Mazzuchelli, Pietro Francesco, Maler, genannt Morazzone, wurde 1571 zu Morazzone im Mailändischen geboren, und die Rovere sollen ihm Unterricht ertheilt haben. Hierauf lebte er einige Jahre in Rom , und nachdem er daselbst in Anschauung guter Mu- ster Sinn und Hand gekräftigt, wie Lanzi sagt, kehrte er zu seiner mailändischen Schule zurück, wo er lehrte und seinen ersten Stil ohne Vergleich verbesserte. Nach Lanzi braucht man nur an die Erscheinung, ein Frescobild in einer Capelle zu St. Silvestro in capite, zu denken, das keine Schönheit als die Farbe hat; und an die andere Erscheinung zu St. Antonio Abbate in Mailand , die von einem ganz anderen Meister zu seyn scheint, so gute Zeich- nung, Wirkung, venezianische Kleiderpracht hat sie. Er soll viel nach Titian und Paolo studiert haben. Die Engel mit den langen Ar- men und Beinen hat er aber nicht glücklich dem Tintoretto abge- sehen. Lanzi fand, dass Morazzone’s Geist nicht für das Zarte, sondern für das Harte und Grossartige geeignet gewesen ist, wie der heil. Michael, der die bösen Engel besiegt, in St. Giovanni zu Como , und die Capelle der Geiselung zu Varese beweisen. Im Jahre 1626 ward er nach Piacenza geladen, die grosse Cuppel der Hauptkirche zu malen, welche Arbeit er, vom Tode überrascht, fast unberührt dem Guercino hinterließ. Er hatte nur zwei Pro- pheten gemalt, die aber hier von den Figuren seines Nachfolgers verdunkelt werden. Morazzone arbeitete für Gallerien, wie für
Kirchen, viel für den Cardinal Federigo und für den König von Sardinien, der ihn zum Ritter machte. Morazzone starb 1626.
Sein in der florentinischen Gallerie befindliches Bildnis hat P. A. Pazzi gestochen. Sein in der königl. Gallerie zu Turin befind- liches Bild der Fulvia hat A. Ricciani für La reale galleria di To- rino illustrate da Rob. d’Azeglio gestochen. A. Scacciati stach die Gefangennehmung Christi nach einer geistreichen Handzeichnung der florentinischen Gallerie in Zeichnungsmanier.
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