Machek, Anton, Maler und Lithograph, wurde um 1778 im Dorfe Podlaczicz im Grudimer-Kreise geboren, und als Knabe in wissen- schaftlicher Hinsicht ganz vernachlässigt; doch erwarb er sich durch seine Zeichnungen, die er mit bunter Farbe anstrahlte, an dem Königgrätzer Bischof Hay, bei welchem des Künstlers Vater als Musikus im Dienste stand, einen Gnädigen, der den Knaben dem Cabinets-Maler Zitta in die Lehre gab. Bei der Krönung Franz II. kam er nach Prag, und dort in die Schule des geachte- ten Malers Wenzel Bluma, dessen Unterricht er aber nur anderthalb Jahre genoss, worauf er, da er durch den Tod seines Mäzens die Unterstützung verlor, vier Jahre mit niederen Arbeiten dahin- brachte, bis er in Kohl’s vortrefflicher Schule seine höhere Bil- dung zum Künstler begann. Bei der Eröffnung der Akademie der b. K., von der Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde zu Prag,
gewann er den zweiten Preis und später den ersten, welchen das im Graf Joseph Kolowratischen Garten befindliche Reiner’sche Fres- cogemälde einer Schlacht erhielt. Nun fehlten auch annehmbare Anträge nicht mehr; sein Name wurde durch die gewonnenen Preise bekannt. Er folgte der Einladung des neuen Bischofes von Königgrätz, malte zwei Altarbilder für die Schloss-Kapelle in Grast, beinahe alle Zimmer der bischöflichen Residenz, und kam nach einer einjährigen angestrengten Beschäftigung arm an Gütern und reich an Hoffnungen nach Wien. Hier war er noch ein Jahr fleißiger Schüler der Akademie, bis er in Lachsenburg Arbeit fand, wo er für die Kaiserin Maria Theresia am „Hause der Laune“ mitmalte. Da es ihm an andern Arbeiten fehlte, so suchte er in der Portraitmalerei Brod, und sie lohnte mit Gewinn seinen Säckel. Er besuchte jetzt mehrere Städte, fand in König- ätz eine Lebensgefährtin und in Prag eine bleibende Stätte. Hier studirte er fleißig die Zeichnungen und Antiken der Akademie und arbeitete nach dem Modell. Jetzt fing er an, sich in der Compo- sition zu versuchen, dies nicht ohne Glück, und nun weihte er seine Thätigkeit der Darstellung der Thaten des czechischen Vol- kes. Abgeschreckt durch die größeren Kosten und Schwierigkeit der Radierung in Kupfer und in Aquatinta unternahm er die Zeich- nung auf Stein, und brachte es nach vielen verunglückten Versu- chen zum erfreulichen Resultate. In der lithographischen Technik verdankte Machek vorzüglich viel dem Lithographen Kunike in Wien, und sein Verlagsgewölbe ist jetzt reich an gelungenen Pro- duktionen.
Das oben angezeigte Werk führt den Titel: Geschichte der Cze- chen in 72 Bildern, von einem erklärenden deutschen und böhmi- schen Texte von Wenzel Hanka begleitet. Es erschien heftweise,
und wurde mit der vierten Lieferung im Verlaufe des Jahres 1824 beendigt. Peter Bohmann’s Erben übernahmen die vollständige Herausgabe, denen Machek das Werk als freies Eigenthum über- liess. Zugleich vereinten sich Böhmens talentvolle Künstler zur Fortsetzung dieses Nationalwerkes, die die Bilder entwarfen und selbst lithographirten. Es sind in dieser Geschichte Böhmens vor- treffliche Compositionen von J. Führich, L. Friese, J. Warter, W. Markowsky, W. Mannes, von unserm Künstler und von an- dern, grösstentheils von ihnen selbst lithographirt, qu. fol.
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