Mattielli, Lorenz, Bildhauer, der in der ersten Hälfte des vori- gen Jahrhunderts arbeitete. Um 1734 lebte er in Wien, und da erklärte man ihn als den ersten, der daselbst einen grandiosen und kühnen Styl einführte. Dieses sah man von seinen vier co- lossalen Gruppen, welche Arbeiten des Herkules vorstellen und die Schwibbogen der ehemaligen Reichskanzlei zieren. Sein Werk ist auch der Sieg Michael’s über den Satan in der Barnabitenkirche zu Wien. In der Borromäuskirche daselbst arbeitete er mit Mader an den Spiralsäulen.
Von Wien aus begab sich der Künstler nach Dresden , und da nun wurde er 1742 Inspektor über die antiken und modernen Sta- tuen, mit einem Gehalte von 500 Thlr. In der katholischen Kirche zu Dresden zierte er die Balustraden mit grossen und kleinen Sta- tuen nach Torelli's Zeichnung, und für den Brühl’schen Pallast führte er vier andere aus, von welchen die zwei colossalen des Einganges die Wachsamkeit und die Wissenschaft, die an der Treppe Flora und Meleager vorstellen. Im Garten des Pallastes waren ebenfalls Statuen und Basreliefs von Mattielli.
Die Arbeiten dieses Künstlers galten zu seiner Zeit für meister- haft; allein er ist manierirt und gezwungen in den Stellungen. Grosse Steinmassen zu behandeln, war ihm ein Leichtes. L. Zucchi hat 39 Blätter mit Statuen aus der katholischen Kirche gestochen. Mattielli starb 1740, ohne mehr als 50 Jahre alt.
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