Lüderitz, Gustav, Zeichner und Kupferstecher , geb. zu Berlin 1804, zeigte schon früh entschiedene Neigung zur Kunst, und angeregt durch seinen jetzt verstorbenen Halbbruder C. Hübner, vorzugsweise zur Chalkographie. C. Hübner ertheilte ihm Unterricht, und unter Leitung dieses Künstlers fing er auch an, sich im Radieren und in Aquatinta zu versuchen. Er besuchte die Akademie in Berlin, wo er bald nach seinem Eintritt durch die Ernennung zum remunerirten Eleven derselben mit einem kleinen Stipendium ausgezeichnet wurde. Er machte die unteren Klassen rasch durch, gewann mehrere Preise im Studium nach dem lebenden Modell, und 1827 trat er in das Atelier des Prof. Buchhorn, wo er mit Liebe und Ausdauer seinem Fache oblag. Im Jahre 1827 reiste er mit einem ihm von der Akademie auf drei Jahre ertheilten Stipendium, das später noch um zwei Jahre verlängert wurde, zu seiner weiteren Ausbildung nach Paris, wo er in das Atelier des berühmten Richomme trat. In Paris zeichnete er auch fleißig in der k. Akademie und in Kunstsammlungen nach der Natur und nach alten Meistern, wie nach dem Gemälde des Erzengels, welches er nach eigener Zeichnung in Kupfer gestochen hat. Im Frühjahr des Jahres 1832 reiste er von Paris nach London , um sich mit dem Stahlstich bekannt zu machen und die sogenannte schwarze Kunst in Stahl zu erlernen. In dem Blatte mit der Prinzessin Margaretha lieferte er eine Probe dieser Art. Nach seiner Rückkehr stach er in Berlin aus Auftrag des Kunstvereines das trauernde Königspaar nach Lessings berühmtem Bilde, und dann machte er sich an den Stich von Hildebrand’s nicht minder berühmtem Bilde der Söhne Eduard’s für das Prachtwerk des Grafen Raczynski. Sohn’s Gemälde von Romeo und Julie beschäftigte ihn in letzter Zeit, und so hat der Künstler bereits eine bedeutende Anzahl von trefflichen Blättern geliefert. Folgende sind namhaft geworden, und sie mögen so ziemlich in chronologischer Ordnung folgen:
Das Standbild Scharnhorst’s, nach Rauch.,
Das Standbild Blücher’s in Breslau, nach demselben.
Allegorische Basreliefs, nach demselben.
Einige Blätter für den damals entstehenden Verein der Kunstfreunde in Preussen,
Einige Umrisse für das Werk des Direktors Schadow: Die Denkmale der Reformation, —
Das Bildnis des Generalpostmeisters von Nagler.
St. Cäcilia, nach Dominichino.
Die Regententugenden, Deckengemälde im Schlosse zu Coburg, von W. Wach gemalt.
Das Bildnis Rafael’s.
Jenes der Kronprinzessin von Preussen,
Eine Jagdscene, nach F. Krüger.
Die Erziehung des Jupiter, nach Hopfgarten.
Ein Christuskopf, nach Correggio.
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