Meil, Johann Heinrich, Maler, Bildhauer, Medailleur und Kupferstecher , der ältere Bruder des Obigen, wurde 1720 zu Gotha geboren, und schon in den Kinderyahren bemerkte sein Vater an ihm Talent zur Kunst. Er suchte dieses zu pflegen, starb aber in jungen Jahren, und so blieb Meil fremder Hilfe überlassen. Sein Stiefvater, der Bildhauer J. J. Martini, liess ihn seiner Liebe zum Zeichnen, doch ohne Anleitung, so dass der junge Künstler im Kopieren von Kupferstichen und Zeichnungen sein Heil suchen musste, was er auch wirklich hierin zu finden glaubte. Damals war indessen von wahrer Kunst keine Rede mehr, und jeder machte daher seine Studien so gut er konnte. Dies war auch mit Meil der Fall; er zeichnete und bossirte nach eigener Erfindung und nach Gypsabgüssen, auf der Kunstakademie in Baireuth und dann später wieder in Altenburg, und endlich fing er auch an, in Stein zu arbeiten. Aus jener Zeit stammt eine weibliche Figur und die Statue des Apollo, die dann im herzoglichen Garten zu Altenburg aufgestellt wurde. Im Jahre 1747 ging Meil nach Leipzig , wo er die archäologischen Vorträge des Professor Christ besuchte, und dabei machte er verschiedene Bekanntschaften, die ihm Gelegenheit verschafften, sich durch Zeichnungsunterricht, durch Bildnisse in Pastell und Miniatur Unterhalt zu verschaffen. Jetzt befasste er sich auch mit der Kupferstecherei, und besonders war es Professor Christ, der ihm hierin Beschäftigung verschaffte. Meil radirte eine Menge Gemmen aus dessen Museum, ertheilte auch noch immer Unterricht im Zeichnen, beschränkte aber die Bildhauerei nur mehr auf das Modelliren. Nachdem er ungefähr 20 Jahre in Leipzig zugebracht hatte, wurde er nach Berlin berufen, und da kam er 1774 mit allen seinen Künsten an. In Berlin modellirte er verschiedene Medaillen, schnitt auch jene auf die Ankunft des russischen Grossfürsten zu Berlin und auf die Vermählung mit der Prinzessin von Würtemberg, ätzte noch mehrere Blätter und versuchte sich auch in der Ölmalerei. Man sah von ihm verschiedene mythologische Darstellungen in Öl, so wie andere Bilder. Er wurde auch Mitglied der Akademie, 1798 trat er in den akademischen Senat, und zuletzt wurde er Rector der Akademie. Starb 1803.
Von Meil’s radirten Blättern erwähnen wir folgende:
113 Blätter zu Gellert’s Fabeln, witzig erfundene Gegenstände: J. Meil inv. et fec. 8. Diese Blätter erschienen 1766, und 1788 ein Anhang von 12 anderen.
Einige Blätter zu Lafontaine’s Fabeln. Copien nach Chodowiecki.
Die Gemmen aus Christ’s Sammlung, das oben erwähnte Werk,
Die Blätter zum Seiler’schen Bibelwerk.
Ein großes satyrisches Blatt auf die französische Revolution, 4r. qu. fol.
Verschiedene Geschichtsscenen: Semiramis, Sardanapal, Cyrus u. s. w., wenigstens 24 Blätter. J. H. Meil fec. 8.
Verschiedene Völkertrachten, 24 Blätter, wenn nicht mehr. J. H. Meil fec. 8.
. Meiler, Franz. — Meinle, Paul.
Verschiedene Almanach-Kupfer: Emilie Galotti und andere Scenen, Satyren und Vignetten. J. Meil fec. 8. und 412. Sehr geistreich radirt.
Märkische und allegorische Darstellungen, 16., 12., 8.
Die Räder zu Bürger’s Gedichten, 8.
Titelkupfer und verschiedene Blätter für literarische Werke, 16., 12. und 8.
In Meusel’s Miscellen II. 3 £#. ist die Selbstbiographie des Künstlers,
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