Marecus, Jakob Ernst

Marecus, Jakob Ernst, Zeichner und Kupferstecher , wurde 1774
auf dem Lande St. Eustatius geboren, kam dann mit seinem Vater
im neunten Jahre schon nach Amsterdam , verlor aber diesen
im folgenden Jahre durch den Tod. Sein Vormund brachte ihn
in eine Kostschule, und nachdem Marecus dieselbe verlassen,
brachte er den Jüngling in sein Haus auf. Er bestellte ihm den
Steven Goble zum Lehrer in der Zeichenkunst, und in seinem
sechzehnten Jahre übernahm ihn R. Vinkeles als Zögling. Im Jahre
1781 erhielt er den ersten goldenen Ehrenpreis der Akademie zu
Amsterdam, und von dieser Zeit an war sein Ruf als geschickter
Künstler unbefangen. Im Jahre 1801 fasste er mit dem
Landschaftsmaler ‚‚ den Entschluss, eine eigene Zeichengesellschaft
zu gründen, und sie mit Preisen zu dotieren. Es ist dieses die
unter der Benennung ‚„Rust van deel“ ‚bekannte Gesellschaft, und
auch sie erhielt unserm Marecus den goldenen Ehrenpreis.

Groningen, Sohn des „Vaters“ des Capelle der Märtyrer in

Cambray, Brüder, deren wir hier in einem gemeinsamen Artikel

erwähnen, weil sie gleiche Talente und gegenseitige Freundschaft

verbanden. Caspar, der ältere, wurde 1722 geboren, und dieser

hatte Wissenschaft und Urteils Kraft, während sein um vier Jahre

jüngerer Bruder mehr Geist und gesellschaftliche Aufgaben besaß.

Ihren Arbeiten aber erscheinen sie ganz gleich befähigt, so

dass man sie miteinander verwechseln könnte. Ihr Vater, ein

oberer Bildhauer, ertheilte ihnen den ersten Unterricht, und um

1748 kamen sie nach Paris, wo sie ein Jahr lang bei einem Bild-

schnitzer arbeiteten, bis sie endlich durch Sarazin u. a. bekannt

wurden. Jetzt liess der Staatssekretär La Vrilliere sein Nayps, durch

zu verziern, das später genannte Hôtel de Toulouse; im Schlosse

Boucher bei Etampes, im Hôtel Salle u. s. w. waren Stuccaturen

aus ihrer früheren Zeit. Ihr erstes öffentliches Werk war die

Decke der Abteikirche zu

Saint-Dionys in Alençon, wo sie auch eine Lebensgroße

Statue fertigten. Dann führten sie verschiedene

J. E. Marcus befasste sich größtenteils mit der Kupferstecherei,

es finden sich aber auch Zeichnungen von ihm, und Versuche in

der Ölmalerei. Seine Landschaftszeichnungen, mit Figuren und

Tieren, gingen in verschiedene Sammlungen über, allgemeiner

bekannt sind aber seine Kupferstiche. Man findet deren in Büchern

und einzeln. Im Jahre 1807 begann er die Herausgabe eines

schönen Werkes, unter dem Titel „Studiebeelden en Fragmenten.“

Die Zeichnungen dazu fertigte er nach dem Leben, und

darunter sind auch einige Bildnisse von Künstlern und anderen

Personen.

In „Geschiedenis der Vaderlandsche Schilderkunst“ durch R. van

Eynden und A. van der Willigen, aus welcher dieser Artikel ent-

nommen ist, sind ebenfalls Bildnisse von Künstlern von Marcus

gestochen, ein genaues Verzeichnis seiner Blätter findet man aber

in diesem Werke nicht.

Dieser Künstler war Mitglied des k. niederländischen Instituts,

und 1820 zog ihn auch die k. Akademie der bildenden Künste zu

Amsterdam in ihr Bereich.

Folgende Blätter werden in der erwähnten Geschiedenis etc. als

die bekanntesten aufgezählt, aber unbestimmt, und wir hatten

nicht Gelegenheit, solche zu sehen.

  1. Die Gefangennahme des russischen Generals Hermann bei

Bergen in Nordholland 1799, nach einer Zeichnung des Dirk

Langendyk.

  1. De ramp van Leyden, nach einer Zeichnung des J. Jelgerhuis

  2. — 4) Zwei Blätter nach J. Steen.

  3. — 6) Zwei andere nach J. Cats.

  4. — 8) Zwei Blätter mit rauchenden Bauern, nach A. v. Ostade,

1795, 4. Bei Weigel 1 Thl. 12 gr.

  1. Imitationen in Zeichnungsmanier nach Original-Bisterzeich-

nungen von A. Bloemaert, J. de Wit, J. Luycken u. a.,

  1. u. qu. 8. Selten. Bei Weigel 4 Thl.
  1. Das Bildnis des berühmten Vestungsbaumeisters Menno Baron

v. Koehoorn, nach Netscher gestochen.

  1. Studiebeelden en Fragmenten, das oben erwähnte Werk des

Künstlers.

Marcy. — Mare-Richard, Flor. de la. 317

„Apollogallerie aus, zu Versailles die metallenen Figuren an den Fontainen des Drachen, des Bacchus und der Latona, einen ewi- gen Namen machten ihnen aber die Tritonen, welche im Apollo- Garten den Sonnenpferden zu trinken geben. Ihre jetzige gemein- schaftliche Arbeit ist das Grabmal des polnischen Königs Johann Casimir, wie er Gott Krone und Scepter zurückschließt, für St. Germain - des - Pres bestimmt; von dieser Zeit an machte es sich der jüngere Bruder als Privatmann bequem, und Caspar arbeitete für sich allein. Von seinen theils früheren, theils späteren Arbeiten erwähnt man: den anbrechenden Tag, den Mittag und Afrika, nach Le Bran’s Zeichnungen in den Gärten von Versailles ausge- führt; Encelades unter dem Felsen, in einem Bosquet daselbst; die Wachsamkeit, im Spiegelzimmer; die Figuren der Freigebigkeit und Tapferkeit an Turenne’s Grab, und einige unvollendete Bild- werke, an denen A. Flamen die letzte Hand anlegte. Im Jahre 1657 wurde Caspar Mitglied der Akademie und 1650 Professor an derselben, eine Stelle, welcher er seiner Nachlässigkeit wegen bald wieder entbunden wurde, bis er 1670 dieselbe neuerdings er- hielt. 1670 wurde er Adjunkt des Rectors, und 1681 setzte der Tod seinem Rektorate ein Ende.

Balthasar kam 1673 in die Akademie und wurde zugleich Professor adjunctus, starb aber schon im folgenden Jahre, 46 Jahre alt, wie man angegeben findet, während Dandre Bardou ihn 1684 im 56. Jahre sterben lässt. Über diesen Künstler berichtet d’Argenville II, 202 ff. aus Familiennachrichten.

G. Audran stach die erwähnten Statuen Caspar’s: Le point du Jour; und l’Afrique, und Edelink eine Venus, den Mittag vorstel- lend, und die Latona in Versailles, von beiden Künstlern geferti- get. J. Marot stach das Mausoleum des Königs von Polen St. audet und Picart die schöne Gruppe der Tritonen, welche die Pferde putzen, in der Grotte zu Versailles; C. Simmoneau Caspar’s Figuren am Monumente Turenne’s; Thomassin mehrere andere Bildwerke für seine Sammlung. In Landon’s Annales XV. 105 ist der Umriss der von Marcy unvollendet hinterlassenen und von Flamen vollendeten Gruppe des Raubes der Orythia durch Boreas.

Marcy — s. auch Marsy.

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