Meer, Johann van der

Meer, Johann van der, sen., Maler, wurde nach Houbracken zu Schoonhoven geboren, und zwar , wie D'Argensville wissen will, was indessen nicht weit gefehlt sein kann. Dass der Künstler von Schoonhoven stammt, wird in der „Geschiedenis der vaderlandsche Schilderkunst“ von R. van Eynden und A. van der Willigen, 1L 454“ aus Familiennachrichten widersprochen, da diesen zufolge seine Eltern und Voreltern von Rotterdam waren. Seinen Lehrer nennt Houbracken nicht, doch kennt man den älteren van der Meer als trefflichen Künstler, der auch in sehr guten Vermögensumständen war, so dass er einmal von D. de Heem um 2007 fl. ein Gemälde kaufte. Dieses Gemälde war nach einiger Zeit sein einziger Schatz, denn im Jahre 1672 verlor er in Utrecht beim Einfalle der Franzosen all’ seine Habe, und das Gemälde schenkte er dann dem Prinzen von Oranien, der ihm dafür eine Bedienstung ertheilte. Im Jahre 1604 war er Dekan der Mabker- gilde, als aber die Regierung an den Prinzen von Oranien kam, wurde er 1674 Ratlh, und als solcher blieb er bis 1682 bei der chriegerung, zu welcher Zeit er ein anderes Amt erhielt. Er war auch Regent des Ambachtskinderhuis zu Utrecht, und als solcher wollte er sein Gedächtniss durch ein Regentenstück verewigen, in welchem er alle Mitregenten und sich selbst in Lehensgrösse ab- bildete, alle in der Länge der Beratung. Dieses Gemälde wurde mit Bewunderung betrachtet, doch wissen wir nicht, ob es noch vorhanden. Sein von ihm selbst gemaltes, lebensgrosses Bildniss ist im Besitze seiner Geschlechtsverwandten. So erzählen die er-

wähnten Verfasser der Geschichte der vaterländischen Schilderkunst, aus Familiennachrichten, sie erwähnen aber nichts von einer Reise nach Italien, die er mit L. Verschuur gemacht haben soll. Fiorillo (Deutsch, I. H. 246) will dieses wissen, so wie auch, dass der Künstler in Rom von Italienern und Landsleuten wegen seines angenehmen Betragens allgemein geliebt wurde. Dann erzählt Fio- rillo auch vom Unglücke des Künstlers, und dass nachher de Heem Fryast seine einzige Hülfsquelle gewesen sei. Dieses ist nach den oben erwähnten Tatsachen unrichtig, und auch mit seiner Reise nach Italien scheint sich ein Gleiches zu verhalten, so dass wir glauben, dieses passe auf Jakob v. d. Meer. Van Eynden vnd van der Willigen sprechen nur von den obigen zwei Gemälden, niemals von Landschaften, Marinen und Tierstücken, und auch von einem jüngeren Jan van der Meer, der solche Dinge gemalt hat, sagen sie nichts. Jedenfalls scheinen hier und da Verwechs- lungen vorzugehen, so dass man Bilder des jüngeren van der Meer dem älteren zuschreibt. Letzterer kann seiner Bedienstigungen we- gen nicht viel mehr gemalt haben. Nach d’Argensville malte J. v.

.‚ Meer der ältere Landschaften mit kleinen Figuren und Tieren, vornehmlich aber Seestücke, worin er die Schiffe in verschiedenen Stellungen mit allem dazu gehörigen Geräte sehr genau abschil- derte. Man nennt seine Composition geistreich und gewöhnlich schön lebhaft, nur die Hintergründe legte der Künstler zu blau an. Der Pinselstrich ist aber leicht und sicher. Und dann sagt von Mannlich noch in seiner Beschreibung der k. bayer. Gallerie, dass die kleineren Gemälde den großen vorzuziehen sind, weil der leichte geistreiche Pinsel, der die ersteren so angenehm macht, in den letzteren nicht hinreicht, die Richtigkeit der Formen in Fi- guren und Tieren darzustellen.

Der ältere van der Meer soll nach d’Argensville 1601 gestorben sein, die Verfasser der Geschichte etc. wissen sein Todesjahr nicht anzugeben.

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