Margaritone, Maler

Margaritone, Maler, Bildhauer und Baumeister aus Arezzo , galt
in seiner Zeit für einen ausgezeichneten Maler, bis Cimabue und
Giotto seinen Ruhm verdunkelten. Er vollendete in Arezzo eine
Menge Tafeln in Tempera, und malte auch die ganze Kirche S.
Clemente mit mehreren Freskenbildern aus, welche aber 1547 sammt
der Kirche zu Grunde gingen. Von den Temperabildern aus jener
Zeit haben sich noch eine Madonna und ein Kreuzifix in S. Fran-
cesco erhalten, noch auf derselben Stelle, wo sie Vasari sah, näm-
lich ersteres in der Capelle della Concezione, und in der Capelle
neben der Wohnung der Kirchenverwalter. Seine Tafel in S.
Margherita, welche Begebenheiten aus dem Leben der Mutter
Gottes in kleinen Figuren darstellte, ist zu Grunde gegangen. Er
verfertigte dieses Bild, wie Vasari versichert, in einer besseren
Manier und mit mehr Fleiss und Zierlichkeit, als dies bei seinen größeren
Gestalten der Fall war. Zierlichkeit und Anmuth ist übrigen von Margaritone’s
Gemälden ferne; denn man erkennt vor denselben, wie eine Probe zeigt, die in
der Etruria pitt. No. 7 abgebildet ist, welches Bild dort das Meisterwerk des
Künstlers genannt wird. Zu den Gemälden, welche sich von M. noch er-
halten haben, gehört auch der heil. Franciscus im Kloster Sarjano außerhalb
Arezzo, und das große hölzerne Kreuzifix in S. Croce zu Florenz, das als
Seitenstück zu dem des Cimabue gestellt ist. Die Werke, die er für S. Domenico
zu Arezzo verfertigte, sind zu Grunde gegangen. Nach Vollendung dieser Arbeiten
ging er nach Rom, wo er für Papst Urban VIII. in der Vorhalle von S.
Peter einige Fresken ausführte und sich die Gunst des Papstes er-
warb.

Nachdem er zu Ganghereto einen heil. Franciscus verfertigt hatte, wandte er sich
zur Bildhauerkunst, denn er war hochstrebenden Sinnes, wie uns Vasari versichert;
brachte es jedoch nicht zu vollendetem Erfolg, wie sich aus der Chronik von S.
Clemente ergibt, wonach er die Statue des heil. Franziskus, die er in Ganghereto
verfertigt hatte, in S. Domenico zu Arezzo aufstellen wollte, aber dieser Wunsch
nicht erfüllt wurde. Der Grund dafür ist unklar, aber möglicherweise hatte er zu
spät gearbeitet oder die Kirche war nicht mehr in der Lage, eine solche Statue
aufzunehmen. Er starb schließlich in Rom, wo er die meiste Zeit seines Lebens
verbrachte, und wurde dort auf dem Campo Verano beerdigt.

Nagler’s Künstler-Lex. VII. Ba. 21

seiner neuen Kunst zu, besserem Gelingen, als in Jeru- salem. Seine ersten Arbeiten, ebenfalls nach griechischer Manier, sind zu Grunde gegangen; erhalten hat sich noch das Marmorgrabmal Gregors X. im Dome zu Arezzo, in der Art Arnolfs und der Pisani, von deren Werken er in Florenz gelernt hatte. Der Papst liegt in Lebensgröße da, und Brustbilder der Evangelisten und anderes Bildwerk zieren das Denkmal. Alles ist sehr natürlich und einfach gearbeitet. Es ist dieses wohl eine der besten Arbeiten dieses Meisters, welche früher aus Holz, meist zu Grunde ge- gangen sind. Neben dem Bilde des Papstes aus Marmor sieht man hier auch noch ein Temperabildnis desselben von Margaritone’s Hand. Die Abbildung dieses Monumentes s. im Leben Gregors X. von Bonucci, Rom 1711 und zwei halbe Figuren vom Sarfibi hag bei Cicognara st. d. Sc. tav. I. 23. Daselbst ist auch eine treffende Charakteristik des Künstlers IIl. 270. ”

Als Baumeister unternahm er die Fortsetzung des Domes zu Arezzo, nach Jakob des Deutschen Zeichnung, beendigte aber das Werk nicht, weil 1280 der Krieg ausbrach. Er machte auch 1270 die Zeichnung und das Modell zu dem Palaste der Befehls- haber der Stadt Ancona nach griechischer Art, und verzierte die Hauptseite mit Bildhauerarbeiten. Von ihm ist auch das Modell der Kirche S. Ciriaco zu Ancona. Von seinen Gemälden in Rom, in St. Jani und St. Peter, zu Pisa in St. Caterina und an vielen andern Orten hat sich nichts mehr erhalten. K R

Margaritone starb im sieben und siebzigsten Jahre, betrübt und überdrüssig, wie Vasari sagt, so lange gelebt zu haben, da er die Zeiten verändert und die neuen Künstler mit Ruhm gekrönt sah. Er wurde im Dome ausserhalb Arezzo begraben. Vasari be- schreibt das Leben dieses Künstlers I: 123, deutsche Ausgabe von Schorn, wo berichtigende Anmerkungen zu finden sind. Auch in von der Hagen’s Briefen in die Heimath, so wie in andern Reise- werken sind zerstreute Nachrichten über diesen Künstler. Gestochen ist wenig von Margaritone. Wir kennen ein Blatt mit dem heil. Franciscus in ganzer Figur, umherum Darstellungen aus seinem Leben. Die Unterschrift sagt folgendes: Imago S. P. Francisci in conventu Fratrum minorum cunvehtualium Urbis S.

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