung des Histo- rischen mit dem Landschaftlichen auf das lebhafteste. Es machte dieselbe von nun an den fortwährenden Gegenstand seines Studiums aus. Im Jahre 1827 folgte er dem Rufe seines Fürsten nach Cos- sel, um im fürstlichen Residenzschlosse Arbeiten von sehr bedeu- tendem Umfange zu übernehmen. Müller machte viele Skizzen und Entwürfe; allein der ursprüngliche Auftrag kam nicht zur Ausfüh- rung, und so kehrte er nach einem dreijährigen Aufenthalte in Cas- sel wieder nach Rom zurück. Während dieses zweiten Aufenthaltes in Rom malte er die Hirten, welche das Jesuskind in der Krippe anbeten, und die italienische Hochzeit, seine allbeliebte historisch landschaftliche Composition. Hierauf kehrte er wieder nach Cassel zurück, wo ihm jetzt die Professur der Malerei an der Akademie der Künste übertragen wurde. Seit dieser Zeit lebte Müller in Cas- sel, und fertigte mehrere kleine Bilder, theils für die Churfürstin, theils für den französischen Gesandten und für andere Kunstlieb- haber. Der französische Gesandte erwarb einige der besten Bilder des Künstlers: die heilige Elisabeth, eine veränderte Wiederholung von Jakob und Rahel, die italienische Hochzeit und einen St. Hubertus,
Im Jahre 1833 sah man auf der Berliner Kunstausstellung wieder eine Darstellung von Jakob und Rahel am Brunnen. Das Bild von Jakob und Rahel, im Besitze der Gräfin von Schaumburg, hat Bodmer 1836 für den kurhessischen Kunstverein lithographirt.
Müller, Gabriel, Maler, wurde 1688 zu Ansbach geboren, und zu Wien von J. Kupetzky unterrichtet. Er malte gewöhnlich die Dra- mrien der Bildnisse seines Meisters, weshalb er der Kupetzky- müller genannt wurde. Zuletzt zog er mit dem Meister nach Nürn- berg, wo er starb. Einige seiner Bildnisse wurden gestochen.
Müller, Georg, Maler in Zürich; war 1618 Schüler von C. Meyer, arbeitete dann einige Zeit in Dresden, und starb zu Zürich 1784. Müller malte Landschaften mit Thieren, und dann hat er auch ei- nige Blätter mit Thieren geätzt.
Müller, Georg, Glasmaler, s. Jakob Müller.
Müller, Georg Friedrich, Maler von Nürnberg, wurde 1810 ge- boren, und den ersten Unterricht erhielt er in der Kunstschule seiner Vaterstadt. Im Jahre 1837 besuchte er die Akademie in München.
Müller, Gerrit, Kunstliebhaber zu Amsterdam, muss auch unter den Landschaftsmalern unsers Jahrhunderts mit Ehren genannt werden. Er besitzt eine kostbare Sammlung von Handzeichnungen.
Müller, Gottfried, wahrscheinlich nur Kunstverleger und nicht selbst Kupferstecher. Auf einer Copie von J. Saenredam’s Stich des Bundes der Venus mit Ceres und Bachus steht: Abraham Blom, inv. Godf. Müller exc. Hübsches Blatt, gr. 4. Auch eine Copie von Marc-Anton’s Blatt mit Venus in einer Nische neben Amor schlafend, ist eben so bezeichnet, gr. 3.
Müller, Gottfried, Maler zu Dresden, der um 1698 blühte. Er malte für Kirchen.
Müller, Gottlieb Friedrich Ehrenreich, Kupferstecher, wurde 1776 zu Leipzig geboren, und hier übte er auch seine Kunst. Er stach besonders Platten zu gelehrten Werken.
Müller, Gustav Adolph, Zeichner und Kupferstecher, wurde um 1700 zu Wien oder in Augsburg geboren, in der ersten Stadt gründete er aber seinen Ruf. Er wurde k. k. Hofkupferstecher, und arbeitete daselbst schon 1727. Das Todesjahr des Künstlers ist un- bekannt. Er wird auch manchmal Georg Andreas genannt, auf allen folgenden Blättern steht aber nur der Name G. A. Müller. Er stach schön in schwarzer Manier, und radirte nicht minder; seine geätzten Blätter sind aber selten. An
- Decius Mus besteigt das Pferd, um in die Schlacht zu eilen, nachdem er den Lictoren befohlen, sich nach dem Consul Manlius zurückzuziehen. G. A. Müller, etc. sc. 1750, 8 F 10y, qu. ff. fol. V L a V R
- Decius in der Schlacht verwundet stürzt vom Pferde; sehr wuchtige Composition, G. A. Müller sc. 1762, 2 S« £F. TOY. u. fol. Die beiden Blätter sind nach Rubens berühmte Gemälde der Geschichte des römischen Feldheren Publius Decius Mus, in der fürstlich Lichtenstein’schen Galerie zu Wien
Nagler’s Künstler-Lex. IX. Bd. 36
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