Loth, Johann Ulrich, Maler, wurde gegen Ende des 16. Jahr- hunderts zu München geboren, und von seinem Vater, einem Glasmaler, in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet. Hier- auf kam er zu P. Candito, und 1610 schickte ihn Churfürst Maxi- milian nach Venedig , um bei C. Saracino seine Studien fortzusetzen. Hier verweilte er drei Jahre, worauf er nach München zurück- kehrte, um die Aufträge seines Churfürsten zu befriedigen. Im Jahre 1624 vermählte er sich als Maximilian’s Hofmaler, der damals 300 fl. Gehalt hatte, mit Hans Krumper’s schöner Livia, und der Chur- fürst verehrte ihm bei dieser Gelegenheit eine silberne Schale. Von dieser Zeit an lebte Loth grösstentheils in München im Dienste seines Hofes, jedoch entfernte er sich 1653 heimlich, um in Wien sein Glück zu versuchen, was ihm der Churfürst, sein früherer Gönner, sehr übel nahm. Damals lebte Georg Loth, Ulrich’s Bruder, in Wien, und nun wurde dieser an den bayerischen Hof berufen; allein Ulrich kam bald wieder zurück, da man für nicht erfüllte Verpflichtung seine Habe in Anspruch nahm. Jetzt lebte Loth fortan in München und 1662 starb er daselbst. Dieser Künst- ler hinterliess zahlreiche Werke, sowohl in Öl , als in Wasserfar- ben. Er malte auch in Miniatur , und dabei, sagt Sandrart, hat er sich zuletzt in die schönen Farben so vertieft, dass er der Cru- dezza beigefallen ist. In seinen anderen Bildern bemerkt man eine korrekte Zeichnung, ein glänzendes, aber harmonisches Colorit, und auch in Bezeichnung des Ausdruckes ist er zu loben. In den Kirchen Münchens findet man Altarbilder von ihm, beson- ders in der Metropolitankirche und bei St. Peterskirche. In letzterer ist sein Abendmahl des Herrn, und das Hauptaltarbild mit der Sendung des heil. Geistes in der Heiligengeistkirche vorzüglich zu nennen. Mehrere seiner Werke sind auch in Schleissheim, und in der k. Pinakothek zu München Christus in Emmaus bei den Jün- gern am Tische, eines der besten Bilder dieses Meisters, mit le-
bensgrossen Figuren. Die Opferung der drei Könige in der Me- tropolitankirche hat Zimmermann in grossem Formate gestochen.
Frühere Angaben über diesen Künstler sind mehr oder weniger unrichtig; dieser Artikel ist nach archivalischen Dokumenten be- handelt.
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