Mattenheimer, Theodor, Maler, wurde 1787 zu Bamberg ge- boren. Er widmete sich von früher Jugend an unter Leitung sei- nes Vaters, des Andreas Th. Mattenheimer, dem Zeichnen, Por- traitmalen und Restauriren, und schon in seinem 14. Jahre malte er das Bildnis des Fürstbischofs von Fechenbach. In den folgenden Jahren malte er mehrere Domherren, und im Jahre 1807 legte er durch die Bildnisse der Herzogin Maria Anna in Bayern und Ihrer Prinzessin Tochter Elisabeth den Grundstein zu seinem weiteren Fortkommen. Die Herzogin empfahl ihn dem Churfürsten Maximilian Joseph, und dieser liess dem Künstler eine jährliche Unterstützung von 300 fl. zukommen, mit dem Bemerken, dass er sich besonders auf die Früchte- und Blumenmalerei verlegen möchte. Mattenheimer befolgte diesen Wink, ohne jedoch an der Akademie der Künste in München das figürliche Fach ganz hintanzusetzen. Im Jahre 1810 durfte er mit Erlaubniss des Königs auch die Aka- demie in Wien besuchen, und trat er als Lieutenant in die Reihen der Vaterlandsverteidiger.
Mattenheimers Hauptfach blieb jetzt immer der von seinem König anempfohlene Kunstzweig, und der Erfolg seiner Bemühungen war ein glänzender. Der hochselige König von Bayern bezahlte ihm bedeutende Summen für seine Werke, und auch der Herzog von Leuchtenberg und andere hohe Kunstfreunde erwarben Bilder von unserm Künstler. Seine Frucht- und Blumenstücke sind Meisterstücke des Stilllebens, und mehrere kann man den Werken der berühmtesten früheren Meister an die Seite stellen.
Sie sind von glänzender Färbung, getreue Bilder der Natur in ih-
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‚;rem Prachtgewande, täuschend. in .den einzelnen. Theilen ‚und mit aller Liebe und Sorgfalt gemalte!. - el e T f Zerk
Im Jahre 1817 wurde ihm die Stelle eines Galerie-Inspectors in Bamberg übertragen, welche er bis 1823 bekleidete, wo er in gleicher Eigenschaft nach Augsburg versetzt wurde. Nachdem 1825 durch die Beförderung des Professors Zimmermann dieselbe an der höheren Kunst- und Zeichnungsschule erledigt worden war, wurde er Dirigent derselben Anstalt, und das blieb er bis 1820. Jetzt erhielt er die durch den Tod des kö-. nigl. Gallerie-Inspectors M. J. Wagenbauer erledigte Stelle an der königl. Central-Galerie in München, und hier lebt er noch gegenwärtig als Conservator an der königl. Pinakothek. Er re- staurierte mehrere schadhafte Gemälde der königl. Central-Galerie, denn schön in Augsburg hatte er seine Geschicklichkeit als Restau- rateur erprobt. Es ist namentlich ein großes, aber sehr verdor- benes Gemälde von Rubens zu nennen, welches Mattenheimer zur Vollkommenen Zufriedenheit herstellte. Nebenbei malte der Künst- ler auch noch hier und da ein Bildnis, wie 1825 jenes der Fürstin von Thurn und Taxis, und jenes ihres verstorbenen Prinzen Friedrich gleich nach dem Ableben. Auch den Präsidenten Grafen von Grafenreuth malte er nach dem Ableben. Ein anderes lebens- volles Bild ist seine schöne Kopie von Stiglers ‚Schönes Bildnis des Königs Ludwig von Bayern. In neuerer Zeit sah man auf der allgemeinen Kunstausstellung und im Lokale des Kupfervereines in München treffliche Frucht- und Blumenstücke des Künstlers, der hierin wie immer eine wahre Augenweide liefert.
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