Matteis, Paolo de

Matteis, Paolo de, Maler von Cilento im Gebiete von Neapel , ge-

boren 1662, gestorben . Man nennt ihn L. Giordano’s besten

Schüler, und Pascoli sagt auch, dass er in Morandi’s Schule den

gleichen Ruhm behauptet habe. Hierauf schickte ihn Don Fillippo

Acedonio zur weiteren Ausbildung nach Rom, und einen nicht

geringeren Gönner fand er an dem Vizekönige Marquis von Car-

pio. In kurzer Zeit war Mattei ’s Ruf begründet, und diesen be-

festigte er in Frankreich noch mehr. Er blieb da drei Jahre, bis

ihn endlich Benedikt XI. nach Rom einlud, wo er in der Minerva

und in Aracäli malte, so wie mit Lutti, Trevisani, Conga u. a. an

den grossen Propheten im Lateran. Auch andere Städte schmückte

er mit seinen Gemälden, namentlich Genua , wo in S. Girolamo

zwei köstliche Bilder von ihm sind, wie Lanzi sagt. Das eine

stellt den Kirchenheiligen, das andere die unbefleckte Empfängnis

dar, mit einem höchst anmuthigen Geleite von Engeln. Sein Wohn-

ort war indessen Neapel, und dort muss man ihn kennen lernen.

Dort sind Wandbilder in Kirchen, Gallerien, Sälen und an De-

cken in Menge, oft mit seines Meisters Eile, doch nicht gleichem

Verdienst. Beispiellos war, dass er in 60 Tagen eine grosse Kup-

pel, wie die in Gesu Nuova malte, die aber dem Einsturze nahe,

zu Lanzi’s Zeit abgetragen wurde. Die Malerei enthielt trotz der

P. de’ Matteis hatte auch Schüler , war aber wenig glücklich da- mit, obwohl sie sehr zahlreich waren. Giuseppe Mastroleo that sich am meisten hervor. Er schrieb beim Werk über die Anfangs- gründe der Zeichenkunst, unter dem Titel: M libro d’insignamento del disegno, ove sono gli principi di esso e le belissime accademie per scuola della gioventu studiosa etc. fol., mit Kupfern und sei- nem Bildnisse von F. Aquila. Es ist ins Deutsche übersetzt, un- ter dem Titel: Zeichen-Buch. Inuentirt von Paulo de Matthaeis, zu haben bei Jer. Wolff, Kunsthändler in Augsburg. – Das Bildnis des Künstlers ist von E. Scheffauer, fol. inid.

Es wurde auch Mehreres nach ihm gestochen, von J. F. Leybold die Liebe unter der Gestalt einer Frau, welche ein Kind an der Brust hat und zwei andere umgeben sie, nach dem schönen Bilde in der Gallerie zu Stuttgart. Von A. L. Romanet Sälmakis und Hermaphrodit, nach dem Bilde aus der Gallerie Orleans; von Erezga und E. S. verschiedene Studien von F. Aquilarden Raub ger Europa, St. Franz mit dem Crucifix’ als Sieger über den Dä- mon’, die Welt und das Fleisch, die Kuppel der erwähnten Jesus- Kirche mit St. Ignaz und Xaver, welche die Abgötterei, die Hare- sie und den Muhamedanismus bekämpfen, in drei grossen Blättern; von J. Daullö Jupiter und Semele; von P. Moitte Apollo und Ga- lathea; von S. Gribelin Herkules auf dem Scheidewege; von J. Mag- nir dasselbe Bild; von J. Rossi das Bildnis des Erzbischofs N. Coscia etc.

Von ihm selbst geätzt kennt man:

Ein grosses Blatt mit einem Profil einer grossen Frau, wie ein einen Halbfigur eines Kindes etc.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_eMM-AAAAcAAJ/