Marsigli, Filippo

Marsigli, Filippo, Historienmaler zu Neapel, wurde um 1780 geboren. Er suchte zu seiner Ausbildung die besten Hilfsmittel, machte gründliche Studien, sowohl nach der Natur als nach den besten Meisterwerken der Malerei aus der früheren Zeit, und gelangte so nach Italien zu großem Wufe. Er wurde Professor der Historienmalerei an der Akademie der Künste in Neapel; und 1823 war er neben Franque und Hanselaer einer der Concurrenten um die damals in Neapel erledigte akademische Direkturstelle. Als Preis des Kampfes setzte er sich einen schon früher behandelten Gegenstand wie Homer den Hellen seine Gesänge vorträgt. Dieses Bild wird im Kunstblatte von 1823 besprochen, und da heißt es, dass die Composition sehr einfach und edel sei, auch Correctheit der Zeichnung und Schönheit der Form wird nicht vermisst. Die Gewänder sind etwas monoton in Wurf und Farbe, und überhaupt kam der Künstler im Colorite, besonders auch in der Zeichnung, den beiden anderen Mitbewerbern nicht bei. Man sieht es diesem Bilde an, heißt es in dem bezeichneten Journal, dass der Schöpfer des Bildes mehr akademisch als ästhetisch gebildet und dass Phantasie und Gemüt bei ihm weniger als der Verstand angeregt ist. Nicht so strenge Urtheile pflegen die Landsleute über ihn; sie setzen ihn den besten Meistern an die Seite, und hier und da glaubt man sogar, einige moderne Maler, und darunter ist auch Marsigli, hätten die gepriesenen Künstler der mediciäischen Zeit sogar in einigen Dingen noch übertroffen. So urtheilen die Italiener von ihren vorzüglichen, lebenden Künstlern; die Deutschen aber wollen es ihnen nicht glauben. Von der Erhabenheit der modern italienischen Kunst ist auch F. Marsigli durchdrungen; und er spricht sich darüber in einem Werke: Il progresso delle scienze, delle lettere e delle arte, Opera periodica etc. Volume VIII. Anno III. Napoli 1834, ganz offen aus. Er preist unsere Zeit glücklich, dass unsere Maler nicht mehr in so schwere Irrthümer und Ausr

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chronismen verfallen, wie die früheren, und die Kenntnis zur Vermeidung dieser Dinge hält er für ein Haupterfordernis und für einen der wichtigsten Punkte der Historienmalerei. Gegen das Costüm wird also Marsigli nicht verstossen, und diejenigen neuern Künstler Italiens, die seiner Ansicht Genüge leisten, stellt er höher, als die Meister classischer Zeit. Diese sind: Camuccini, Benvenuti, Landi, L’alagi, Hayez, Sabatelli, Nenci, Minardi, Caliandro, Cavalleri, Biscara, Podesti, Goghetti, Sessa, Foggia de Vivo, Guerra, de Laurentiis und Carta. Dass er auch den Professor Filippo Marsigli in diese Reihe stellt, ist wohl klar. Von seinen Werken haben wir wenig Kunde. Es sind dies Historien, Genrestücke und Porträts, in denen wahrscheinlich die oben berührten Vorzüge und Mängel wiederkehren.

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