Meister, C. T.

Meister, C. T., der, mit dem Zeichen des heil. Antonius (le maitre au signe de St. Antoine), ein unbekannter Formschneider und Kupferstecher , der aber zuweilen Cornelis Antoniszoon, Teunissen, irrigerweise Herissen und auch Hemsen genannt wird. Wir haben schon im ersten Bande unter Cornelius Antoniszoon von diesem Künstler gesprochen, denn Teunissen bedeutet im Cölnischen Dialekt so viel als Antonchen, und dann heisst Teunissen auch Sohn des Anton, so wie sich der Künstler selbst Antoniussohn (Antoniszoon, Antonisze) genannt hat. Dieser Vater Anton soll Anton von Worms gewesen seyn, wie Sotzwann (über des Anton-

Cornelis Teunissen;egt fnan ein Mo- nogramm bei, welches das zwischen den Buchstaben C T stehende : Zeichen des heil. Antonius vorstellt, und somit wäre der Nameo Teunissen begründeter, und das Zeichen mit dem Kreuze deutete auf den Vater Anton.

Bartsch, P. gr. IX. p. 152, beschreibt vier Holzschnitte mit dem C T und dem Zeichen, die No. 1 — 4, wir fügen aber nach R., Weigel und Brulliot noch andere bei. Letzterer fand zwei Kupfer- stiche mit diesem Zeichen; das Bildniss Carl Y. von 1584

Holzschnitte:

  1. Das Abendmahl des Herrn, links unten das Zeichen. Aus zwei Blättern bestehend. H. 11 Z. 6 L., Br. 20 Z. 10 L. Es gibt Abdrücke in Helldunkel von zwei Platten,

  2. Mutius Scävola hält die linke Hand in das Feuerbecken, Rechts oben das Zeichen und die Jahrzahl 4536. H.20 Z., Br. 13 Z. 10 L. ;

  3. Eine junge geflügelte Frau auf einer Schlange stehend. Sie hat eine Königskrone auf dem Haupte, dann eine Lourbeer- krone, und auch eine Sternenkrone umgibt ihren Kopf. In der Rechten hält sie ein Scepter in Form eines Kreuzes, und in der andern ein flammendes Herz. Im Grunde ist eine Stadt, links unten an einem Steine das Zeichen. H. 8 Z. 10 L., Br. 6 Z. 2 L.

  4. Allegorie auf die Schnelligkeit der Zeit; der Tod zeigt links einem alten Manne die Worte: Nascendo morimur. Vor der Halbfigur des Mannes ist cein Kind mit dem Schwerte, und unten liest man: Velocitas temporum. Rechts steht im of- fenen Buche: Cognitio dei et naturae rationalis etc. Nach oben rechts das Zeichen und die Jahrzahl 17537. H. 16 Z. 5 L., Br. 12 Z.4L. .

  5. Der Triumph des Esels, in vier Blättern, das zweite mit ?em Zeichen und der Jahrzahl 1544. H. 6 Z. 3L., Br. 4 Z.

  6. Ein allegorisches, geflügeltes Weib, mit der Aufschrift,

Diligentia‚ fol. Von R. Weigel zum erstenmal erwähnt; Kostet in seinem reichen Verlage 1 Thlr. 12 gr. 7) Ein allegorisches, reich geschmücktes Weib, eine Perle in

der Linken haltend, mit der Aufschrift: Bycdon‚ fol. Dieses Blatt erwähnt ebenfalls Weigel zuerst, und werthet selbes auf 1 Thlr. 12 gr. -

  1. Die Ansicht der Stadt Amsterdam, in 12 grossen Blättern, von Sotzmann diesem Meister vindicirt. Dieses Werk trägt das gewöhnliche Zeichen Teunissen’s. Die Blätter erschienen 1544, sie sind schön, aber selten. Der Künstler hat sie

dem Kaiser Karl V. zugeeignet,

  1. Salomon’s Urtheil, nach Franz Floris, ein schönes Hell- dunkel, welches mit CAT bezeichnet seyn soll, wie Heller (Gesch. d. Holzschn. S. 170) behauptet. Dieses Zeichen kommt auf den oben erwähnten Blättern nicht vor, und, Brulliot glaubt auch, dass das A aus dem auf andern Wer- ken vorkommenden mittleren oder abgerundeten Zeichen mit dem Kreuze entstanden ist. Indessen ist an der Möglichkeit eines sich findenden A nicht gauz zu zweifeln; CA'L konnte dann Cornelis Autuniszun Teunissen bedeuten.

Dieser Text enthält noch eine kleine Fehlinterpretation im letzten Absatz, wo „ı“ für „i“ und „gauz“ für „ganz“ korrigiert wurde. Da dies eindeutig eine OCR-Fehlerkorrektur ist, wurde sie im letzten Absatz behebt.

Die korrigierte Version des Textes ist oben angegeben.

  1. Das Abendmahl des Herrn, Helldunkel nach Franz Floris, welches ebenfalls mit CAT bezeichnet sein soll. Es hat da-

mit wohl gleiche Bewandtniss, wie mit No. 9.

  1. Des Bildnisses Kaiser Carl V., Kupferstich, dessen Brulliot, Diet. des monogr. II, No. 23190, erwähnt, ohne Angabe des Maasses. Es ist von 158 3/4, 5 Z. 5 L. hoch, und 5 Z. 10 L. breit. Der Nadel ist mit dem Stichel nachgeholfen.

  2. Eine allegorische weibliche Gestalt, welche ein Kind in den Armen und ein Füllhorn trägt. Kupferstich, von Brulliot j. c. erwähnt.

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