Maricot, Jeanne Alexander

Maricot, Jeanne Alexander, Maler zu Paris , und daselbst ge- boren 1780. Dieser Künstler hat eine sehr große Anzahl Bildnisse in Öl , Miniatur und in Aquarell gemalt, in eben so geringer Anzahl sind aber seine Genrebilder vorhanden. Im Jahre 1819 wurde er vom k. Ministerium mit einer goldenen Medaille belohnt, und in demselben Jahre erhielt er in Arras eine silberne. Maricot ertheilt Unterricht in der Zeichenkunst und in der Ma- lerkunst, und hält ein Atelier.

Marie; Prinzessin von Orleans, Tochter des kunstliebenden Königs Louis Philipp von Frankreich, vermählte Herzogin von Württem- berg, eine edle, liebenswürdige, äußerst gebildete, Prinzessin, die inmitten der schweren Prüfungen, welche der Himmel über die königliche Familie schickte, welcher sie angehörte, verschont blieb, um dann fern von ihr, auf italienischem Boden, ein Leben auszuhauchen, das alle Elemente des Glückes vereinigte. Ein edles, ausgezeichnetes Talent hatte sie in die erste Reihe der Künst- ler gestellt, und als solche hinterließ sie der Nachwelt Werke, die bewundert wurden, ehe man wusste, dass sie eine Königin zur Urheberin haben. In Versailles ist ein solches Werk, die lebensgrosse Statue der Johanna d’Arc, und zum zweiten Mal stellte sie jene Retterin Frankreichs zu Pferde dar. Der Gedanke, welcher die junge Künstlerin dabei leitete, ist voll Poesie , so dass man dieses Reiterbild noch über jenes, in Versailles setzen zu dürfen zulässt. In der Presse vom 14. Jänner 1830 und darnach in der allgemeinen Zeitung ist das Motiv von Alphons Karr so be- stimmmt: Johanna trifft zum erstenmal einen Mann mit ihrer Streitaxt; er wälzt sich auf der Erde in seinem Blut. Die Heldin ist mit entgegengesetzten, gleich wahren Gefühlen im Kampfe. Dieser Mann ist ein Engländer, ein Feind Frankreichs; sie sieht, dass ihr weißer Arm und ihre schmalen Finger die Streitaxt so gut wie alte Krieger schwingen, die Helme zerschmettern und die bruste des Feindes treffen können. Sie sieht, dass sie Gott nicht getäuscht habe, dass sie Frankreich retten, und dass Karl in Rheims gekrönt werden werde. Ein edler Stolz malt sich in ihren begeisterten Zügen; aber zu gleicher Zeit macht der Anblick des Blutes, des Todes sie ganz verwundert und verstört. Das junge Mädchen zittert über die That der Kriegerin, sie erinnert sich noch einmal an ihr so friedliches Hirtenleben und an den Augen- blick, wo sie wurde, was Gott gebot. Die Prinzessin hinterließ auch einen sterbenden Bayard, welcher aber nicht im Grossen ausgeführt wurde.

Marie von Orleans wandte auch der Glasmalerei ihre Aufmerk- samkeit zu. In der St. Saturninskapelle zu Fontainebleau liess sie nach ihren Zeichnungen Glasgemälde ausführen. Sie stellen die heil. Amalia, Schutzpatronin ihrer Mutter dar. Es ist ein von den Kennern geachtetes Werk, merkwürdig durch den edlen Cha- rakter, der dem Talente der Prinzessin so eigenartig war. Und so war auch ihr Leben. Sie lebte inmitten der Familie, von welcher sie zärtlich geliebt wurde, allein der Kunst, und zeigte sich wenig öffentlich. Im Jahre 1837 verließ sie Paris und Frank- reich, um einem selbst gewählten Gemahl, dem Herzog von Wür- temberg, zu folgen. Ihr Ruf ging ihr voran, und daher wurde sie mit Begeisterung empfangen. Über das Unglück, wie ihr der Brand ihres Residenzschlosses tödlich wurde, wie sie in Italien vor der zerstörenden Kraft der Krankheit Hilfe suchte, und wie die Prin- zessin endlich dennoch in Pisa unterlag, erzählten Alles deutsche und französische Blätter. Einige Tage vor ihrem Tode forderte sie, vom Schmerz geweckt, Licht, und zeichnete einige Stunden lang. Letzte Künstlereindrücke, die an Weber’s „letzten Gedanken“ und die Verse von Gilbert: „Au banquet de la vie infortunée convive“ etc. erinnern. Sie starb 1853 mit dem ersten Frühlingsgrün Italiens, kaum 25 Jahre alt.

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