Luti, Benedetto, Cav., Maler, geb. zu Florenz 1666, gest. 1724. Er bildete sich in Gabbiani’s Schule, ging dann nach Rom zu C. Ferri, und nach dem Tode dieses Meisters suchte er sich durch das Studium nach den classischen Kunstdenkmälern jener Stadt wei- ter zu vervollkommnen. Der Stil, den er dort gewann, sagt Lanzi, kann ein Erzeugnis manichfaltiger Nachahmung seyn, ge- wählt in der Form, lieblich und leuchtend in der Farbe, kunst- reich in der Vertheilung der Schatten, harmonisch für das Auge, wie nur ein Sprecher für das Ohr, der mit seinem Wohllaute die Menge bezaubert, die ihn fühlt, ohne zu wissen, woher er kommt. So urtheilt Lanzi von ihm, und fügt bei, dass wir ihn in jeder Hauptstadt als Meister neuen Styls wiederfinden können. Andere loben ihn nicht so ganz unbedingt; Luti trachtete nur nach dem Zierlichen, nach dem, was den Sinnen schmeichelt, nach gefälli- ger glänzender Färbung. Auf Richtigkeit der Zeichnung, auf jenes in die Gestalten beseelende Wesen der Kunst sah er weniger. Den- noch wurden seine Gemälde sehr gesucht, und alle europäischen Höfe wollten Etwas von seiner Art haben. Der Kaiser machte ihn zum Ritter, und der Churfürst von Mainz fügte dem Ritter - briefe ein mit Diamanten besetztes Kreuz bei. Auch in Italien ehrte den Künstler . Lanzi nennt ihn Gabbiani’s und Florenzens Stolz. Auch in Rom lebte er berühmt. Clemens XI. beehrte ihn mit Auf- trägen und mit dem Kreuze.
Luti malte auf Kalk und in Öl, noch zahlreicher aber sind seine Pastellgemälde, und in ganz Europa zerstreut. Zu Pisa ist sein grosses Leinwandgemälde mit der Bekehrung des heil. Ranieri, nach Lanzi das bewundertste Bild der Kathedrale. Luti sandte es an Gabbiani zur Verbesserung, bevor er es ausstellte, aber der Meister hatte nichts auszustellen. Auf der Gallerie zu Florenz hängt sein Bildnis, — vor diesem, sagt Lanzi, sind selbst die strengsten Kenner manchmal gestanden, und sie haben gesprochen, dass die- ses der letzte Maler der Schule sei. Sein heil. Anton in der Apo- stelkirche zu Rom und die Magdalena bei den Schwestern von Magnapoli werden sehr geschätzt. Das letztere dieser Bilder wurde in Kupfer gestochen, wie Lanzi berichtete. Diese Heilige malte er öfter; dieselbe in der Wüste hat N. de Beauvais für das Cabi- net Crozat gestochen, und wie sie das Abendmahl nimmt, B. Rivalz. Zwei solcher Bilder sind im k. Museum zu Paris: Mag- dalena, in der Grotte von Engeln besucht, hält ein Crucifix; die- selbe über einen Todtenkopf in Nachdenken versunken. Interes- sante Bilder sind auch der büssende heil. Conrad und der nach seinem Tode wieder erkannte heil. Alexis im Dome zu Piacenza. Unter den Cabinetstücken nennt Lanzi die Psyche in der capitolinischen Gallerie bedeutend. Mehrere seiner Bilder wurden gesto- chen, und diese scheinen jedenfalls zu seinen schönern Bildern zu gehören. G. Wagner stach den fliehenden Kain nach dem Bruder- morde, ein sehr schönes Blatt; Bartolozzi Maria mit dem Kinde auf dem Kissen und St. Joseph, Atalante und Hippomene im Welt- lauf, Angelica und Meleagro, Cupido und Merkur, Jesus bei Si- mon; Hytus den heil. Joseph mit dem gewickelten Kinde; G. Cec- chi den Narcissus an der Quelle für Lastri Pittrice; Ch. Prestel den heil. Bartolomäus, der die Pestkranken heilt; Sinzenich die Po- mona; Picot den Hirten mit der Flöte etc. Bartoluzzi und Zucchi stachen Zeichnungen aus seinem Cabinet.
Luti hat selbst gezeichnet, und als Erzeugnisse dieser Art fanden wir folgende seltene Blätter angegeben:
Christus am Kreuze, unten Maria, Johannes und Magdalena, kli. fol.
Die Magdalena, »
Eine Landschaft nach Guerino, qu. fol.
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