Meister, Simon, Maler von Coblenz , wurde um 1803 geboren, und von Natur mit einem reichen Kunsttalente begabt. Dieses gab sich ohne allen Unterricht in kurzer Zeit kund, und so bedeutende Anlagen zogen die Aufmerksamkeit patriotischer Kunstfreunde auf sich, die ihm jetzt die Mittel verschaften, Paris zu besuchen. Er hatte da bereits mehrere Bilder ausgeführt: Bildnisse, beson- ders zu Pferde, Genre-, Pferd- und Schlachtstücke, als er nach Paris sich begab, um unter Horace Vernet seine Studien fortzusetzen. Der talentvolle Schüler gewann unter diesem Meister aus- serordentlich viel, indem dessen kecke, kühne Art ganz auf ihn übergegangen ist. Graf A. Raczinsky spricht sich in seinem Pracht- werke: Geschichte der neuern deutschen Kunst I. 275, mit großem Lobe über diesen Künstler aus, und er nennt ihn als denjenigen, der unter den jetzt in Cöln lebenden Künstlern zuerst genannt werden muss. Auch im Kunstblatte von Dr. v. Schorn wird Meister bei mehreren Gelegenheiten gerühmt; 1836 seiner Tierstücke wegen, da sich dieselben durch Kraft, Lebendigkeit und Wahrheit auszeichnen. Im Gartensaale der großen General-Commandatur zu Cöln ist eine große Löwenjagd von seiner Hand gemalt, ein Bild, welches 1830 an seine Stelle kam. Ausser den Tierstücken hat man von S. Meister auch noch Darstellungen aus der Ge- schichte des Mittelalters und der neuern Zeit, besonders treffliche Schlachtcompositionen, die mit Genialität, Kühnheit und Sicherheit behandelt sind. Unter den großen nennt Graf v. Raczinsky einige Scenen aus dem letzten Kampfe der Griechen und Türken, das Gemälde mit Albrecht Achilles im Kampfe vor Nürnberg, jetzt im Cadetenhause zu Berlin, voll Kraft, Feuer und Leben; den Tod Adolph’s von Nassau; Kosziusko’s Gefangennehmung; Napoleon und seine Generäle etc.; das lebensgroße Bild des Kronprin- zen von Preussen von der Parade zurückkehrend. Auf der Berli- ner Kunstausstellung von 1853 sah man eine Darstellung des letz- ten Momentes der Schlacht bei Ligny, wie der Feldmarschall Blücher gerettet wird. An diese Bilder, deren noch mehrere zu erwähnen wären, reihen sich die Bildnisse, die sich durch wahre künstlerische Auffassung der Ähnlichkeit und durch lebendige Wärme des Colorites auszeichnen. Seine Ausführung ist nicht im- mer zart, doch hat Meister auch in mehreren Bildern bewiesen, dass er wohl ausführen kann.
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