Mazzola, Giuseppe, berühmter Maler, geboren zu Valduggia 1748, gestorben zu Mailand 1858. Schon als Kind, wo er kaum zu zeich- nen begonnen hatte, zeigte er große Bewunderung für die Arbei- ten des G. Ferrari; er studierte diesen Meister, und versuchte so- gar nach eigener Erfindung zu arbeiten. Im Jahre 1770 machte er in Parma ernste Studien nach Correggio, und nach einigen Jah- ren erhielt er daselbst alle großen Preise der Akademie. Um die glücklichen Anlagen des jungen Künstlers zu unterstützen, schickte ihn der Herzog von Savoyen unter der Leitung von R. Mengs nach Rom , und Mengs empfahl ihm da Rafael und Michel Angelo als Vorbilder. Mazzola verstand diesen Rat zu befolgen, und wurde bald ein ausgezeichneter Künstler. Eine heil. Familie, die er dem Herzoge 1780 übersandte, erwarb ihm den Titel des ersten Hof- malers; er versah diese Stelle bis zum Jahre 1797, wo das Tal von Sesia , wo er geboren wurde, von Piemont getrennt, und mit der cisalpinischen Republik vereinigt wurde. Den Bitten des Ex- Gouverneurs, nachgebend, welcher sein Portrait und die mehrerer seiner Familie haben wollte, begab sich Mazzola nach Mailand , und bald gewann sein Name in der Hauptstadt der reichen Lom- bardei einen großen Ruf. Als Napoleon Mailand als Sieger durch- zog, sah er mehrere von Mazzola’s wichtigsten Compositionen, er wollte ihn kennen lernen, und der Künstler wurde bald Profes- sur an der Akademie von Mailand, sowie Direktor des Museums. Im Jahre 1803 wurde Mazzola von einer Geschwulst an der rech- ten Hand befallen; er wandte sich an einen ungeschickten Chirur- gen, welcher das Uebel vergrösserte, sodass der Brand sich zeigte, und die Amputation war unvermeidlich. Mazzola zauderte; da nahm er den Pinsel in die Linke, und die Überzeugung gewinnend, dass er eben so gut mit dieser Hand malen würde, opfernd er die andere und ertrug die Amputation. Seit dieser Zeit, bis zum
- November 1838 malte Mazzola mit der Linken. Das erste Bild, welches er nach der Amputation malte, stellt „den Genius der Kunst, sein Missgeschick beweinend“ vor. Man findet es im IV. Theile der Istoria delle veronesi litteratura ed arti p. 378 gestochen. Nachrichten über diesen Künstler sind im Kunstblatt von Dr. von Schorn 1839 Nr. 68. Im Jahrgang 1827 dieser Blätter wurde dieses Künstlers nicht so ehrenvoll gedacht, und wohl eingedenk des Spruches: De mortuis non nisi bene, müssen wir doch auch des Tadels gedenken, der damals ausgesprochen wurde. Es heißt, man solle dem Professor Mazzola raten, die Päle an den Nagel zu hängen und auf den Lorbeeren, die er ohne Zweifel in seiner Jugend errungen hatte, auszuruhen. Dass der gute Mann eine Hand verloren, wird nicht gedacht, und es mag ihm daher schwer geworden sein, mit der Linken zu genügen.
In Füssly’s Supplemente wird er irrig Bildhauer genannt.
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