Manetti, Rutilio — Maler, geboren zu Siena 1571, gestorben . Er hatte verschiedene Meister, bis er zu F. Vani kam, folgte aber in der Folge dem Carravaggio, mit weniger Wahl, aber mit mehr Kraft in den Schatten, wie Lanzi sagt. In Siena sind Bilder von ihm, und diese unterscheidet man leicht von den übrigen; sie ha- ben immer etwas Finsteres, was das gehörige Gleichgewicht zwi- schen Licht und Schatten aufhebt. Doch hatte Manetti eine rich- tigere Zeichnung als Amerigi, nicht gemeine Ideen, schöne Bau- werke, und desswegen möchte man ihn, nach Lanzi's Bemerkung, zuweilen lieber mit Guercino als mit Carravaggio vergleichen. Aber auch von diesem unterscheidet er sich nicht wenig, wenn er Klei- der von weisser Farbe malt, was er gern that, nach Lanzi ver- muthlich um seine Schatten zu heben und aus zwei so entgegen- gesetzten Farben die größte Wirkung zu ziehen. Im Dome zu Pisa ist von ihm Elias am Wachholderstrauch, ein wegen der Kraft des saftigen Colorits und der Natürlichkeit halber belobtes Bild; viele Bilder von ihm sind in der Carthause zu Florenz und in den Kirchen zu Siena, und was am meisten dort bewundert wird ist eine Ruhe der heil. Familie zu S. Pietro di Castelvecchio. In Privat- sammlungen sieht man schöne Madonnen von ihm gemalt, und höchst lobenswerth nennt Lanzi eine Lucretia bei Hg Bandinelli in Siena. Zuweilen ging er von seiner Manier ab, wie im Siege David’s in der grossherzoglichen Gallerie, wo die Schatten gemil- dert sind, und der Ton des Ganzen fröühlicher ist.
B. Capitelli stach nach ihm eine Folge von Darstellungen aus dem Leben des heil. Bernhard. G. B. Galli stach für Latri pittrice LXIM Loth mit den Töchtern aus Sodom gehend, ebedem in der Sammlung Sergardi zu Florenz. B. Capitelli stach noch den von den Töchtern trunken gemachten Loth, die sterbende Magdalena, wie ihr ein Engel das Kreuz reicht, Andromeda an den Le?sen e- schmiedet, eine heil. Familie, den trinkenden Jüngling, und den Alten, der ein Mädchen liebkoset, S. Muluari ätzte die Geburt Christi, und Pazzi stach Manetti’s Bildniss in der florentinischen Gallerie, Von ihm selbst radirt sind nach der Angabe im Cabinet Paignon Dijonval p. 25: -
- Die Beschneidung Christi. Rutilius Manetus 1636. -
- Der Engel, welcher einen schreibenden Heiligen mit Licht übergiesst. S. Guerricus Igniacenis abbas.
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