Mayr, Franz von Paula, Mauth-Direktionscommissär und Maler in München , wurde 1778 zu Donaualtheim im ehemaligen Hochstifte Augsburg geboren, und in seinen Jugendjahren war er nichts weniger als zur Kunst bestimmt. Er studirte auf der damaligen Universität Dillingen die Cameral-Wissenschaften, wurde aber dann aus besonderer Gelegenheit zur Kaufmannschaft berufen, worin er indessen nicht Befriedigung fand, so dass er es vorzog, als Ingenieur in ein französisches Corps zu treten. Nach einiger Zeit nahm ihn das Cisterzienser-Ordens-Kloster zu Fürstenzell auf, allein die Säkularisation öffnete ihm die Thore, und so musste sich Mayr wieder Gerichtsbeschäftigung suchen. Nach mehreren Bemühungen wurde er endlich beim General-Zoll- und Mauthamte angestellt, und als k. Direktions-Commissär quiescirt. Jetzt führte ihn seine Arbeitsliebe zur Kunst, und dies um so eifriger, da er von Jugend an einen unwiderstehlichen Hang für alles Säxöne in Gebilden hegte. Allein seine Kunstversuche misslangen, — aus Mangel eines früheren Unterrichtes im Zeichnen, lange Zeit, endlich aber siegte seine unablässige Übung, ohne anderen Unterricht, als welchen ihm lebendige Anschauung der Natur und gute Vorbilder verschafften. Commissär Mayr hat seit seinem 43. Jahre schon mehrere Bilder geliefert, die zwar nicht eines vollendeten Meisters würdig sind, aber doch immerhin mit allen Ehren bestehen, sowohl in technischer Beziehung, als im lebendigen Farbenton. Er malte die inneren Ansichten der Frauen-, St. Michaels- und St. Cajetan’s-Kirche in München, die Geburt und Kreuzigung Christi, die Weihe der ersten Diakonen der christlichen Kirche mit einer Umgebung von 16 kleineren Bildern, die Wohltätigkeitsinstitute Münchens vorstellend; ferner zwei grosse Tableaux — einiger Ansichten von München in Vogelperspektive, mehrere kleinere Landschaften, und viele gelungene Copien in Öl und Gouache. Die PP. Franziskaner in München haben von ihm eine Madonna und einen heil. Franziskus in der Entzückung. Eines seiner Hauptwerke ist die Rundansicht von München, 18 Schuh lang und 5 Schuh hoch; dann dieses wiederholt im kleineren Formate, und die Gegend vom Obersendlinger Berge aus gesehen, von Grosshesselohe bis über die Stadt München hinaus, 6 Schuh lang und 2 Schuh hoch; — sämmtlich in Gouache. Überdies finden sich von seiner Hand noch verschiedene kleinere Bilder auf Blech und Leinwand in Öl.
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