Mages, Joseph

Mages, Joseph, Historienmaler , geboren zu Imst in Tirol , gestorben 1760. Dieser für seine Zeit sehr bemerkbare Künstler war der Sohn eines armen Nagelschmiedes, und kam wegen seiner ganz besondern Neigung zum Zeichnen zu einem gewissen Hapefer zu Imst in die Lehre. Bald nach seiner Lehrzeit verdingte er sich zu einem Maler nach Stubay, der damals in einigem Rufe stand, und hatte das Glück, einen sehr würdigen Geistlichen anzutreffen, der sich seiner annahm, und ihm unentgeltlich Unterricht in der Baukunst und in der Perspektive erteilte. Sein Name ist nicht bekannt. Da er eine ganz besondere Neigung für die Geschichtsmalerei in sich fühlte, und sich für dieses Fach zu bilden wünschte, verließ er Stubay und ging, nach einem kurzen Aufenthalt in Innsbruck , nach Wien, wo er einige Jahre blieb und die Meisterwerke in der dortigen Galerie studierte. Hier war es auch, wo er seine Kenntnisse in der Baukunst und Perspektive um vieles erweiterte. Von Wien begab er sich nach Strassburg , wo er sich mit den Werken der französischen Meister bekannt machte; später hielt er sich einige Zeit zu Stuttgart auf, und endlich kam er nach Augsburg zu Georg Rotpletz, dessen Tochter er 1751 heiratete, wodurch er das Bürgerrecht von Augsburg erhielt. Jetzt ward Mages bald als ein vorzüglicher Maler bekannt; selbst Bergmüller rühmte ihn als solchen. Er war in der

That ein sehr geschickter Maler. Seine Zeichnung ist richtig, in Bezeichnung des charakteristischen Ausdruckes leistete er mehr als die meisten seiner Zeitgenossen, sein Colorit ist sanft und doch schon lebhaft, auch der Zeit trotzend, sein Schatten und Licht überall am rechten Orte, und alle seine Vorstellungen sind historisch wahr. In seinen Genien glaubt man einen Amigoni zu sehen, wel- chen Meister er auch immer ganz vorzüglich schätzte. Der Hof- rath Dr. Horner in Augsburg besitzt von ihm ein Bild der Marter der heil. Viktoria, welches man, ohne Namen und Jahrzahl, für eines der schönsten Bilder jenes Meisters halten könnte. Auch in Fresco leistete er Vorzügliches.

In Augsburg malte Wages mehrere Häuser, und dann zeichnet sich vorzüglich ein großes Altarblatt in der St. Salvatorkirche aus, die heil. Maria aus Ägypten, welcher von dem heil. Zosimus in der Einöde das heil. Abendmahl gereicht wird; ferner in der näm- lichen Kirche ein Crucifix in Lebensgröße mit Maria und Johan- nes, das aber nur zu gewisser Zeit ausgesetzt wurde. In der ka- tholischen Kirche zum heil. Kreuz befinden sich von ihm an den Seitenwänden des Chores acht Stücke in Öl gemalt, wovon die vier ersten die Geschichte des sogenannten wunderbarlichen Gutes, die vier andern aber die von demselben an den vier Elementen, nämlich bei Feuersbrunsten, Überschwemmungen, Erdbeben und Stürmen gewirkten Wunder darstellen. Alles ist hier groß, alles lebhaft dargestellt, alles vortrefflich gruppiert. Auch ist die Kup- pelfreske von ihm auf nassem Kalk gemalt, und oben an der Decke drüsen die vier Ecken die Geschichte des heil. Augustinus, die sehr geschätzt wird.

Wages war noch nicht lange in Augsburg, als sein Ruf sich auch schon auswärts verbreitete; er wurde dreimal nach Stuttgart, und zweimal nach Colmar in Elsass berufen, und jederzeit gut be- lohnt. Für die Wallfahrtskirche auf der Wiese bei Steingaden malte er ein treffliches Altarblatt (1755), welches den reuigen Pe- trus darstellt. Für die neue Kirche des ehemals so prächtigen Reichs- klosters Ottobeuren lieferte er zwei Altarblätter, die H. H. Benedikt und Skolastika vorstellend, sehr belobte Werke. In der Gegend von Augsburg sind mehrere Kirchen von ihm gemalt, als: die des Brigittiner Klosters zu Altomünster, die Pfarrkirche zu Dasing, die Schlosskirche auf dem Hart, endlich zwei Deckenstücke in der Klosterkirche zu Oberschünefeld, die er aber nicht mehr ganz voll- endete. Während er daran arbeitete, erhielt er einen dritten Ruf nach Straßburg, aber er kränkelte schon und starb 1760.

Kurz vor seinem Tod fertigte er für die Domkirche in Augsburg ein heiliges Grab, das der schönen Architektur wegen bewundert, zuletzt aber um einen Spottpreis veräussert und endlich vernichtet wurde. In Tirol sind ebenfalls Werke von diesem Künstler. Im Chore der Kuratiekirche auf dem Schönberg malte er den Plafond, für die Pfarrkirche zu Imst St. Jakob als Sieger mit der Kreuzes- fahne, und für die St. Lorenzkapelle auf dem Calvarienhügel bei Imst die Marter des heil. Lorenz.

Dann zeichnete er mehreres für Kunstverleger.

Nachrichten über diesen Künstler finden sich, von Hofrath Dr. Horner, im Sammler von Tirol AV. 303. Jene bei Füssly und Lipowsky sind nicht genügend.

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