Martschke, Christian, s. Maetschke. Lr Martss de Jonge, Jan, Maler und Kupferstecher mit der Nadel, auch Jan Marssen und J. Marsen, J. M.D. Jonge ge-
nannt. Der Jüngere (de Jonge) heißt er, weil sein Vater eben-
falls Maler war, und dieser nun scheint Mart geheissen zu haben, weil Jan Martss und Marssen der Sohn des Mart oder Mars heisst. Der ältere Marts ist nicht bekannt, er malte aber wahrscheinlich ebenfalls Schlachtbilder, weil man es für nötig fand, den jungen zu unterscheiden. Doch ist letzterer der bekanntere. Es finden sich Pferdstücke und Schlachten von ihm, dann Zeichnungen die-
ses Inhalts, und Radierungen, die einen geübten Zeichner und
einen Künstler verrathen, der seine Gegenstände wohl zu gruppi-
ren wusste. Die Pferde gelangen ihm jedoch nicht immer, beson-
ders in den Füssen und Schenkeln. Er unterstützte seine Nadel nur wenig mit dem Grabstichel, und dann hat erstere das Eigene, dass nur kurze, etwas gekrümmte und selten kreuzweise Schraffi-
rungen zum Vorschein kommen. Seine Lebenszeit ist nicht genau zu bestimmen. Auf einigen seiner Werke steht die Jahrzahl 1652, und so darf man vielleicht das vorhergehende und nachfolgende Decennium als seine Blüthezeit ansehen.
Bartsch P., gr. IV. 49 ff. beschreibt eine bei N. Visscher erschie- nene Folge von 6 Blättern, und wir fügen noch andere bei:
Sechs Szenen mit Lager- und Schlachtbildern, von Bartsch
erwähnt.
- Ein Lager, links des Blattes ein Reiter mit dem Kruge vor
dem Marketenderzeite, aus welchem die Markedenterin tritt, Ein anderer, auf dem Fasse sitzend, raucht, und zwei be- waffnete Leute kommen aus dem Mittelgrunde auf das Zelt
zu. In der Ferne rechts sprechen zwei Reiter miteinander, und nach rechts zurück streiten sich zwei Soldatenweiber.
Martss'de Jonge, Jan _ 385
Liaks unten steht: J. M. D. Jonge Fecitz rechts: No. f. B. 4 2Z2.3L, Br. 6 Z. 7 L. Im zweiten Drucke mit R, et J. Ottens Adresse.
- Gefecht zwischen drei Reitern. Der eine im Cuirasse streckt den Degen gegen den Feind aus, während ihm ein dritter die Pistole auf seine Brust anschlägt. Vorn links liegt ein Todter, und im Grunde von derselben Seite zielt ein Reiter auf einen anderen mit der Pistole. Zwei Reiter'fliehen nach dem Grunde, J. M. D. Jonge Fecit — No. %; In gleicher Grösse. Im ersten Drucke vor der Adresse 'bei Weigel 2 Thl.
18 gr. 3) Gefecht zwischen zwei Reitern, der eine, dessen Pferd fällt, vertheidiget sich mit der Pistole gegen einen andern, der auf ihn haut. In der Ferne links ist ein Gefecht, und da be- merkt man einen Reiter, der nach rechts sprengt. Unten der Name und die No. 3. In gleicher Grösse mit Np. 1. Bei Weigel vor der Adresse 2 Thlr. 18 gr. ' Ein scharfes Gefecht rechts nach dem Grunde zu, und da- khin sprengt vom Mittelgrunde aus ein Reiter mit verhängtem Züget Er trägt in der Linken den Commandostab und scheint einem Reiter, der ihm folgt, Befehl za ertheilen. Unten in der Mitte: J. M. D. J. fec., — rechts No. 4. H. 1 Z. 10 L., Br. 3 Z. “ '
So beschreibt Bartsch dieses sehr geistreiche Blatt; es gibt aber auch einen Abdruck mit denselben Anfangsbuckstaben des Namens und rechts oben ist No. 5 a, ‚
Als No. 4 schalten wir Ffolgendes, nicht bei Bartsch er- wähntes, Blatt ein:
Drei Reiter im grossen Galopp, rechts zwei solche mit eben so vielen Infanteristen im Kampfe. Unten in der Mitte: M. D. Jonge fecit — rechts No. 4. H.2 Z. 10 L., Br. 4 Z. 1 L. Im ersten Drucke vor J. C., Visscher’s Adresse.
(Bei Bartsch No. 5.) Ein liegendes Pferd, Im Profil nach rechts. In der Mitte unten: J. M. D. J. fe, — rechts No. 5. H. 12Z.8L., Br. 2 Z. 10 L.’
Dies ist die No. 5 bei Bartsch beschrieben , im Rigal’schen Cataloge finden wir aber dieses Blatt als No. 5 b., so dass es sich also auf die laufende No. 4 beziehen könnte, nach unserem Zusatze.
Als No. 5 finden wir auch folgendes, nicht bei Bartsch erwähntes, Blatt bezeichnet: r ) Drei Soldaten am Gebüsche mit Kartenspiel beschäftiget, rechts zwei andere, von denen der Eine das Pferd am Zaume hält. Unten in ger Mitte steht: M. D. J. fe. — rechts die
No. 5. Oval. H. 2Z. 1L., Br. 2 Z. 9 L. Bei Weigel
5 Thlr. 8) (Bei Bartsch No, 6.) Eine Schlacht; rechts vorn drei Män- ' _ ner im vollen Ritte nach dem Grunde zu, wo ein Cavallerie- Detaschement ist, welches mehrere Leute von verschiedener Waffengattung verfolgt. Im Vorgrunde links sieht‘ man ei- nige Pferdeknochen, und gegenüber erhebt sich ein Baum, an dessen Fusse man liest: J. M D. Jonge fecit und No. 6. H. 6 Z. 2'L., Br. 9 Z. 5 L. | Bartsch sah auf der k. k. Bibliothek einen Abdruck dieses Blattes ohne Schrift. Die von ihm beschriebenen Blätter sind die No: 1 — 4, 6 und 8;, und da scheint er nur Abdrücke ohne J. C., Visscher’s Adresse gesehen. zu haben, weil er
Nagler’s Künstler - Lex. VIIT. Bd, 95
dieser Adresse nie erwähnt. Bei R. Weigel in Leipzig ist
ein vorzügliches Exemplar dieser 8 Blätter aus dem Cabinet
de Vos; fns“j’exiigo in der Sammlung Rigal kam in den Be-
sitz des Herzogs von Buckingham. Bei Weigel kostet es
g) .Die, ähnliche Darstellung wie. No. 8. Links der Reiter, dem
‚ .ein anderer folgt, die Gruppe rechts ist ferner und der Rei-
ter erschiesst cınen Mann. Dieses Blatt ist .hkleiner, gr. 12.
gnn dieses Copie ist, so wusste der Copist die Weise dex
, de Junge sehr wohl nachzuahmen, Wir halten es. für Origi-
;# . ; ‚mal, haben aber von dem Blatte, welches wir sahen, keın
; ganz genaues Maass nehmen können.
An’ folgendem Rupferwerke hat Martss de Jonge nur der Zeich- “ nung Pa::h°Ant eil: w _ '
- Medicea-hospes, sive Descriptio publicae gratulationis, qua
Ser...et August. Reginam Mariam de Medicis excepit Sena-
1us populusque Amstelodamensis. Auctore Caspara Barlaeo,
1658 auf Kosten der. Generalstaaten herausgegeben. Auch
. ; N, Moyaert, S. de Vlieger und P. v. Avondt zeichneten da-
‘; ; . zu. Die 17 geistreichen Blätter haben Nolpe, S. Savry und
C. van Dalen radirt, gr. qu. fol..
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