Manuel entfaltet schon ein freies Talent der Composition; es durchdringt seine künstlerische Thätigkeit ein schöpferischer, ein bildsam erfinderisches Gemüth, und in Zügen, Bewegungen und Gruppen unerschöpfliche Laune, dass er hier seinem Zeitgenossen Dürer an die Seite gestellt werden kann. Auch er hat sich nach jeder Seite des Lebens und der Erscheinung hin bewegt, und nicht blos das Christliche und Kirchliche, sondern auch das bloß Menschliche in seinen mannigfaltigsten Richtungen künstlich aufzufassen. Sodann des Naturgemässen neben Dürer.
Bei ihm aber sticht mehr das satyrische als das phantastische Element hervor. In seinen frühesten Arbeiten sind die Mängel der damaligen Zeichnung erkennbar; er verlieh aber seinen Figuren bald wirkliche Leiblichkeit, Leben und Bewegung. In seinen Gemälden ist eine Wahrhaftigkeit der Naturnachahmung, ein Studium des Nackten und der Beinkleidung, eine Sicherheit der Hand im Zeichnen, wie in der ausgeführten Zeichnung , worin erst Holbein wieder ähnliche Tüchtigkeit und Vollendung zeigt. Seine Figuren sind gestreckt und schlank, aber sie verlieren selten das geziemende Verhältniss der Fülle. Dr. Grüneisen glaubt, es liesse sich wohl sagen, dass Holbein die freiere Darstellung der Natur in deutschen Landen bei keinem andern als bei Manuel erlernt haben könne. In seinen besseren Werken herrscht Weichheit und warne Wirklichkeit und grosse Fünktlichkeit in Behandlung des Costums und aller Nebentheile.
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