Mair, Maler und Kupferstecher von Landshut

Mair, Maler und Kupferstecher von Landshut, und daher Mair von Landshut genannt. Einige glaubten, dieses sei Landshut in Niederbayern, Bartsch aber, P. gr. VI. 362, mutmassen, dass der Künstler aus Landshut in Mähren sei, weil auf dem Blatte No. 8 der Buchstabe W. steht, was Wenzel von Olmütz bedeuten soll. Hawlik (zur Geschichte der Baukunst etc. im Markgrafthume Mähren, Brünn 1838 S. 20) gibt es als gewiss hin, dass Mair aus Landshut im Brünner Kreise sei, und dass er sich zu Olmütz um etabliert habe. Die Urkunden, aus welchen er seine Behauptung schöpfte, nennt er nicht, und so ist die Sache noch nicht vollkommen ausgemacht, ob Mair aus Bayern oder Mähren stamme. Bartsch beschreibt 13 Blätter von diesem Künstler, auf welchen der Name des Künstlers steht, nirgends ein Monogramm, und Brulliot (Dict. des monogr. 1., No. 633) verwechselt ihn mit Alexander Mair. Das bei ihm allegierte Monogramm bedeutet nach unserer Ansicht Alex. Mair Augustae Vindelicorum. Die Blätter dieses Künstlers kommen jenen des Martin Schongauer nicht gleich.

Einige legen ihm die Erfindung des Holzschnittes in Hildesheim bei, während andere sie dem Ulrich Pilgram und dem M. Wohlgemuth beilegen. Diese Meister übten wohl früher die Technik mit zwei Platten, die Anwendung von Mehreren gehört wohl allein dem H. da Carpi an.

    1. David und Goliath , ersterer mit der Krone, schleudert den Stein nach Goliath, im Grunde Landschaft. Unten links der Name M. J. R. H. 8 Z. 7 L., Br. 5 Z. 11 L.
    1. Samson mit dem Stadtthore von Gaza, rechts vorn Soldaten mit Lanzen, links unten M. J. R., H. 9 Z. 2 L., Br. 5 Z. 11 L.
    1. Dalila und Samson, wie sie letzteren der Haare beraubt; zwei Philister wollen ihn faseln, im Grunde ein anderer

Mair.

mit der Hellebarde. Am Pfeiler der Name MAIR. H. 8 Z. 72

Lo. Bl. 6 z. 3 L.

  1. Die Geburt Christi, oben in der Mitte 1490, unten der Name. H. 7 Z. 6 L., Br. 5 L.

  2. Die Anbetung der Könige, unten rechts der Name MAIR, H. 6 Z. 3 L., Br. 4 Z. 1 L.

  3. Christus das Kreuz tragend, links das Thor von Jerusalem, oben die Jahrzahl 1505, unten der Name. H. 4 Z. 3 L., Br. 2 Z. 7 L.

  4. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Schoß, im Zim- mer auf einer Art Sopha, rechts Joseph, hinter der Maria zwei anbetende Engel. Unten an einem Pfeiler steht die Jahrzahl 14-- und der Name. H. 7 Z., Br. 4 Z. 9 L.

  5. St. Anna mit der heil. Jungfrau auf dem Schoß, letztere das Kind in den Armen haltend, alle drei in einer Nische mit vier Engeln. Am Fuße jeder der zwei Säulen steht ein W; unten in der Mitte liest man: 1400 HI LF S ANN SELB TRITT MAIR. Bartsch p. 366 glaubt, dass Wenzel von Olmütz dieses Blatt nach einer Zeichnung Mair’s gestochen habe. In der Stichweise ist das Blatt von den übrigen un- sers Künstlers verschieden, es ist zarter, die Linien sind ge- schlossener. H. 8 Z. 0 L., Br. 6 Z. 3 L.

Die Marter des heil. Sebastian (bärtiger alter Mann an den Baum: gel. h. l.) links unten der Name. H. 5 Z. 10 L., Br. Z. 2 L.

» Dieses Blatt könnte nach Bartsch das Werk eines mittel- mässigen Künstlers im Geschmacke Mair’s seyn, es stellt aber auch nicht die Marter des heil. Sebastian dar, sondern jene Geschichte, wie drei Söhne, die um das Erbtheil des Vaters streiten, auf den ausgegrabenen Leichnam schiessen.

Der erste hat ihn bereits unter dem Herzen getroffen, der jüngere verweigert den Schuss,

  1. Die Todesstunde. Der Tod schiesst auf einen Mann mit der Dame gehend, Rechts unten der Name und die Jahrzahl
  1. H. 9 Z., Br. 11 Z. 9 L.
  1. Das Innere eines Gemaches von drei Abtheilungen, in der Mitte ein grosser Pfeiler mit den Statuen zweier Narren und den Seiten einer Tafel mit der Jahrzahl 1400. In der Mitte steht diese Jahrzahl verkehrt und unten am Pilaster der Name. Links vorn sitzt ein Dudelsackpfeifer, und im Mittel- nde eine Dame mit einem Hunde, welcher ein Herr eine chriftrolle reicht. Rechts vorn am Boden macht ein Bewaff- neter eine Erklärung etc. Bei Bartsch le banderole pr6sent6 genannt. H. 9 Z. 11 L., Br. 14 Z.

  2. Ein junger Mann mit drei Weibern und einem Narren auf dem Balkon, rechts sieht man eine Stiege, über welche ein junger Mann herabsteigt. H. 14 Z. 3 L., Br. 10 Z.

  3. Ein gotisches Gebäude mit Statuen geziert, unter der Thüre empfängt ein Mädchen einen Mann. Links unten der Name. H. 8 Z. 4 L., Br. 6 Z. 2 L.

Bartsch glaubt, dieses Blatt sei das Werk eines andern Künstlers im Geschmacke Mair’s.

  1. Der betende Mann in der Mitte des Vorgrundes einer alten Kapelle kniend, den Hut in den Händen. Zu beiden Seiten des Vorgrundes erheben sich als Stützen der Wölbung zwei Säulen, deren jede die Statue eines in Anbetung-versunkenen Engels über sich trägt. Unten in der Mitte steht der

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