Maurer oder Murer, Christoph

Maurer oder Murer, Christoph, Maler, Kupferstecher und Formschneider , wurde 1558 zu Zürich geboren, und sein Vater Josias ertheilte ihm den ersten Unterricht. Um sich weiter auszu- bilden, ging er nach Strassburg zu T. Stimmer, unter dessen Lei- tung Maurer bald solche Fortschritte machte, dass man die Werke beider Künstler kaum mehr unterscheiden konnte. Bei seiner Rück- kehr ins Vaterland ging ihm daher schon sein Ruf voran, und diesen vermehrte er durch eine Menge Bildnisse, welche er zu Zü- rich und anderwärts in Öl malte. In Zürich zierte er auch mehrere Facaden von Häusern mit historischen Darstellungen, und Kir- chenfenster prangen mit Glasgemälden, deren indessen sein Vater noch mehr malte.

Ch. Maurer hielt sich ums Jahr 1601 zu Nürnberg auf, ist vielleicht der Verfertiger des Volkamerischen Fensters in der Lorenzer- kirche zu Nürnberg, da die Jahrzahl 1601 auch in einem Schilde des Fensters gefunden wird. Vor einigen Jahren entdeckte man zwar in einem benachbarten Fenster mit Diamant eingekritzelt den Na- men „Springli aus Zürich,“ es bleibt aber ebenfalls zweifelhaft, ob dieses des Künstlers Name sei.

Eine Beschreibung und die Abbildung des Fensters siehe Kunst- blatt 1832 No. 10 und 11, ferner die No. 50 und 71 desselben Blattes.

Er legte auch die ganze Schweiz in Grund, wie Füssly sagt, und fügte dann die merkwürdigsten Ereignisse ihres Ursprungs als Ver- zierung bei. Dann fertigte er eine Menge Zeichnungen, und zu- letzt schrieb er folgendes Werk: Von den Drangsalen der Christ- lichen Kirchen in Mesopotamien unter dem Arianischen Kaiser Valente und andern. Als Mitglied des grossen Rathes in Bern bekleidete er das Staatsökonomat zu Winterthur und starb daselbst 1614.

Von Maurer finden sich auch noch viele Zeichnungen, mit der Feder, in Tusch und Bister ausgeführt; seine geätzten Blätter sind in geringer Anzahl vorhanden, und sehr selten zu finden. Man rechnet dazu vorzüglich eine Folge von 40 Blättern, die nach sei- nem Tode erschienen, unter dem Titel: XL Emblemata miscella- nea nova. Das ist XL Underschiedliche Ausserlesene neue radierte Kunststück, durch Maurer von Zürich inventirt und mit eigener Hand zum Truck in Kupfer gerissen. Mit Reymen erkläret durch J. G. Rordorffen. Zürich 1622, in 4. Diese Ausgabe ist höchst selten, bei Weigel ist ein Exemplar für 5-Thlz. zu haben. Bartsch sah keines.

Bartsch P. gr. IX. 385 ff., beschreibt 17 Blätter von ihm; nur drei (seltene) Radierungen, das andere Holzschnitte. Wir fügen einige Blätter dazu.

  1. Die Ermordung des Kaisers Albert I., mit mehreren Darstellungen aus der Geschichte der schweizerischen Confederation auf einem Blatte, Auf einer Tafel steht: CHRISTOF MAURER INVEN. TIGURIN 1580. Die Gruppen sind numeriert, woraus hervorgeht, dass eine Beschreibung dazu bestimmt war. Bartsch beschreibt dieses einzige Blatt, glaubt aber, es gehöre zu einer Folge. Als Teile derselben werden in R. Weigel’s Catalog der Sammlung des Dekan Veith in Schaffhausen folgende vier Blätter genannt:

2 — 3) Zwei Blätter, Scenen aus Tell’s Leben und andere Darstellungen aus der Befreiungsgeschichte der Schweizer, mit

  1. Die zwölf Wappen der Schweiz von Kindern gehalten in Säuleneinfassung, alle auf einem Blatte, qu. fol.,

  2. Zwei Schweizersoldaten halten die Wappen von St. Gallen und Zürich. Concordia. 4. i

(Bartsch 2.) Der lustige Arme und der traurige Reiche; der erstere ein Soldat, zu dessen Füßen eine Heuschrecke und ein Kartenspiel liegen, der andere ein sitzender Alter, bei welchem eine Kiste Geld auf dem Boden steht, auf dem Deckel ein Frosch. Auf zwei Bandrollen liest man: „WVtroque dividite ex regno. tunc dives uter. Teilends gleich so sind ir beid reich.“ Auch im Rande sind Sprüche: Nulli sunt numi etc. Unten links ist das Zeichen: C. Murer Fecit Tiguri — 1506. H. 8 Z. 11 L., Br. 7 Z. 13 L. Dieses Blatt gehört wohl zu den Emblemen, geistreich radiert,

  1. (B. 3.) Die Hirschjagd; im Walde sind mehrere Jäger, die mit einer großen Anzahl von Hunden den Hirsch verfolgen. Christoph Murer fecit. Rund, Durchmesser 7 Z. 9 L.

Verzierter Titel zu einer Bibel, neben zwei Säulen Moses und Aaron, unten links David, rechts Salomon sitzend. Links das Monogramm aus C. M. T. kl. fol.,

Holzschnitte,

Eine Folge von fünf biblischen Gegenständen, H. 3 Z. 11 L., Br. 5 Z. 5—6 L.

  1. Gott erscheint dem Mose in der Flamme des Dornbusches, Mit dem Monogramm,

  2. Die Erweckung des Lazarus. Links unten das Monogramm.

  3. Die Gesandten aus dem gesegneten Lande kommen. Mit dem Monogramm.

  4. Die vier Pferde von verschiedenen Farben, Apokalypse; C. VI. 1. Ohne Zeichen.

  5. Christus jagt die Verkäufer aus dem Tempel, Rechts unten das Zeichen,

  6. Ein perspektivischer Plan von Zürich 1305. Rechts unten das Monogramm, links das Täfelchen mit dem Namen: LVDWIG FRIG G. C. Dieses Blatt ist in S. Münster’s Cosmographia. H. 6 Z. 8 L., Br. 14 Z. 2 L.

  7. Blätter in dem Werke: Titus Livius und Lucius Florus, von Ankunft und Ursprung des Römischen Reichs etc. Jetzt und auf des nowe auss dem Latein verteutscht etc. Die vielen schönen Holzschnitte sind von T. Stimmer, J. Bocksber-

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