Magnus, Eduard, Maler, wurde um 1808 in Berlin geboren, und hier erhielt er auch Unterricht in seiner Kunst. Er besuchte daselbst die Akademie der Künste mit größtem Erfolge, studierte nach den Werken klassischer Meister des k. Museums, und bei solcher Thätigkeit konnte er schon früh mit Ehren auftreten. Im Jahre 1826 sah man von ihm auf der Berliner Kunstausstellung eine treffliche Kopie von Bronzinos Bild, welches eine reich gekleidete ländliche stehende Frau vorstellt. Doch blieb der Künstler nicht lange bei der Nachahmung fremder Meister, er versuchte auch in eigenen Compositionen seine Kräfte, und von dieser Zeit an sah man bei verschiedenen Gelegenheiten Bilder von seiner Hand, historische Darstellungen, Genrestücke und Porträts. Endlich be- suchte er Italien , um die Kunstwerke und Sitten jenes Landes kennen zu lernen. Magnus malte da auch mehrere Bilder, Porträts und Scenen. Im Jahre 1830 stellte er den berühmten Thorwaldsen im Costüme eines Präsidents der Akademie von St. Luca vor, und seine Dame mit der goldenen Kette wurde bei der Schaustellung in Berlin als eines der besten Bilder gerühmt. Ein be- wundertes Bild ist die Heimkehr des Piraten, die Magnus 1830 zur Ausstellung brachte. Der edle Stil der Zeichnung, die Lebendigkeit der Darstellung und der Glanz der Ausführung machen dieses Bild zu einem der vorzüglichsten seiner Art. Genau beschrieben und gewürdigt ist es in den Berliner Nachrichten 1830 No. 240. H. Eichens hat es lithographirt. Als nicht minder treffliches Gegenstück nennen wir den Abschied des Piraten, und ein neueres Bild stellt einen ritterlichen Greis vor, welcher seinen Enkel segnet, eine noch kräftige ausdrucksvolle Gestalt. Neben den geschichtlichen und gesellschaftlichen Darstellungen müssen auch seine herrlichen Bildnisse genannt werden, so wie die trefflichen Aquarellgemälde.
Die Genrebilder dieses Künstlers gehören zu den edelsten Erzeugnissen dieser Art, und in allen seinen Bildern atmet Leben und
Bewegung, Er fasst die Natur mit charakteristischer Wahrheit auf, in ihrer edlen Form, und alles dieses bewerkstelligt er mit großer Leichtigkeit und Sicherheit. Seine Färbung ist wahr und kräftig, und man rühmt seine Kunst im Farbenauftrage ebenso sehr, als in bestimmter Charakterisirung und Belebung der Gestalten.
Im Jahre 1837 wurde Magnus zu Berlin unter die Zahl der Mit- glieder der k. Akademie aufgenommen.
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