Mayr, Heinrich von, Maler, wurde zu Nürnberg geboren, und da er bei dem Tode seines Vaters, der ebenfalls Maler war, erst vier Jahre zählte, unterrichtete ihn Ch. Fues, Lehrer der Malerei an der Kunstschule zu Nürnberg , sein nachmaliger Schwie- rerater, mit aller Liebe und Sorgfalt. Er liess ihn die erwähnte Schule besuchen, und da nun zeichnete v. Mayr unter Lei- tung des Direktors A. Reindel nach der Antike und nach dem le- benden Modelle, doch wählte er nicht den strengen historischen Theil der Kunst, sondern ergab sich mit vorherrschender Neigung der Genre- und Bataillenmalerei. Besonders war es das Pferd , welches er vor allem gerne darstellte, und dieser Neigung konnte er bei seiner 1825 erfolgten Ankunft in München mit ganzer Seele folgen; denn der k. Oberststallmeister Freiherr von Kessling er- theilte ihm die Erlaubnis, im k. Marstalle zu zeichnen, bei wel- cher Gelegenheit der Künstler die schönsten und edelsten Pferde zur malerischen Darstellung sich auswählen konnte, und überdies belehrte ihn auch der Freiherr über die Schönheit und Fehler die- ser Thiere. Um das Stadium der Pferdefarm in allen Theilen zu verfolgen, besuchte Mayer selbst die Veterinärschule, und so nun brachte er es zu einer Vollkommenheit in Darstellung der verschie- denen Pferderassen, welche ihm unter den vorzüglichsten Meistern dieses Faches eine Stelle anweist. Er verbindet in seinen Bildern auch öfter die Landschaft, und da auch die figürliche Staffage das Ihrige beiträgt, so gewähren seine Gemälde einen wohlgefälligen Anblick. Mehrere seiner Bilder kamen in den Besitz des Herzogs Maximilian in Bayern, der dem Künstler ebenfalls seinen glänzen- den Marstall öffnete. Mayer malte mehrere edle Thiere aus dem- selben, und mit solchem Beifalle, dass ihn der Herzog zu seinem Cabinetsmaler ernannte. Der Künstler hatte das Glück, seinen hohen Gönner auf der Reise nach dem Orient begleiten zu dürfen, und bei dieser Gelegenheit fertigte er Zeichnungen von interessan- ten Monumenten aus der großen Vorzeit Ägyptens u. s. w., und die Staffage versinnlicht uns das jetzige Volksleben jenes so tief
gesunkenen Landes. Es sind dieses höchst merkwürdige Zeich-
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