Meissonier, Juste Aurele

Meissonier, Juste Aurele, Zeichner, Architekt , Maler, Bildhauer und Goldschmied, geboren zu Turin 1605, gestorben zu Paris 1750. Die Bildungsgeschichte dieses vielseitigen Künstlers kennen wir nicht; es ist aber bekannt, dass er in Paris fast ausschliesslich den Geschmack beherrschte, denselben aber in noch grösseres Verder- ben führte. Er war eigentlich Goldschmied , und Milizzi meint, als solcher wäre er vortrefflich geworden, d. h. man hätte ihn wohl so lange mit Beifall aufgenommen, als seine ausschweifenden For- men Gefallen fanden; einige seine Muster zu Goldschmiedearbei- ten kamen teilweise schon zu seinen Lebzeiten aus der Mode, und nach seinem Tode beachtete sie Niemand mehr. Huquier hat uns diese löblichen Muster erhalten, so wie seine Entwürfe von architektonischen Ornamenten. In diesen Werken fand Lacombe, Dictionnaire de belles lettres et de beaux arts Paris 1757, noch hauptsächlich Vollkommenheiten, und in der Meissonier’schen Architektur und Sculptur wollte er gar die edle Einfalt der Antike finden, wozu nur Lacombe’s Augen gehören. Die von Huquier herausgege- bene Sammlung nach Zeichnungen dieses Künstlers nennt er ein mannichfaltiges und wichtiges Werk, so wohl gefiel ihm das, was Cochin mit Thorheit bezeichnet. Auch in neuester Zeit scheinen Meissonier und Consorten wieder in die Mode kommen zu wollen, denn unsere Kunst-Industrie gefällt sich in modernen Erzeugnissen des Rococo-Styls, aber man betrachtet sie bisher nur als Curiosi- täten einer ausschweifenden Erfindung. Auch auf die Architektur wirkte Meissonier verderblich ein, da er sie mit phantastischen, sinnlosen Figuren noch mehr überhäufte, als sie in Frankreich schon war. Er war derjenige, der zuerst in Vernachlässigung der Symmetrie die höchste Schönheit suchte, so dass die eine Hälfte

der Verzierung eine von der andern abweichende Anordnung er- hielt. Diese Zusammenstellung ist geschmacklos, aber sie fand Beifall, nicht nur in Frankreich, sondern auch im Auslande, so wie sich denn überhaupt von jenem Lande aus fast über ganz Eu- ropa die neue architectonische Weise verbreitete. Von seiner aus- schweifenden Manier zeigen auch eine Menge Kupferstiche, denn Meissonier hatte nichts notwendiger, als die ganze Welt mit sei- nem Talente zu beglücken. Allouis stach sechs Pläne und drei Aufrisse des Palais Berthous. Babel stach den Plan zum Salon der Prinzessin Sartoriski in Polen auf drei Blättern, und Chenu jenen zum Cabinet des Comte de Bielenski auf vier großen Blät- tern. Herisset stach den geometrischen Aufriss seines lächerlichen Plans zur Capelle von St. Sulpice.

Von seiner decorativen Kunst hat uns Huquier viele Proben im Kupferstiche geliefert; von ihm, Desplaces, Duprontin und Lau- reolli haben wir Livres d’ornemens, in 30 Blättern; von ihm allein a) Six livres d’ornemens. b) Livre d’orfevrerie d’église. c) Dif- ferents projets, ornemens d’architecture etc. d) Ornemens de la carte chorologique du roy 1733. e) Projet d’une pendule placée sur un panneau. f) Projets d’appartemens et meubles pour Mme. la Baronesse de Bezenval; Cadran à vent, de M. le duc de Mont- martre. — Chenu stach nach ihm: Projet de l’angle d’un Salon portatif pour le roi, und Chedel: Livres d’ornemens pour décora- tions de salles à manger, 15 Blätter mit Titel, dann: Livre de l’cène, 7 Blätter mit Titel.

Meissonier wirkte in Frankreich nicht nur auf die Architektur und Kunst. Industrie ein, er übte auch auf die Plastik seinen Ein- fluss aus. Von ihm gezeichnet und teilweise ausgeführt ist das Monument des Obersten der Schweizergarde von Besenwald in St. Sulpice, welches Ingram und Huquier gestochen hat. Für diese Kirche machte er auch die Zeichnung, die nichts weniger als ein Muster des guten Geschmackes ist. Auch bei Festen und Feierlichkeiten wurde Meissonier notwendig. Als Cabinets-Zeichner musste er Entwürfe machen. Seine Zeichnung des Feuerwerkes, welches 1720 bei der Geburt des Dauphin zu Versailles abgebrannt wurde, hat Laureolli gestochen. Meissonier malte und zeichnete auch Bild- nisse, deren einige gestochen wurden; sein eigenes, in einer Ein- fassung und unten Bücher mit einem Erdglobus, von N. de Beau- vais; jenes des Vicomte de Turenne mit militärischen Attributen von N. de Larmessin; dasselbe Bildnis von J. V. D. Schley; das Portrait von J. V. Bezenval, Baron von Brunstadt, mit Attributen von C. Drevet.

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