Matsys, Cornel

Matsys, Cornel, Maler (?) und Kupferstecher , dessen Lebensverhältnisse unbekannt sind. Man weiß fast nur, dass er um 1

Matsys, Cornel .

bis gearbeitet habe; dies nach den Daten seiner Blätter zu ur-

teilen. Streitig ist der Umstand, ob der Monogrammist C M A

(C. Matsys) mit dem Monogrammist C M E eine Person sei. Letzterer nennt sich auch COR MET, und somit machen Einige

einen Cornelius Met oder Cornelius Metensis daraus. Bartsch,

gls Hauptautorität, unterscheidet zwei Künstler, einen Cor Met

und einen Cornel Matsys; es ging ihm aber anscheinlich sehr

schwer mit der Austheilung der Blätter (s. Nr. 40), da alle so ähnlich sind,

dass man kaum zweiertei Hände vermuthen darf. Vor Bartsch hielt

man sie auch wirklich für Werke eines und desselben Künstlers,

und auch wir rübriciren sie hier alle, da sie sich in der Manier

gleichen, wie ein Ey dem andern. Vielleicht war der Künstler

auch Maler; im k. Museum zu Berlin ist ein Bild mit dem ähn-

lichen Monogramm C M E. Es stellt eine Landschaft mit Figu-

ren vor.

Von C. Matsys beschreibt Bartsch P. gr. IX, 97 ff. 58 Blätter:

  1. — 6) Die Geschichte des Tobias, Folge von sechs Blättern. a) Tobias verlässt die Mahlzeit, um den Todten zu beerdi- gen. b) Tobias durch die Schwalbe des Gesichtes beraubt. c) Die Abreise des Tobias. d) Der junge Tobias fängt einen großen Fisch. e) Tobias bereitet die Galle, um den Vater zu heilen. f) Derselbe, wie er in Gegenwart des Engels’ dem Vater das

Gesicht gibt.

  1. Bethsabe im Bassin einer Fontaine erhält von David einen

Boten, 1540. Mit dem Zeichen des Künstlers und den Wor-

ten: In Ver. H. 62Z.6L., Br.82Z.6L.

Die Geschichte des Samson, Folge von 12 rechts oben nume-

rIrten Blättern, H.3 Z;, Br.3 Z. 11 L. Die ersten Ab-

drücke haben die Jahrzahl 1540, die zweiten jene von 1562.

  1. Der Engel verkündet dem Weibe die Geburt des Samson. Cornelius Matsys fecit 1540, hierauf das Zeichen.

  2. Manue und sein Weib werfen sich vor dem Engel nieder. Unten in der Mitte das Täfelchen mit Zeichen und Jahr-

zahl.

  1. Samson erwürget den Löwen. Das Täfelchen unten in der

  2. Samson findet im Rachen des Löwen einen Bienenschwarm

mit dem Honig. Unten das Täfelchen.

  1. Samson entdeckt seinem Weibe das Räthsel, welches er den

Philistern aufgegeben. Unten das Täfelchen.

  1. Samson wird vom Schwiegervater abgehalten, seine Frau zu

besuchen. Unten Zeichen und Jahrzahl.

  1. Samson legt Feuer in das Kornfeld der Philister. Zeichen

und Jahrzahl unten.

  1. Die Thamnatheer verbrennen das Weib des Samson. Zei-

chen und Jahrzahl unten.

  1. Samson tödtet tausend Philister. Unten Zeichen und Jahr-

zahl.

  1. Samson mit den Thoren von Gaza. Mit dem Zeichen am

Steine und der Jahrzahl.

  1. Dalila beraubt den Samson seiner Haare. Unten die Tab-

lette mit Zeichen und Jahrzahl.

  1. Samson stürzt den Saal zusammen, und tödtet sich und die

Philister. Unten Täfelchen und Jahrzahl.

Matsys, Cornelis

  1. Bine, biblische Darstellung; in der Mitte ein Mann, der einen Greisen bei der Hand hält, unter ihm steht ein Weib, welches auf drei Männer weist, die nach rechts in der Ferne gehen. Unten links das Zeichen. H. 2 Z. 8 L., Br. 3

  2. Melchisedech und Abraham. Cornelis Matsys, und das Zeichen. Sehr gut gezeichnet, vielleicht von Parmigiano. H. 3 Z. 7 L., Br. 5 Z. 1 L. S. unten No. 77

  3. Die Hochzeit zu Cana. Rechts oben das Täfelchen mit 1550 und dem Zeichen. H. 3 Z., Br. 4 Z. 2

  4. Die Taufdarstellung. Eine Tafel mit dem Zeichen unten in der Mitte. H. 5 Z. 2 L., Br. 4 Z. 2

  5. Jesus und die Samariter. Oben rechts das Zeichen. H. 3 Z. 2 L., Br. 2 Z. 10 L.

  6. Der gute Hirte: Ego sum pastor bonus. Unten rechts das Zeichen.

Das Leben Johännes des Taufers, Folge von 8 Blättern, wenn nicht mehr. H. 3 Z. 3 Z. 2 L., Br. 3 Z. 2 Z. 8–10 L.

  1. Der Engel erscheint im Tempel dem Jüngling, 1550.

  2. Die Geburt des Johannes, 1550.

  3. Johannes deutet auf Jesus, 1550. OT ü

  4. Die Taufe Christi, 1550. L

  5. Johannes im Gefängnisse, 1550.

  6. Die Herodias geht von der Tafel am Fuß des Johannes zu holen, 1550.

  7. Die Enthauptung des Johannes, 1550.

  8. Das Begräbniss. desselben, 1550.

Die vier Evangelisten. H. 6 Z. 3 L., Br. 4 Z. 4–5 L.

  1. S. Matthäus mit dem Buche, das ein Engel hält.

  2. S. Markus schreibend, dabei der Löwe.

  3. S. Lucas schreibend, zu seinen Füssen der Ochse.

  4. S. Johannes auf Patmos die Apokalypse schreibend, zu seinen Füßen der Adler.

Diese vier Blätter wurden 1584 mit einem Retouch und mit der bezeichneten Jahrzahl versehen.

Die Tugenden, unter Fravengestalten, Folge von 9 Blättern, mit dem Monogramm CME. H. 3 Z. 3–5 L., Br. 2 Z. 5–3 L.

  1. Fides, der Glaube mit dem Kreuze.

  2. Spes, die Hoffnung mit dem Schleier.

  3. Caritas, die Liebe mit drei Kindern. Dieses Blatt hat das Monogramm C ME, und doch hat es Bartsch dem Cornelis Matsys zugeschrieben, obgleich er zwei Künstler haben will. Das Blatt gehört zu dieser Folge, und es ist ein Beweis, dass Met und Matsys eine Person ist.

  4. Iustitia, die Gerechtigkeit mit der Waage.

  5. Patienzia, die Geduld mit Ketten.

  6. Temperantia, die Mäßigkeit mit der Sanduhr.

  7. Prudentia, die Klugheit mit der Schlange.

  8. Fortitudo, die Stärke mit der Säule.

  9. Cogitatio, die Brünnentm mit den Gesetztafeln.

  10. Der Sommer; eine nackte weibliche Gestalt am Fuße des Baumes; 1548 und das Zeichen. H. 3 Z. 6 L., Br. 2 Z. 10 L. Dieses Blatt gehört vielleicht zu einer Folge.

  11. Die Pest, Kopie nach Marc-Anton. Linguebant ulces animas... JauVv. Rap. Un und das Zeichen. H. 3 Z. 3 L., Br. 9 Z. 2 L.

Mäetsys, Cornel, -

  1. Venus und Amor, 1549. Mit dem Monogramm. B. 32
  2. Mars und Venus, 1540. Mit dem Zeichen. H. 3 Z. 8 L.,
  3. Der verheiratete Bauer, das Weib sticht ihm Geld aus dem Beutel. Mit dem Monogramm. H. 2 Z. 1 L., Br. 1 Z.
  4. Die eifersüchtige Bäuerin, 1540. Mit dem Zeichen. H. 3 Z. 1 L., Br. 2 Z. 5 L.
  5. Die Blinde. Mit dem Monogramm links oben. H. 1 Z. 8 L., Br. 2 Z. 11 L.
  6. Die Zeremonie eines Degengriffes. Ein Wilder hält zwei Weiber bei den Haaren. Links unten das Zeichen. H. 6 Z. 74 L., Br. 3 Z. 4 L.
  7. Eine Vignette, in der Mitte ein Mann, welcher die Guitarre spielt. Mit dem Monogramm und der Jahrzahl 1550. H. 1 Z. 5 L., Br. 3 Z. 8 L.
  8. Emmßnabnslcc mit einem Meno, welche die Hände auf die Köpfe zweier Kinder stützt. Unten ist ein Basrelief. Mit dem Zeichen. H. 1 Z., Br. eben 4 Z. 2 L., unten 5 Z.
  9. Die Bildnisse des Grafen Ernst von Mansfeld und seiner Gemahlin Dorothaea. Mit dem Monogramm. H. 4 Z. 5 L.,
  10. Das Bildnis des Königs Heinrich von England. Mit dem Zeichen und der Jahrzahl 1544. H. 6 Z. 6 L. mit dem Rand, Br. 4 Z. 10 L.

Folgende 18 Blätter schreibt Bartsch I. p. 90, dem Cor. Met zu, als einem von C. Matsys getrennten Künstler,

  1. (1) Die wunderbare Fuchz Raplu. Inve. Cor. Met. H. 8 Z. 3 L., Br. 10 Z.
  2. (2) Die Gerechtigkeit und die Klugheit, nackte, auf Ruinen sitzende Frauenfiguren. Cor. Met. H. 4 Z. 8 L., Br. 4 Z. 1 L.
  3. — 62) (3 — 14) Tanzende Hmp. Folge von 12 Blättern. H. 2 Z. 1 — 2 L., Br. 1 Z. 7 L. Jeder der Lahmen tanzt mit einer Bettlerin, ein Hinkender mit einem solchen. Die Blätter sind mit Cor. Met bezeichnet. Von Bedeutung sind diese Blätter nicht, denn R. Weigel bietet deren fünf um 8 Groschen aus.
  4. — 74) Die vier Blinden, der eine fällt in den Graben und der andere nach. H. 2 Z. 4 L., Br. 3 Z. 4 L.
  5. (17) Der Streit der Bettler mit ihren Mätern. Oben in der Mitte steht: Cor. Met. H. 2 Z. 4 L., Br. 3 Z. 5 L.

Die der zunächst aufwärts folgenden Blätter hat ein D. V.H. von der Gegenseite kopiert, in einer Folge von acht Platten. Diese Suite hat ein Titelblatt, welches in einer Einfassung mehrere Bettler vorstellt. Man liest darauf: Anno 1513 — Den Bedel sac — Bodelaers, vlage...

  1. (18) Ein betrunkener Junge, von einem Mädchen geführt. Links unten ist ein Täfelchen mit den Worten Cor. Met. H. 2 Z. 2 L., Br. 1 Z. 0 L.

  2. Die Schlacht, in welcher Abraham den Sohn Lot’s befreit, im Zentrum ein Krieger, der seinen Gegner besiegt, links ein gefallenes Pferd, im Grunde das Meer. Am Steine liest man: Genesis 14. Mit dem Zeichen und der Jahrzahl

  1. H. 3 Z. 7 L., Br. 5 Z. 1 L. SA

— Dieses Blatt gehört zur Folge von No. 21; Im anschein- lich ersten Drucke hat es das gewöhnliche Monogramm des

C. Matsys, später wurde es etwas verändert, so dass der

erste Teil einem altdeutschen A gleicht. —

Cleopatra auf dem Ruhebette, den Arm umschlingt eine

Schlange, welche sie in den Busen sticht. Auf dem Täfel- chen die Jahrzahl 1550 und CMA verschlungen. H. 3 Z. 6 L., Br. 5 Z. 6 L. Sehr selten und schön. Wurde in der

von Stengel’schen Auktion mit 20 fl. bezahlt. —

  1. David enthauptet den Goliath. H. 3 Z. 8 L., Br. 3 Z. 2 L.

  2. Samuel salbt David zum König. Nach dem Cataloge der Sammlung des Grafen von Fries in Wien.

  3. Ein Blatt mit Arabesken; in der Mitte ein Idol, welches rechts und links von knienden Weibern angebetet wird. Zwi- schen den zwei Chimären, auf welchen das Idol ruht, ist das Monogramm. H. 2 Z. 4 L., Br. 8 Z. 4 L.

Silene auf dem Esel von zwei Satyrn begleitet, in einer Rundung. Diese ist mit einer Verzierung umgeben, welche vier Vasen mit Früchten und dazwischen zwei Büsten von Kriegern und zwei solche von Weibern enthält. Dieses Blatt hält 7 Zoll ins Gevierte. —

Diese beiden Blätter waren in der Sammlung des

Gouvernial-Sekretairs J. P. Ceroni zu Brünn. 14A imi0ltarÄ

  1. Die Ankunft des Neides auf dem Parnass, im Cataloge der

Sammlung des Grafen von Fries dem Cor. Met beigelegt,

und als von Bartsch nicht erwähntes Blatt angezeigt.

  1. Eine Allegorie; wird in demselben Cataloge als unbekann- tes Blatt des C. Met erwähnt, aber der Inhalt desselben

wird nicht näher bestimmt.

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