Matthäi, Johann Gottlob, Bildhauer, und Vater einer wahren
Künstlerfamilie, des Professors Friedrich Matthäi, eines Bildhauers
Ernst Gottlieb und eines Architekten Karl Ludwig, lauter treffliche
Künstler. Er wurde 1753 zu Meissen geboren, und Hofmaler
Dietrich ertheilte ihm sechs Jahre hindurch Unterricht im Zeich-
nen. Anfangs wollte er Maler werden, doch zwangen ihn Um-
stände, der Architektur sich zu widmen, bis endlich die Bildhauer-
kunst für sein Leben entschied. Man hatte ihm die Stelle eines
Modellmeisters an der Porzellanmanufaktur in Meissen zugedacht,
und nun fing er mit allem Eifer an, unter Acier sich diesem Fache
zu widmen, was ihm nicht schwer wurde, da er sich bereits zehn
Jahre im Zeichnen geübt hatte. Nach vier Jahren durfte er nach
Dresden sich begeben, um sich die vorzüglichsten antiken Vorbil-
der zur Nachahmung für die Fabrik auszuwählen; er fing aber zu
jener Zeit auch schon an, in eigener Composition sich zu versu-
chen. Aus jener Zeit rühren mehrere Basreliefs her, und sowie
damals noch immer das malerische Prinzip herrschend war, so
wählte er neben anderen zwei Gemälde von Batoni zur Nachahmung im Basrelief. Er fertigte auch Büsten und schöne Copien,
besonderes Wohlgefallen erregten seine Magdalena und ein Johannes, in einer von ihm selbst erfundenen Masse. Im englischen
Pavillon zu Pillnitz wurden mehrere Basreliefs von ihm aufgestellt,
Nachahmungen von Werken zu Herkulanum. Auf diese reihen sich
noch einige andere Bildwerke , Büsten und besonders schöne, ver-
kleinerte Copien von den plastischen Arbeiten des Mengs’schen
Museum. Mathäi wurde 1705 Inspektor, als welcher es ihm leicht
wurde, schöne Vorbilder zur Nachahmung zu suchen. Unter sei-
nen Copien rühmt man besonders jene der Gruppe des Laokoon,
des Apollo, des Alexander, der sitzenden Agrippina, von Amor
und Psyche der florentinischen Gallerie etc. Matthäi hat auch
Matthäi, Friedrich. 449
mehrere Büsten gefertiget, wie jene des Oberhofpredigers Rein- hard, des Grafen von Sachsen u. a. w., Zu seinen früheren vorzüglichsten Arbeiten zählt man auch das Monument des Dr. Rentsch, in der Kirche zu Gross- Dittmansdorf 1705 errichtet. Es hat drei Figuren in Lebensgrösse: der Glaube entnimmt der Hoff- nung die Hülle der Sterblichkeit zur ewigen Klarheit.
Dieser Künstler starb 1834 im 70. Jahre. Wir haben von ihm:
Verzeichniss der im königl. sächsischen Mengs’schen Museum enthaltenen antiken und modernen Kunstwerke in Gyps. Dresden 1831. 8.
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