Lund, Johann Ludwig, berühmter Maler, wurde 1777 in Kiel geboren. Den ersten Unterricht erhielt er 1790 auf der Akademie in Copenhagen, wo er drei Jahre blieb, bis er nach Dresden sich begab, um die Kunstschätze jener Stadt zu sehen. Hierauf (1800) begab er sich nach Paris , wo ihn David in seinem Atelier aufnahm, im Jahre 1802 reiste er aber nach Rom , und hier entstanden einige Gemälde, die auch in Deutschland bekannt wurden. Zu den berühmteren zählt man jenes der Andromache, wie sie Hektors Leiche hinter Achill’s Siegeswagen durch die Ebene von Troja schleifen sieht. Dieses herrliche Bild, welches Lund vollendete, wurde mit dem Schiffe, welches es nach Copenhagen bringen sollte, von den Engländern aufgebracht, nach Plymouth geführt und verkauft. Ein anderes berühmtes Bild stellt den Abzug der Trojaner aus der brennenden Stadt vor. Dieses erhabene Gemälde mit lebensgroßen Figuren steht sowohl in Anordnung der vortrefflich ausgeführten Hauptgruppen, als deren Umgebungen in einer musterhaften Correctheit der Zeichnung, in Anmuth des Colorites, und an Schönheit der Figuren in ihrem grandiosen Faltenwurfe
keinem Gemälde neuerer Zeit nach. Der Ausdruck der Verlassenheit und Verzweiflung, der höchsten Trauer, ist vortrefflich gezeichnet; auch die Architektur und die Richtigkeit der Perspektive ist zu bewundern.
stisch, besonders die Hauptfiguren hervorgehoben, und man fühlt sich von dem Leben der Darstellung mächtig angezogen. Dieses Bild erwarb ihm die Aufnahme in die Akademie.
Lund malte nebenbei auch immer Bildnisse, um jene Zeit (1814) ein solches der Adelaide Brun von ausgezeichneter Schönheit, im Besitze des Conferenzrathes Brun in Copenhagen. Im Jahre 1819 malte er Adelaide Brun am Grabe des erstandenen Heilandes, in der Capelle des Rathhauses, so wie jenes der Auferstehung des Herrn, welches der Conferenzrath Brun der deutschen St. Petrikirche in Christiania geschenkt hat. Ein anderes schönes Gemälde mit den Jüngern in Emaus, die den Herrn erkennen, ist in der Kirche zu Fühn. Die Anzahl seiner Gemälde ist bedeutend, und noch ge-
egenwärtig (1838) ist der Künstler thätig. Man hat von seiner Hand gewöhnliche Heiligenbilder, Darstellungen aus der Geschichte, Por- träts, und sogar landschaftliche Bilder, die ebenfalls Beifall fin-
den.
Lund hat mit Bröndsted, J. C. Spengler und N. Krossing An- theil an der Herausgabe des dänischen Galleriewerkes: De Konge- lige Billed - Gallerier paa Slottene Christiansborg, Kjobenhavn, Fredensborg etc. mit dänischem und französischem Text. Dieses Werk erscheint seit 1831 in Heften mit lithographirten Blättern.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_eMM-AAAAcAAJ/