Meer, Jan van der

Meer, Jan van der, de Jonge.

ten, muss immerhin noch ein Schein von Wohlhabenheit da sein, so dass die Geschichte von dem Elende des Künstlers nicht ganz richtig sein dürfte. Allerdings muss auch nicht viel vorhanden ge- wesen sein, da die Wittwe in der kürzesten Zeit damit fertig war.

Schon im vorhergehenden Artikel haben wir die Vermuthung aufgestellt, dass dem ältern Künstler dieses Namens Werke zuge- ordnet werden dürften, welche diesem jüngern angehören. Dem älteren schreibt man Seestücke zu, auch Landschaften mit Thieren, die vielleicht alle dem Jungen angehören, da ihm die Geschichte ausdrücklich solche beilegt, aber keine Marinen. Seine Landschaften fanden Beifall, und d’Argensville meint sogar, dass er die Schafe besser als Berghem und andere Holländer gemalt habe; nur sagt er dieses von dem älteren Johann, da er den Künstler 1670 sterben lässt.

In seinen Werken offenbart sich wirklich ein erfreuliches Stu- dium der Natur, und besonders glücklich war er in Aufassung friedlicher Zustände. Diese Bilder sind schön componirt und in einer schönen Manier behandelt. In der Gallerie des k. Museums zu Berlin sind drei Bilder von ihm, in denen nach Kugler (Besch. d. Gallerie S. 285) eine kühle landschaftliche Stimmung herrscht, welche man, besonders in der reich componirten Landschaft, wo die Thiere nur als Staffage erscheinen, mit der Richtung Sacht- Jeven’s vergleichen dürfte.

Es finden sich von diesem Künstler auch Zeichnungen. Eine solche mit Schafen in einer Landschaft, leicht colorirt und mit 1608 bezeichnet, ist bei Weigel auf 5 Thlr. gewerthet. Die Kreide- zeichnung der St. Lorenzkirche in Harlem von 1704 kostet 3 Thlr., 16 gr. Bartsch hat 1805 nach seiner Zeichnung eine Gruppe von drei Schafen geätzt, .9

Van der Meer de Jonge hat auch Blätter radirt, seltene, aber vortreffliche Werke. Bartsch, P. gr. I. 231 ff., beschreibt fol- gende zwei:

  1. Das liegende Schaf, fast en face, mit den zwei Lämmern zur Linken liegend. Unten auf derselben Seite steht: J. v. der meer de jonge f. 1685. H.3 Z. 9 L., Br. 4 Z. 8 L. Es gibt auch Cuntredrücke, wo die Schrift verkehrt ist.

  2. Das stehende Schaf, nach rechts gerichtet, mit den zwei Lämmern, von denen das eine an, das andere hinter der Mutter liegt. Rechts des Blattes liegen zwei Hämelen, alle in einer Landschaft mit zwei grossen Bäumen zur Linken. Am Rande links unten steht verkehrt geschrieben: J. v. der meer de jonge f. 1685. H.6 Z. 1 L., Br. 7 Z.2 L.

Dieses Blatt ist äusserst selten, besonders im guten alten Drucke, mit bewunderungswürdigem Geschmack und Leichtigkeit behandelt, doch hat das Wasser an ein Paar Stellen zu tief gefressen. Dieses Hauptblatt im alten Drucke ist bei Weigel auf 20 Thlr. gewerthet, im neuen Drucke kostet es 6 Thlr.

Bartsch hat diese beiden Blätter genau und in gleicher Grösse copirt, doch «die Copic mit seinem Namen bezeichnet. Bartsch beschreibt auch einzig nur die erwähnten zwei Originalblätter, in Rupprechts Catalog der Sammlung des Freiherren von Stengel Iff S. 135 werden aber nachfolgende erwähnt:

  1. Ein Ochse im Begriffe, durch’s Wasser zu gehen, hintenher zwei Schafe. H.2 Z.9L., Br. 3 Z. 1 L.

  2. Ein liegender Widder, blöckend. H.2 Z., Br. 2 2.6L.

  3. Zwei liegende junge Ochsen. Im Rande J. v. d. Meer de Jonge. H. 2 Z., Br. 2 Z.6L.

  4. Dasselbe Blatt, oder zweiter Druck ohne Namen mit dop- peltem Einfassungsstrich und 5 Vögeln in der Luft, die Platte verkleinert, nur 3 Z. breit. Nach Rupprecht neuere geist- liche Arbeit und Abdruck.

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