Meil, Johann Wilhelm, Maler, Zeichner und Kupferstecher , ge- boren zu Altenburg 1733, gestorben 1805 zu Berlin . Dieser für
seine Zeit ausgezeichnete Künstler widmete sich anfangs zu Bay- reuth und Leipzig den Wissenschaften, als er aber nach geendig- ten Universitätsjahren im Jahre 1752 nach Berlin gekommen war, wurde seine Liebe zur Kunst so mächtig angeregt, dass er beschloss, sich derselben ausschliesslich zu widmen. Er übte sich eifrigst im Zeichnen und Radieren, und seine ersten Arbeiten bestehen in Zeichnungen von Vasen, Ornamenten und Allegorien für Gold- schmiede und für andere Arbeiter im Fache der Kunstindustrie. Meil studierte mit allem Eifer die Hilfswissenschaften, welche ei-
nen Künstler vollkommen machen, und bald war er nicht nur im
technischen Teil seiner Kunst wohl erfahren, sondern auch als Compositeur geachtet. Seine Zeichnung ist korrekt, und sie ver- sagte ihm bei seinen charakteristischen Darstellungen selten den Dienst. Trefflich sind seine physiognomischen Bilder, die er zu Engel’s Mimik fertigte, und als meisterhaft pries man seine Blät- ter zur neuesten Ausgabe des Lebens und der Meinungen des Se- baldus Nothanker, mit welchem auch Chodowiecki seine Kunst ver- sucht hatte. Seine Blätter belaufen sich auf ein halbes Tausend. So wie sich der Künstler in Engel’s Mimik teilweise mit moderner Dar- stellungsweise befreundet hat, so ist er auch mit dem alten und mit- telalterlichen Costume vertraut, und diese Kunde war besonders für das Berliner Theater erspriesslich, da Meil verschiedene Zeich- nungen zu Costümen entwarf. Auch in Öl malte Meil; historische und allegorische Darstellungen, Genrebilder und Bildnisse. Er war ein eben so gelehrter als geschmackvoller Künstler, im Um- gange freundlich und voll Witz. Die Akademie wählte ihn 1701 zum Rektor und 1708 nach Rude’s Tod zum Direktor, was ihr zum Vortheile gereichte, da Meil dieser Anstalt seine volle Thä- tigkeit widmete.
Meil’s Blätter sind sehr zart radiert, er arbeitete aber meistens für Buchhändler, vollständig sind sie selten zu finden. J. G. Un- zer hat mehr als 30 Genrestücke u. a. nach seinen Zeichnungen in Holz geschnitten.
Die Statue des Herkules Musagetes, nach eigener Zeichnung, „ fol. .
Das Grabmal des A. W. von Armin 1771, nach eigener Zeichnung. Beide Blätter gehören zu seinen größeren.
Eine Landschaft mit der Aufschrift: A Basalt-Rock near Gu- dehsberg in Hassia, nach Tischbein’s Zeichnung.
Die Kupfer zu Engel’s Mimik, 12.
Jene zum Leben des Sebaldus Nothanker, kl. 8.
Jene zu Rammler’s Blumenlese, 12.
Die 7 kleinen Blätter zum Göttinger’schen Musenalmanach von 1777. ;
Drei Blätter mit 0 Darstellungen auf antiken Steinen. Ovale von 1 Z. Durchmesser, 16. ;
Sechs Blätter mit Köpfen und Figuren ‚zu kleinen Friesen verbunden, 12. und 16. Selten.
Sechs Blätter kleine Friesen, aus 36 Charakterköpfen zusam- mengesetzt, in 12., von verschiedener Länge.
Die Geschichte Joseph’s, 10 Blätter, 8. Joseph reconnu par ses frères, par Bitaube.
Acht Münzen auf drei Blättern, darunter die Medaillons Friedrich des Grossen, einmal mit der Strahlen-, das andere Mal mit der Lorbeerkrone. Friese, 8.
Acht Münzen auf drei Blättern, von denen zwei die Me- daillons der Maria Theresia verschieden darstellen, Friese, 8.
Vier Blätter mit Medaillons von Personen aus dem Mittel- alter, qu. 8.
Vier Blätter mit Medaillons von Astrologen, Astronomen und Medicinern der letzten Jahrhunderte, qu. 8. und cg\u. 4.
Neun Blätter aus der Fabel vom Ochsen und vom Frosch, 12.
Spectaculum naturae et artium, in 52 Blättern, Berlin 1766, %u. 4. Diese gehören zu den vorzüglichsten des Künstlers.
Vier Blätter, welche auf viererlei Weise einen komischen Gegenstand vorstellen: wie ein Dorfkantor den Bauern sein tragisches Gemälde erklärt, qu. 8.
Die zwölf Zeichen des Thierkreises mit Genien und Attri- buten, 12 Almanachsblätter, kl. 12. In zweierlei Abdrücken.
Vier Blätter Vignetten, nach Rode’s Zeichnung: Darius ver- zeiht auf Bitten des Democedes den ägyptischen Arzt; Seleucus gibt seinem Sohne Antiochus die Stratonice; das Opfer Alexanders an Minerva und Esculap; Alexander und Philippus.
Vier größere Vignetten mit Monumenten und allegorischen Figuren, in pyramidaler Form, qu. 8.
Vier größere Titelblätter mit allegorischen Figuren und Me- daillons, 4.
Vier Titelblätter mit den Medaillons des Hippokrates, Pope, Algarotti und dem Monumente des letzteren, 8.
Die Titelblätter zum Tode Abels, und zu den Idyllen von Gessner, zu Kleist's Cicides und zu Bitaube’s Joseph von den Brüdern erkannt, 4 Blätter, 8.
Die Vignetten zu den Epigrammen von Logau, zu Lossin’s Fabeln, zu Diderot’s Theater und zu Mendelsohn’s philo- sophischen Schriften, 4 Blätter, 8.
Die Vignetten mit Sokrates im Gefängnisse über die Unsterb- lichkeit sinnend, dem Hippokrates auf dem Cippus en Me- daillon, dem sich vertheidigenden Krieger und dem Gla- diator, nach Tischbein, 4 Blätter, 8.
Vignetten mit der allegorischen Gestalt der Medicin und ei- nem Genius, der den Tod zurückstösst; Japis, wie er den „Pfeil aus dem Leib des Ebers zieht; Alexander und sein Arzt Philippus, nach Rode; die Büste des Hippokrates auf einem Piedestal, 4 Blätter, qu. 8.
Vierundzwanzig Vignetten mit Liebesgöttern, Genien, alle- gorischen Figuren und Monumenten, hoch 12.
Zwölf Vignetten mit Amoretten und allegorischen Figuren, mit Attributen, hoch 12.
Landschaft mit einem Gärtner, der einem Herrn ein Bou- quet reicht, qu. 8.
Jäger zu Fuss und zu Pferd auf dem Felde, qu. 8.
Der Blocksberg oder der Sabath, an welchem die Hexen dahin sich begeben, qu. 8.
Ein ländliches Fest mit Tanz in einem Park, qu. 8.
Die Bäuerin an der Thüre ihres Hauses das Kind singend,
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