Masuccio II., Bildhauer und Architekt

Masuccio II., Bildhauer und Architekt, der Sohn des Pietro de’ Stefani, wurde 1201 geboren, und von seinem Vater und Masuccio I. in der Kunst unterrichtet. Später soll er Rom besucht haben, um seinen Geschmack nach den antiken Denkmälern jener Stadt zu bilden, weil die neapolitanischen Schriftsteller und auch noch N. Vivenzio (1816. II. 362) die Meinung haben, dass man dem Masuccio schon vor Brunelleschi und Alberti die Herstellung der antiken Bauweise verdanke. Als Beweis führen sie den Thurm von St. Chiara an, den Masuccio laut einer gleichzeitigen Stein- schrift 1348 unter König Robert baute, aber nach der Zeichnung des T. de’ Stefani. Allein die beiden oberen Stockwerke sind offen- bar später, nach von der Hagen erst aus dem Anfange des 17. Jahrhunderts. Dieser Meinung ist G. Grossi (Opuscoli sto-

rici_IL._ 30) durchaus nicht. Er erklärt den Thurm als „la prima opera di greca Architettura ** das ihm viel hbewunderungswürdiger erscheint, als die „Vviziose forme goutiche,‘“ wie er sich ausdrückt. Er legt die Erfindung einzig dem Masuccio bei., nur die Festons und die Larven erklärt er als Michel Angelo’s Werk, — Auch die Kirche von S. Chiara, welche. von einem ungeschickten' Baumeister angefangen wurde, baute Masuccio ’aus, und die Kirche von S. Francesco, das Werk desselben Künstlers, rettete er vom KEin-

. sturze. Er erbaute auch die Kirche S. Domenico Maggiore, und nach Cicognara soll er ebenfalls die von Masuccio I, angefangene Kirche S. Lorenzo zu Stande gebracht haben, mit dem i°ewunde- rungswürdigen Bogen. Dieses gibt von' der Hagen (Briefe etc. I. 467) nicht zu, sondern dass ihm nur die Wiederherstellung gebühre, da die Kirche durch ein Erdbeben gelitten hatte. Von. Masuccio sind in S. Lorenzo auch Grabmäler: jenes von Carl, Herzogs von Du- razzo, der 1347 erdrostelt wurde; Robert’’s von Artoıs und.das der Herzogin Johanna, die 1387 vergiftet wurde; jenes der Köni- ‚ gin Maria, . Tochter Karl’s 11. 1374, und Ludwig’s, des Sohnes von Rabert, In S, Chiara ist das grosse und reiche Grabmal des Stifters , Robert I., und seines Sohnes Carl, mit einem Bildwerke, das Wolf und Schaaf, friedlich aus einer Quelle trinkend, zeigt. Robert starb 1542 und Carl schon 1328.

Figuren ‚von den beiden letzten Grabmälern sind bei D’Agincpurt, Sculpt. XXX. 5 9, abgebildet, und Archit, LIV. 1 — 21, LXIV. 47 ist der Thurm und dessen Einzelnheiten in Abbildung gegeben, Das ganze Grabmal s. Cicognara storia della scultura I. 40. Hier ist auch tab. 40, 55 das Grabmal der Maria abgebildet,

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