Martersteig, Friedrich

Martersteig, Friedrich, Maler von Weimar , wurde um 1812 geboren, und nachdem er in seiner Vaterstadt die Anfangsgründe seiner Kunst erlernt hatte, begab er sich nach Düsseldorf , um an der Akademie unter Leitung des berühmten Sohns seine Studien fortzusetzen. Seine Bemühungen krönte ein glücklicher Erfolg; denn Martersteig gehört bereits zu den vorzüglichsten Künstlern unserer Zeit. In Dr. Schorn’s Kunstblatt 1830 wird der Künst- ler nach Verdienst gewürdigt. Seine Werke beurkunden eifriges Studium der Natur, richtiges Gefühl für den ruhigen Ausdruck der Seele, glückliche Nachbildung der Stoffe. Wir haben von seiner Hand eine bedeutende Anzahl von Gemälden, unter welchen wir folgende nennen: Das schöne Bild eines jungen Mädchens in sinnender Stellung, ein im Kunstblatte von 1836 belobtes Bild; das Brustbild eines lesenden Pagen; den betenden Knaben, halb le- bensgrosse Halbfigur; des Grossvaters Mittagsschläfchen im Lehn- stuhle, von seiner Enkelin belauscht; das Abendgebet der Kinder vor der Mutter; die Spinnerin, lebensgrosse Halbfigur; 1838: der Justige Schuster pfeift dem Hänfling vor; der Abschied des Schnei- dergesellen von seiner Familie; des Grossvaters Mitnahme des En- kelchens zum Jagdritt; der Bäckergeselle über dem Abschöpfen des Sonntagsbratens ertappt; mehrere Hauptmomente aus dem Le- ben Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar: wie ihn die Mutter segnet beim Auszuge zum Mansfeld’schen Heere; dessen Beschwich- tigung der empörten Schweden an der Donau 1635; seine Ab- schliessung des Subsidienvertrages mit dem Cardinal Richelieu zu St. Germain en Laye; wie er die durch Hunger zur Uebergabe genötigten Breisacher speist 1638; sein Tod durch Gift 1653. Dann malte er noch den Raub der sächsischen Prinzen durch Kunz von Kauffungen; Räuber vernehmen Prinz Albert’s Befreiung durch vorüberziehende Köhler etc. Ausserdem malte er die Bildnisse des Grossherzogs von Weimar in halber Lebensgrösse; jenes des Her- zogs Bernhard von Weimar, des Prinzen Wilhelm von Preussen, der Grossfürstin von Weimar u. a.

Martin von Antwerpen, s. Joh. Mertens.

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